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Obscura - Akróasis - Review

Freunde, nach dem Interview mit Steffen Kummerer bin ich dem neuen Werk von Obscura gänzlich verfallen. Allein das inhaltlich intellektuelle Fundament von "Akróasis" stellt das Album auf eine Stufe, die dieses komplexe Material  nicht nur unglaublich interessant macht, es bekommt dadurch auch eine Wertigkeit, die ihres Gleichen sucht.

Auch wenn es absolut nicht möglich ist, jeder Veröffentlichung auf diesem Planeten eine derartige Aufmerksamkeit zu schenken, wurde mir schon bewusst, dass es normalerweise jedes Album verdient hätte. Wem ich jetzt etwas den Mund wässrich gemacht habe, der sollte unbedingt mal in das Interview reinlesen. Nicht weil ich für das IV in diesem Rahmen die Werbetrommel rühren möchte, nein, weil ich denke, dass es vielen so gehen wird wie mir. Aha-Effekt garantiert.

So jetzt aber zur Musik: Wie in unserer Vorschau schon angesprochen, tönt "Akróasis" wesentlich filigraner als die Vorgänger-Alben, ohne dabei an Brutalität einzubüßen. Da Obscura auf "Akróasis" ihre Songs anderes oder besser gesagt "menschlicher" arrangierten, ist mein Eindruck wohl schon diesem Umstand geschuldet. Maschinelle Unfehlbarkeit wich zwar nicht ganz, räumte aber Teile des Feldes zugunsten humaner Attacken und realistischer Klangwelten. Schon der Einsatz echter Klassik-Intrumente (z.B. Streicher) wirft unheimlich viel warmes Licht auf die Partituren des Wahnsinns - wie ich sie nach dem Gespräch mit Mastermind Steffen Kummerer bezeichnen würde. Auch wenn "Akróasis" bei weitem nicht die Länge der letzten Dream Theater-Scheibe bieten kann, geht es mir doch ähnlich. Es wird Wochen dauern, bis ich das komplette Material wirklich verstanden habe. Mit dem jetzigen Wissen, was sich tatsächlich hinter "Akróasis" verbirgt, geht es mir allerdings schon viel besser.

Die Tatsache, dass man Obscura inmitten der Armeen von Tech Death Bands einwandfrei heraushören kann, ist kein Novum mehr. Neu ist für mich, wie man mit dieser Art von Musik tatsächlich inhaltlichen und musikalischen Anspruch verbinden kann. Dass bei all dem Gefiedel und Gefrickel auch noch bemerkenswerte und vor allem wieder erkennbare Songs dabei raus kommen sind, zeigt, dass sich Obscura nach ihrer Selbstanalyse für den richtigen Weg entschieden haben. Wenn alle Musiker damit leben können, wir können es auch. Erst recht, wenn so ein großartiges Werk entsteht. Nicht auszudenken, wenn Nummer 4 des Zyklus' veröffentlicht wird, der das Implodieren des ganzen Kosmos' thematisieren wird.

 

Dirk

9/10 Talkern


VÖ: 5.2 2016 - Label: Relapse Records



 

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