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Call Of Charon - Mortal Hatred - The Takeover - Split - Review

Wer den langsam dahinscheidenden Sommer noch etwas schneller in die Flucht schlagen möchte, für den hätten wir ein probates Mittel.

Korrekt, die Ende Oktober 2015 erscheinende 6-Tack-Split-Scheiblette der Bands Call Of Charon und Mortal Hatred. Beide Bands stammen aus dem Großraum NRW und haben sich im Jahre 2006 gegründet. Während Call Of Caron das Unheil in Duisburg heraufbeschwören, verbreiten Mortal Hatred in Kreuztal bei Siegen die Kunde vom eisernen Grab. Schimpf und Schande über Euch, solltet ihr diese wirklich gelungene "The Takeover"-Split nicht einem Testlauf unterziehen wollen.

Den Anfang machen Call Of Charon. Grundgütiger, was für ein gewaltiger Tiefschlag mitten in die Verdauungszentrale. Mit der ersten Vokalattacke "Resurrected From The Dead" - holen Call Of Charon den geneigten Hörer direkt auf Hüfthöhe runter, bevor die Demontage seinen Lauf nimmt, die Band Euch wieder aufrichtet, um Euch abermals für den finalen Schlag in der Ecke zurechtzustellen. Eine wahre Wiederauferstehung von den Toten, die Call Of Charon nach vielen Jahren der Abstinenz hier in Szene gesetzt haben. Gräbt man etwas in den verfügbaren Infos, stößt man schnell auf die Worte Death- und Metal Core. Tatsächlich sind diese Stile auch auszumachen, doch kombinieren Call Of Charon - wissentlich oder unwissentlich - besagte Stile mit klassischen Elementen. Ein paar Breaks weniger und Track 2 wäre ein wahrer Death Metal Song, der ein ums andere Mal typische Entombed-Gitarren in die Freiheit entlässt. Kurzes, unheilvolles Intro und weiter im Text: "A Tale Of Woe" fängt da an, wo die Sargnägel zuletzt einschlugen, nur das diesmal Patrick Kluge mit einer amtlichen Hasstirade die "Leidensgeschichte" einschimpft. Seine Vokals tönen hier ebenfalls verdammt nach alter Schule. Spätestens nach dem 3. Durchlauf weiß auch dieser Track zu überzeugen und setzt sich gerade durch seine Vielseitigkeit direkt an die Spitze des ersten Dreiergespanns auf dieser Split. Produktionstechnisch stehen die Ampeln auf grün und so freuen wir uns schon jetzt auf das hoffentlich bald erscheinende Studioalbum.


TRACKLISTE: 01. CALL OF CHARON - THE RESURRECTION 02. CALL OF CHARON - COFFIN NAILS 03. CALL OF CHARON - A TALE OF WOE 04. MORTAL HATRED - TRADITIONAL GODZILLA VIOLENCE 05. MORTAL HATRED - SONNENKIND 06. MORTAL HATRED - IRON GRAVE


Mortal Hatred springen als zweite Band auf den von Call Of Charon umgepflügten Gottesacker, um ihrerseits die letzten Gebeine der Ewigkeit zu übergeben. Die Band hat bereits ein Studio Album in Eigenregie im Jahr 2014 veröffentlicht ("Abondon/Forsaken"), dessen Musik uns bis Dato jedoch gänzlich unbekannt ist. Stilistisch bewegen sich Mortal Hatred  ebenfalls in Regionen des Death Metals mit Core-Anleihen, wobei Deathcore etwas weniger dominant ist und die Kreuztaler zusätzlich harmonische Klänge verwenden, die sie insbesondere durch Keyboardsounds erzeugen, welche nicht selten durch die Rhythmus-Fraktion unterstütz werden. Sehr schön im letzten Drittel des Track "Iron Grave" zu hören. Allerdings geht's zunächst mit "Traditional Godzilla Violence" in die Vollen, einem fast reinrassigen Deather, der das Ende der Menschheit thematisiert, die sich einmal mehr altvorderen Kreaturen aus den Tiefen der Ozeane geschlagen geben muss. Den gottgleichen Kreaturen folgt das "Sonnenkind", ein Track, der - wie der Titel schon vermuten lässt - in deutscher Sprache vorgetragen wird. Auch hier dominieren wieder Death Metal Vibes, die auf einem harmonischen Fundament eine mächtige Groove-Walze vor sich hertreiben. Pünktlich zum Refrain erfährt dieser Song einen Wandel, der sich durch Black Metal Elemente bemerkbar macht und damit einen gewissen Equilibrium-Seitenhieb bekommt. Wenn man es so will, "vermischrühren" Mortal Hatred geschickt alle Stile, die in irgendeiner Form die Begriffe Core und Death beherbergen - und das machen sie verdammt gut.

Resümee: "The Takeover" ist nicht nur interessant, weil zwei Bands ganz automatisch für Abwechslung sorgen, weitgefehlt - Call OF Charon und Mortal Hatred bieten jeder für sich Qualität und Vielfalt, dabei haben die Lärm-Maschinen aus NRW einen gemeinsamen Nenner: Death Metal, den sie in unterschiedlicher Weise - mit Core und allem was böse macht - kombinieren. Eine wirklich lohnenswerte Split, mit der man nicht nur seine Mitmenschen auf die Probe stellen kann. Nein, ich für meinen Teil, werde sie immer wieder gern in den Player schieben. Empfehlung aus Überzeugung!

Dirk

8/10 Talkern         


VÖ: 30.10.2015 - Label: Kernkraftritter Records



Skew Siskin "Skew Siskin" 1992

Ja man,wenn ich ganz ehrlich bin, ist mir dieses Debüt-Album im Jahr 1992 völlig untergegangen, da ich damals total im Death-Thrash-Metal-Wahnsinn verstrickt war. Hahahah. Tja und 'ne Band aus Berlin aus diesem Genre, war bei mir auch nur mit dem Namen Jingo De Lunch geläufig.

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