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Amorphis - Under The Red Cloud - Review

Ich habe Amorphis Anfang der 90er geliebt, später aus den Augen verloren, und wiederum eine Dekade später meinen Frieden mit den Finnen gemacht.

Nicht, weil mir die Phase nach dem 1996er Album "Elegy" dann doch noch gefiel, nein - weil Amorphis in den letzten 10 Jahren gerade im kompositorischen Bereich zu alter Stärke zurückfanden.

Melodieüberladene Breitwand Deather, in denen die Melancholie von links nach rechts gewirbelt wird, bevor die tieferen Tonlagen in den Ring treten, um ihrerseits zu beweisen, wer hier wirklich das Alphamännchen ist. Ein wichtiges Trademark, das Amorphis gottseidank auch auf dem heute erscheinenden Album "Under The Red Clouds" nicht vergessen haben. Natürlich klingen Amorphis längst nicht mehr wie auf "Tales From The Thousand Lakes", doch ganz ehrlich, müssen sie auch nicht mehr, und erst recht nicht mehr wie auf dem Debüt "The Karelian Isthums", denn dafür sind heute andere Bands zuständig!

Amorphis haben ihre Stärken gefunden, definiert und ausgebaut, dabei tönen sie heute wie die reifere Ausgabe der Elegy-Phase, nur bringen die Finnen ihr Songs 2015 wesentlich sicherer ins Ziel. "Death Of A King" (Track 4) ist zum Beispiel so ein Track, bei dessen Erklingen ich sofort "Elegy" aus dem Regal gezogen habe, um mir selbst zu bestätigen, was ich vermutete. Es würde nicht weiter auffallen, wenn dieser Song in das Jahr 1996 zurückgeschickt worden wäre.

Anno 2015 hat der Sechser - um den seit 2005 präsenten charismatischen Sänger Tomi Joutsen - wieder ein dickes Paket dabei, in dessen Inneren sich viele großartige Songs befinden. Produktionstechnisch bleiben keine Wünsche offen und so kommt man in den Hochgenuss diverser Schmankerl, die Tomi Joutsen mit seiner Stimme in genialer Weise abrundet. Abwechslung steht auf dem Programm, gar keine Frage! Soundwände türmen sich auf, Ehrensache! Harmonische Soli sprudeln mit Leichtigkeit aus den Saiten-Äxten und erhellen das ansonsten düstertraurige Panorama des Suomi-Universums. Ein wirklich fettes Album, das den eingeschlagenen Weg dieser Ausnahme-Band bestätigt. Dass eine Band nach so vielen Jahren derartige Qualität abliefert, ist nicht immer selbstverständlich und darum ist es völlig egal, ob möglicherweise ein oder zwei Mega-Songs weniger auf dem Langeisen gelandet sind. Vielleicht gehen wir mit etablierten Bands, die jahrelang konstante Leistung abliefern auch zu hart ins Gericht. Die Erwartungen sind oftmals zu groß und dabei verliert man leicht den Kontakt zur Realität.

Nein, dieses Album ist wirklich gut und hat daher locker 8,5 Talker verdient. Songs der Marke "Four Wise Ones" oder auch "Sacrifice" (bereits als Video über YouTube veröffentlicht - Hammer Streifen) sollten jeden Maniac überzeugen, dabei ist Ersterer der Bösewicht auf dem 2015er Werk der Jungs. Empfehlung!

Dirk

8,5/10 Talkern 


VÖ: 4. September 2015 - Label: Nuclear Blast Records



Cult Of Endtime "In Charnel Lights" - Review

Im Normalfall sollten derlei Reliquien aus der Blütezeit des Death Metals in der dunklen Jahreszeit ihr Haupt erheben. Die Maienzeit ist gänzlich ungeeignet, zumindest was das Lebensgefühl betrifft.

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