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Macbeth „Wiedergänger“ Review

 

Verdammt noch mal! Wie konnte mir dieses Album nur durch die Lappen gehen und erst jetzt jede verfluchte Ader meines  Körpers anschwellen lassen? Schande über mein Haupt und danke an meinem Kumpel, der mich auf meine Metal-Bildungslücke aufmerksam machte. Macbeth, eine Metal Band aus Erfurt, mit einer Wahnsinns History, veröffentlichten das Album "Wiedergänger" bereits im Jahre 2012.

Macbeth gründeten sich 1985 und standen seit ihrer Gründung im Fokus der Staatssicherheit. Vom Eisernen Vorhang umschlossen, verfolgt von der beschissenen Stasi, entstand eine doch einzigartige History, um die Macbeth nicht unbedingt zu beneiden sind. Es gab viele Rückschläge und auch sehr traurige Ereignisse, die Macbeth in jener Zeit immer wieder an den Rand ihrer Existenz brachten. Da der Schreiberling dieser Zeilen ebenfalls hinter dem Eisernen Vorhang aufwuchs, fühlt er sich darum erst recht mit der Band verbunden.

Okay, kommen wir nun zum Thüringer Gefühlsausbruch „Wiedergänger“. (Endlich! Anm. Webm.) Der Albumname verrät schon einmal, dass es sich - wie auch bei den Vorgänger-Alben - um Tonkunst in deutscher Sprache handelt, die Macbeth - in Verbindung mit einem für die Band typischen Sound - sehr gut zu Gesicht steht. Geboten wird sauber gespielter Thrash / Death bis Heavy Metal, mit wahnsinnig geilen Melodien, einem fetten aggressiven Gesang von Oliver Hippauf und verdammt guten Texten, die Dreh- und Angelpunkt auf diesem Album sind. Den "Wiedergänger" gibt es als normale CD Version, als CD Digipack mit 4 Bonustracks und einem schicken handnummerierten Gatefold Vinyl. Auf dem Album geht es um unheilvolle Kriege, Gevatter Tod, Macht, endlosen Hass und auch um zügellosen Kannibalismus. Es wird also gestorben - und zwar reichlich. Im Prinzip behandeln Macbeth die widerwärtigsten Verhaltensweisen der Menschheit. Alles Dinge,  die man unter keine Umständen und nicht einmal im Traum erleben möchte, aber die schon immer ein Teil unserer Gesellschaft waren und leider immer noch sind.

Diese Themen passen in der Tat perfekt zur Musik der Erfurter und werden musikalisch amtlich umgesetzt. Das Album strotzt nur so vor hammergeilen Melodien und Gesangsparts. Egal welchen Song man sich vornimmt, ein jeder Track auf "Widergänger" wurde thematisch passend zelebriert. Das gilt für die musikalische wie auch für die gesangliche Umsetzung. Das Geniale daran ist, dass alles schonungslos makaber, roh und ehrlich, den Songs immer dienlich, arrangiert wurde. Der ganze Abgrund, menschlicher Existenz kommt hier "wunderbar" zum Vorschein. Hört euch „Fritz Hamann“, „Begraben“ oder „Fleisch“ an und ihr wisst, was ich meine. Rein musikalisch ist die Scheibe schon ein Hammer und Freunde...(rhetorische Pause)...Freunde, zieht euch unbedingt das Sahnestück des Albums rein. Stalingrad, eine Trilogie wie sie nicht hätte besser umgesetzt werden können, befördert Euch brutal vor die todbringenden Tore Stalingrads. Unterteilt in „Kanonenfutter“, „Untergang“ und „Das Kreuz“, erzeugt diese Trilogie einen eiskalten Schauer, der blutrot an Euren Leibern herunterläuft. Hier wird erbarmungslos geschildert, wie sinnlos die deutschen Soldaten in Stalingrad gefallen sind und welches Leid sie erfahren mussten.

Ich sage euch, mit etwas Kopfkino eurerseits, versetzt euch diese Trilogie in ein Meer aus Tränen. Ist man in dieser Thematik erst einmal versunken, spürt man regelrecht den Schmerz und schreit die Texte unter Tränen lauthals mit. Wahnsinn, wie mich diese Trilogie berührt hat. Die Songs sind musikalisch so gefühlvoll umgesetzt, dass man auch ohne Text mitbekommt, worum es hier gehen könnte. Unglaublich, was Macbeth da ausgebrütet haben. Angereichert mit original Kriegsaufnahmen und Berichterstattungen, bekommt man einen Film in Form von Musik vorgeführt. „Stalingrad, hier endet dein Weg Soldat…..Stalingrad…..Massengrab“ Wahnsinn…..“Das Kreuz“ gibt mir den absoluten Rest. Völlig beeindruckt, nachdenklich und mit eiskalten Schauern übergossen, verlasse ich diesen Kriegsschauplatz….

Torsten


VÖ: 28. September 2012 - Massacre Records



 

Indian "From All Purity" 2014

Wenn deine Mitmenschen völlig genervt den Ort verlassen, an dem du deine geliebte Musik hörst, wenn sie sich umgehend Stille wünschen, verzweifelt um Linderung der Ohrenschmerzen betteln und nur absolute Stille ein finales Aufatmen deines Kritikers hervorruft, dann könnte es sein, dass Du entweder viel zu laut besagte Klänge konsumierst oder "From All Purity", das aktuelle Album der schwarzen Doomster aus Chicago im CD-Schacht liegt. Oft handelt es sich dabei um ernstzunehmende Anzeichen, die Folgendes garantieren: Hier ist ausnahmslos großartige Musik zu verzeichnen, die dir auf gar keinen Fall vom Mainstream genommen wird. So auch im Falle Indian. Bösartig, schleppend und kompromisslos walzen Indian auf "From All Purity" dem Untergang entgegen.

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