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Crematory - Monument - Review

Nicht schlecht, was Crematory mit ihrem aktuellen Longplayer abgeliefert haben. Sicher, Puristen und Oldschooler werde ich mit diesem Review nicht abholen oder begeistern können, doch wer gut produzierte Seelen-Stampfer mag, in denen melodische Parts tiefen Growls gegenüberstehen, der sollte dringend in das neue Album des Westhofener Urgesteins reinhören.

Nachdem Crematory mit ihrem letzten Album "Antiserum" einen gewaltigen Schritt in Richtung EBM machten - was nicht immer auf offene Ohren traf - sie aber trotzdem in den Charts landeten - kann man ihnen 2016 kaum vorwerfen, dass sie wieder mehr zu ihren Wurzeln zurückgegangen sind, zumal der Anteil elektronischer Parts nach wie vor nicht zu überhören ist. Im Interview, das wir seinerzeit mit Markus führten, machte dieser auch unmissverständlich klar: "Musik ist Gefühls- und Geschmackssache. Wir machen das so wie wir gerade drauf sind und Ideen haben."

Recht so, denn auch "Monument "enthält wieder unzählig geniale Melodien, die spätestens nach dem 2. Durchlauf meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit erhielten. Auf dem Weg von Berlin nach Köln und zurück, trudelte "Monument" ungelogen 8 mal durch die Boxen meiner leidgeprüften Beschallungsanlage. Mag sein, dass ich 1993 das Debüt "Transmigration Of Souls" mit dem Löffel gefressen habe und seit jeher infiziert bin, doch eins liegt auf der Hand: Ich erkenne sehr wohl, wenn ein Album nicht das notwendige Potential besitzt. "Monument" ist das ganze Gegenteil und irgendwann traute ich meinen Ohren nicht, wie viel geniale Songs sich auf diesem Werk befinden. Frischzellenkur? Auch das, denn das Besetzungsrad drehte sich seit 2015 nicht nur einmal. Matthias Hechler (Guitar, Clean-Vocals) verließ die Band, Tosse Basler übernahm seine Position, wobei sich Crematory mit Rolf Munkes erstmals 'nen zweiten Saiten-Akrobaten zulegten. Harald Heine legte den Bass nieder, selbigen übernahm Jason Matthias und fertig war das neue Lineup.

Herausgekommen sind wirklich geniale Songs, an denen niemand vorbeikommen sollte, der Sinn für Melodie und Eingängigkeit hat. Vielleicht sind die folgenden Tracks nicht die härtesten des Albums, doch ohne Zweifel handelt es sich hier um die Empfehlenswertesten, wie ich meine. Als da wären: "Die So Soon", "Ravens Calling", "Nothing", Before I Die" "Everything" und der Rausschmeißer "Save Me". Rein melodisch würde ich diesen Tracks den Vorzug geben, aber auch derbe Stampfer wie der Opener "Misunderstood" sind nicht von schlechten Eltern. Letztlich freue ich mich, dass Crematory mit "Monument" gezeigt haben, wer 2016 ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat. Zweifler wird es immer geben, Puristen, den das hier nicht cool genug ist, ebenso. Aber genau das ist mir völlig egal, denn ich höre, was ich höre und es gefällt mir ganz außerordentlich gut. Chapeau, Crematory!

 

Dirk

8,5/10 Talkern


VÖ: 15.4.2016 - Label: Steamhammer / SPV



 

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