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MELKOR "Irrlicht" Album Review

Noch immer will das Jahr 2014 seine absterbenden Hände nicht von uns lassen. Wir spürten klar und deutlich seine eisigen Knochen im Nacken, als im Dezember das schaurig schöne "Irrlicht" auch unsere Wahrnehmung auf Abwege brachte.

"Irrlicht" gehört zu jenen Alben, die etwas mit Dir machen. Jeder kennt das und hat es schon einmal erlebt. Du kehrst zurück von einer Reise, hast menschenleere und unwirtliche Gegenden gesehen, bizarre Landschaften zogen durch dein Panorama und extreme Wetterverhältnisse verlangten unerbittlich nach einem beträchtlichen Teil deiner Lebensenergien. Man ist verändert, in sich gekehrt, spürt die Macht des Unbekannten, die Kraft der Natur und definiert sein eigenes - so unbedeutendes - Dasein. Am Ende sind wir alle gleich und werden im großen Finale - durch die Hände der Elemente - Mutter Natur übergeben.

Melkor haben sich 2004 gegründet, damals noch als Duo unterwegs, wurde die Band - trotz intensiver Suche nach geeigneten Musikern - schlussendlich doch zu einem Soloprojekt. Patrick, so der Name des Künstlers, nahm weitestgehend alle Instrumente im Alleingang auf, nachdem er ihnen - ebenfalls höchst persönlich - Melodien und Töne entlockte. Hier die Schublade Black Metal aufzuziehen, wäre für dieses Werk zu stumpf, dennoch kommt man an dieser Beschreibung nicht vorbei, wenn man "Irrlicht" kategorisieren wollte. Einigen wir uns auf grau, denn die detailverliebte Instrumentierung holt "Irrlicht" nicht nur einmal aus den finsteren Tiefen des Black Metals heraus.

Lasst ab vom Alltag, begebt euch in die Welt von Melkor, durchschreitet das Tor in eine wundersame Klangwelt - Kopfhörer werden euch hinüber tragen - und genießt die musikalische Reise von "Irrlicht".

 

Der Prior

8/10 Tal(k)ern


VÖ: 12.12.2014 Label: Indipendent


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