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PEST HOLE - Wizards - Album Review

Es gibt Momente, in denen muss man sich einfach mal erden, um zu begreifen, woher man kommt und vor allem, was man sich in der Vergangenheit pausenlos durch die Radartüten gepfiffen hat. Was liegt da näher, als sich das zweite Album der Jungs von Pest Hole zu geben.

Pest Hole stammen aus Finsterwalde und lärmen sich nunmehr seit 2013 durch Brandenburgs Wälder. Der Nachfolder des 2014 veröffentlichten Erstlings "Perdition" erschien vor einem Monat und sorgte damit für einen unerbittlichen Ausklang des dahinsiechenden Jahres 2016. Das Trio um Gitarrist Martin widmet sich ausschließlich harten Klängen, deren Wurzeln unüberhörbar dem guten alten Punk zuzuordnen sind. Rhythmisch erinnert mich der rumpelnde Antrieb des Höllenkommandos stark an G.B.H, wobei das Tuning der Drums oftmals Gedanken an alte Sepultura-Frühwerke in die Freiheit entlässt, insbesondere wenn Meister Cubi seine Toms abklopft.  

Der erste Eindruck dieses infernalischen Crust Punk-Gewitters, das ohne Thrash- bzw. Death Metal-Elemente nicht auskommt, war relativ ernüchternd, doch spätestens nach der dritten Runde zündet dieser Sud, gemacht aus bösartigen Kompositionen, jene zu keinem Zeitpunkt die Marke von 3:00 min überschreiten. Einzige Ausnahme, das über sechsminütige Titelstück namens "Wizards".

Pest Hole holzen binnen einer halben Stunde sämtliche Wälder Brandenburgs ab, was selbst ihrem Heimatort eine andere Namensgebung verschaffen dürfte. Geschredder und Gesäge, Gekloppe und Gebolze, dass selbst ein ausgewachsener Pflug erblasst vor Neid, wenn er sieht, wie Pest Hole mit ihrem Sound ganze Landstriche umpflügen - und immer schön im Arbeitsrhythmus des Punks, meine Herren! Zwischen all der finsteren Attitüde tauchen immer wieder herrliche Riffs auf, die ein ums andere Mal von lockeren Soli des Saiten-Hexers überrollt werden. Von wegen, es rumpelt nur! So stell ich mir ein ambitioniertes Album in der Independent-Sparte vor. Eigen, kompromisslos und dennoch mit einem gewissen Stil, der darauf schließen lässt: hier machen die Instrumente das, was ihnen auf brutalste Art und Weise abverlangt wird. 

Auch wenn die Produktion des öfteren übers Ziel hinausschießt und man das Gefühl hat, die Studio-Kompressoren haben bald ihre letzte Frequenz geröchelt, kann sich das Gesamtergebnis durchaus sehen lassen. Fraglich ist auch, ob man in diesem Genre überhaupt 'nen anderen Sound benötigt? Ich denke nicht. 

Der Prior



VÖ: 16.12. 2016 - Label: Independent 


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