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SALIGIA - Fønix - Review

Eine räudige Mixtur aus eigenwilligem Black Metal, frühem Venom-Style und rumpeliger "Obsessed By Cruelty" Attitüde, wird uns von der 2006 gegründeten Band SALIGIA aus Trondheim geboten.

Ihr zweites Langeisen werden sie am 11.12.2015 über das deutsche Label Ván Records Records veröffentlichen - soweit so gut. Sperrig fies poltert der minimalistische Krach aus den Boxen, dabei werden Erinnerungen an eine Zeit geweckt, in der Sodom regelmäßig unterirdische Bewertungen - seitens der in den 80er Jahren agierenden Printmedien - absahnten. Entweder loten Saligia neue Tiefen aus, oder es ist ihnen schlichtweg egal, ob der geneigte Zuhörer einen Haken findet, an dem er Erinnerungen an das verstörende Hörerlebnis befestigen kann. Rhythmisch unausgegoren, harmonisch desorientiert und immer schön gegen alles Gefällige ankämpfend, klöppelt sich das Duo durch die Notationen des Saliga-Wahnsinns, dabei rackelt und schnackelt es an allen Ecken und Enden. Erst der letzte und über zehnminütige Titeltrack lässt erkennbare Strukturen ihr unheilvolles Werk vernichten. Ich bin mir sicher, dass SALIGIA auf unser Urteil und das vieler anderer nicht einen Cent Wert legen.

Play! Runde zwei ist eingeläutet. Langsam sortieren sich die störrischen Angriffswellen und erinnern mich (rein gefühlstechnisch) spätestens bei Track 2 an das überaus kranke Material, das mir schon während meiner Jungend durch Celtic Frost das Fürchten lehrte! Schlagwerk und Viersaiter drömpeln so derart bockbeinig vor sich hin, dass mir nicht nur einmal der Gedanke an einen verreckenden Schiffsdiesel durch die Hirnrinde klettert, wobei auch dieser noch wesentlich flüssiger den verrotteten Schiffsrumpf antreibt, mit dem er nach einer verdammten Schären-Kollision in die Tiefe gerissen wird. Starker Tobak, der eventuell irgendwann als Kult betitelt wird oder durch zu viel Kult sein jähes Ende finden wird. Schräg, rumpelig und unbeugsam - so soll es sein, nur fehlt es mir hier an Anspruch und herausragenden künstlerischen Fähigkeiten. Wie bei einem abstrakten Bild, bei dem ich nicht erkennen kann, dass der Maler es faustdick hinter den Ohren hat. Eins kann man dem Trondheimer Duo aber attestieren. Was sie tun, tun sie aus voller Überzeugung. Frei interpretierter Black Metal, dem es ganz sicher nicht an Biss und Ausdrückstärke fehlt, vielmehr versinkt er in der Abstraktion seiner selbst. "Fønix" gehört zu den Alben, die man erst versteht, wenn man sich den mystischen Saliga-Horden aufopferungsvoll anschließt, um mit ihnen die gleiche schwefelhaltige Luft zu atmen. Anspieltipp: "Fønix Flame Coronation"

 

Der Prior

6/10 Talkern


Schon gewusst? Der Name SALIGA bezieht sich auf die sieben Todsünden: Superbia (Hochmut), Avaritia (Habgier) Luxuria (Wollust), Invidia (Neid), Gula (Völlerei), Ira (Zorn), Acedia (Trägheit).


VÖ: 11.12.2015  - Label: Ván Records


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