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KrawallBrüder "Venganza" - Review

Venganza! Rache! Passt! Um auszudrücken, was in unserem Innersten vorgeht, müssen wir aussprechen, was uns bewegt. Die Krawallbrüder beherrschen diese Kunst ganz hervorragend und treten der Öffentlichkeit damit ganz gewaltig in dem Allerwertesten.

Bedenken, dass die vier Musiker etwas sanfter zu Werke gehen, kann man gleich nach der Einleitung begraben. Krawall machen die Brüder auch 2015 und dabei pöbeln und rüpeln sich Pascal und seine Jungs latent aggressiv durch die 10 Tracks des Veganza-Langeisens. Der große Unterschied zu anderen Bands mit vergleichbaren Erfolgsgeschichten ist: Die Brüder kommen nicht weichgespült aus den Klamotten und scheuen nicht einen Augenblick davor zurück, potentiellen Zweiflern verbal ins Gesicht zu schlagen.

Das Prinzip ist altbewehrt und wurde schon vor Jahrzehnten von einer der erfolgreichsten Bands praktiziert, die erst kürzlich wieder in den Ring gestiegen ist. Schade eigentlich, denn mit ihren letzten Alben haben sie nicht einmal halb soviel arschgetreten wie die Brüder es heute noch tun. "Veganza" trägt die Rebellion in sich, die die "Brüder meines Vaters" schon vor geraumer Zeit in ihrem Erfolg versenkt haben.

Musikalisch geht's nach wie vor mit energiegeladenem Punkrock zur Sache, der gerade durch die markanten Sprechchöre seine Hardcore-Schlagseite beibehalten hat. Extravaganzen, ausufernde Experimente oder Stilbrüche wird man vergebens suchen. Die Saarländer setzen auf Inhalt und um diesen zu überschauen, sollte man sich das Textblatt des Booklets vornehmen. Mehr Lyrik in 3-4 Minuten geht nicht, versprochen. Hier jedes Thema im Detail anzusprechen wäre schier unmöglich. Unsere verlogenen Gesellschaft bietet aber genug Gesprächsstoff, den die Brüder wohlwollend zu Sprengstoff verarbeiten und selbstverständlich auch zünden. "Jetzt aber Klartext" spricht mir aus der Seele und passt wie die Faust aufs Auge. Der Titelsong dagegen punktet nicht nur mit Worten, hier wird gerade der erste Teil ein absoluter Live-Kracher. Ich freue mich schon jetzt auf den wütenden Pöbel, der ab 00:51min die jeweilige Location an den Rand des Zusammenbruchs führt.

Ohne Vergleiche geht's auch diesmal nicht. "Blut, Schweiss & keine Tränen" bleibt ein Referenzwerk, das die Brüder nur schwerlich toppen können. Den Teufel, den sie riefen, werden sie nun nicht los. Richtig, "Veganza" kommt an diesem Hammer-Album nicht vorbei. Das ändert aber nichts daran, das "Veganza" eindeutig in die Kategorie "gut" gehört und ein riesiger Stachel im Arsch des deutschen Punkrocks ist. Gut so!

 

Dirk

8/10 Tal(k)ern


VÖ: 20.2.2015 Label:



 

Terrorway - Blackwaters - 2013 - Review

Manchmal ist es einfach wunderbar, wenn man völlig ohne Vorahnung und ohne jeden Zwang eine Veröffentlichung - wie diese hier -  auf den Desktop bekommt, um selbige auf dem Schreibtisch filetieren zu dürfen. Bei der Masse an aktuellen Outputs geht einem so manche Band auch schon mal unter, denn Terrorway waren mir bis dato nicht bekannt. Die Italiener haben sich der geschmackvolleren Gangart des Extreme Modern Metal verschrieben, jedoch ist dieser Teilbereich in meiner Sammlung nicht so stark ausgeprägt und daher kann bzw. darf ich mich völlig auf mein Gefühl verlassen. Nach ein bis zwei Durchläufen senden die Ohren an das Gehirn Abwechslung, Härte, fette Riffs, fiesen Gesang und unpopuläres Textgut. Was will man mehr? Das ein oder andere Solo? Ist dabei! 

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