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CONVULSE - Cycle Of Revenge - Review

Convulse gehören ohne Zweifel zu den alten Hasen der Szene, doch lediglich 2 Alben bis zur Auflösung im Jahr 1994 und 2 Alben seit der Auferstehung im Jahre 2012 - incl. des aktuellen Werks - stehen für die Finnen aus Nokia zu Buche.

Death Metal, so steht es auf dem Label der Schublade, in jene Convulse vor Monden gesteckt wurden, nur ganz so einfach ist es 2016 beileibe nicht mehr und das ist zum Teufel nochmal auch gut so. Das jüngste Convulse Werk wird von zwei äußerst prägnanten Widersachern beherrscht, die sich wie zwei tobsüchtige Bestien in einander verbeißen. Auf der einen Seite steht das abgrundtiefe Geröchel des Sängers und Urmitgliedes Jami Jämsä, das über weite Strecken monoton und absolut präsent durchs Panorama wabert, während auf der anderen Seite experimentelle und überaus geniale Musik das Szenario beherrscht, die grundsätzlich eher wenig mit Death Metal-Arrangements in Verbindung gebracht werden darf. 

Ich will es jetzt nicht weiter ausdehnen. Begeisterung! Ja, ich bin gegeistert. "Hört her, das ist unsere Kunstform und wir grunzen und growlen diese nieder, machen sie und Euch schlichtweg dem Erdboden gleich!" Solche oder ähnliche Gedanken wollen gerade mein Oberstübchen betreten, um mein Hirn eventuell erleuchten zu können. Während ich nach dem vierten Durchlauf selbst Einflüsse der der vorzeitlichen Landsleute von Amorphis ausmachen kann, werde ich einfach nicht das zufriedene Grinsen los, das mir im Minutentakt über die Larve fährt, nur weil die Growls absolut keine Rücksicht auf die ansonsten hochwertigen Kompositionen legen. Haben wir es hier eventuell mit Prog Death der finstersten Sorte zu tun? 

Ohne im Vorfeld die verheißungsvollen Worte des Beipackzettels gelesen zu haben, beschreiben diese meinen zuvor geschilderten Eindruck doch sehr genau. Klar, habe ich den Beipackzettel irgendwann zur Hand genommen, weil ich es einfach nicht fassen konnte und Bestätigung brauchte. Auszug: "The album is shaping up to receive nearly the same musical treatment as what previously happened between the band’s first two albums back in the early '90s. However, on Cycle of Revenge, Convulse really haven't gone back to their "death 'n' roll" mode, but have still made a radical musical shift. Try to imagine combining some of Pink Floyd's psychedelic, airy moments with Finnish prog-rock masters Kingston Wall's beautiful, ear-tickling melodies."

Dem ist nichts hinzuzufügen! 8,5 Talker dafür - für diese progressive Death-Waltze. 8,5 Talker, die eine 9 hätten sein können, wenn die Growls nicht nur tief, sondern auch abwechslungsreich gewesen wären.

 

Dirk

8.5/10 Talkern


VÖ: 18.03.2016 - Label: Svart Records



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