1. Releases

  2. Interviews

  3. Live-Dates

  4. Verlosung

  5. Shirt-Talks

  6. wir hören



Annihilator - Suicide Society - Review

Hier kommt der nächste Hochkaräter in diesem verrückten VÖ-September des Jahres 2015. Offensichtlich haben sich die Größen der Szene abgesprochen. Maiden, Slayer, Motörhead, Amorphis und ja, auch Annihilator!

Platz muss her - im ohnehin schon völlig durchgebogenen CD-Regal. "Suicide Society" von Annihilator bildet da keine Ausnahme, denn Jeff Waters gehört ohne Zweifel zu den Musikern, dessen Alben fein säuberlich, eins nach dem anderen, die heimische Sammler-Vitrine säumen sollten, auch, wenn ein Scheibchen mal nicht so gut gelungen ist, denn Annihilator ist Metal! Heavy Metal, der spätestens seit 1989 ("Alice In Hell") weltweit für Emotionen bei den Fans sorgte und noch heute sorgt. Kündigen Annihilator ein Album an, scharren wir schon drei Monate vor VÖ völlig aufgeregt mit den Hufen.

In 11 Tagen ist es soweit, "Suicide Society" - das nunmehr 15. Studio Album geht auf uns nieder. Ihr habt es sicherlich schon mitbekommen. Seit 2015 nicht mehr im Boot der Annihilatoren: David James Padden, der 12 lange Jahre die Vernichter mit seinem Spiel bereicherte. Dennoch ist  der dadurch zwangsläufige Wechsel am Mikrofon zu begrüßen, da Waters' Vokals nun einmal deutlich abwechslungsreicher und passender als Paddens Mikro-Künste sind, obwohl man Padden zugestehen muss, sich in den zurückliegenden Jahren ganz gut gemausert zu haben. Speziell live lieferte er - gegen die Doppelbelastung ankämpfend (Gitarre und Gesang) - 'ne ordentliche Leistung ab, zumal es das Annihilator-Riffing nun einmal in sich hat! Nichtsdestotrotz klang alles etwas gleichförmig und austauschbar, also Daumen hoch für des Waters' Gesang. Da wären wir also schon beim ersten Pluspunkt, der "Suicide Society" wirklich gut zu Gesicht steht.

Wer einige Alben der Kanadier verinnerlicht hat, der wird vielleicht feststellen, dass "Suicide Society" ne kleine Reise durch verschiedene Schaffensphasen der Band ist. Der Titeltrack sitzt im Grunde den neueren Alben direkt im Nacken, während "My Revenge" schön trashig mit der Riesen-Keule regiert und eine Kreatur aus dem "Alice In Hell" Zeitalter zu sein scheint. Sehr interessant ist auch, dass - man will es kaum glauben - Metallica hier ganz unfreiwillig einen Beitrag aus ihrer Frühphase abliefern mussten. (direkt bei den ersten Vokal-Parts zu hören) "Death Scent" versprüht etwas Industrial-Feeling und passt hervorragend auf die "Remains".  "Every Minute" hingegen tönt ein wenig cheesy, ist dennoch gut und will sich offensichtlich der "Set The World On Fire" Phase unterordnen. "Creeping Again", ein wahrer Nackenbrecher, kokettiert gar mit einem gewissen Megadeth-Style und schielt in Richtung "Criteria For A Black Widow", wobei Jeff Waters hier sogar bei sich selbst geklaut hat und das durch die Zeilen "...over and over the same Song and dance" schriftlich dokumentiert. Unabhängig davon ist dieser Song ein Highlight des Albums. Apropos Highlight: "Snap" (Track 4), der Dritte im Bunde, hat gar Hitpotential. Waters drückt hier 'nen simplen Groove ins Universum, der sich im Wechselspiel mit einer eingängigen Melodie zu wahrer Größe aufschaukelt und so manch etablierten Singer Songwriter Scharlatan verdammt alt aussehen lässt. Unglaublich! "Save me, take me to another place, don't wanna see your face anymore" Was für eine Melodie, die Waters hier ganz selbstverständlich aus dem Ärmel schüttelt.

Produktionstechnisch ist dieses Werk respektvoll durchzuwinken. Druck ohne Ende, kein Synthetik-Feeling und immer Optimum bis der Arzt kommt. "Suicide Society" ist eine deutliche Steigerung zu den beiden Vorgänger-Alben, enthält keinen Ausfall, tönt grundsolide und wird unseren CD-Player noch für etliche Durchläufe blockieren. Schlichtweg ein Album, das in jede Sammlung gehört und sich locker 8 Talker verdient hat.

Jan & Dirk

8/10 Talkern 


VÖ: 18. September 2015 - Label: UDR



 

Saxon - Let Me Feel Your Power - Review

Ein Blick in die Discography der UK-Legende Saxon verrät, in den letzten 5 Jahren haben Biff Byford und Co. mehr Live-Alben zu Tage gefördert, als manch eine Band während ihres kompletten Daseins. Allerdings haben wir der Statistik auf metaltalks.de ebenfalls entnommen, dass das Interesse an Saxon-Outputs noch immer extrem hoch ist.

Weiterlesen ...