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Aborted, Origin, Exhumed & Miasmal Live Review - 29.11.2014 Berlin Lido

Fette Tourpackages sind im Jahr 2014 zu finden wie Sand am Meer. Das brutalste Paket sollte jedoch im Namen der "Hell Over Europe" Tour durch sämtliche Staaten des Kontinents tigern. Vor den Karren wurden dabei keine geringeren als Aborted, Origin, Exhumed und Miasmal geschnürrt, soll heißen, Brutalität in ihrer reinsten Form. Ein Austragungsort der herbstlichen Schlächterei sollte das Berliner Lido sein, ein unglaublich atmosphärischer Club, der für die kommende musikalische Untermalung nicht hätte besser sein können.

Bereits 18.45 Uhr eröffneten MIASMAL aus Göteborg die Spiele. Die seit 2007 existierende 4er-Kombo kommt mit feinstem Old-School-Death daher und dürfte vielen noch gänzlich unbekannt gewesen sein. Wie sich herausstellte allerdings völlig zu unrecht, und wie mir diese Büchse der Pandora - in Sachen Todesblei der ganz alten Schule - so lange verborgen bleiben konnte, ist mir jetzt noch schleierhaft. Old-School as Hell schmetterte der Schweden-Vierer den bereits Anwesenden ein Set um die Ohren, das selbst den Allmächtigen von seinem Schemel holt. Mit einem gesunden Mix der schnelleren Art aus Rock und Death-Metal spielten sich die Nordmänner definitiv in meine CD-Sammlung. Bei dem derzeitig aufblühendem Old-School-Trend hinsichtlich neuer Bands, dürften sich die Jungs wohl schnell einen Platz unter den Top-Five erspielen.

Die Alte-Schule-Keule wurde danach direkt an die Todesblei-Maschinerie EXHUMED abgegeben. Die Amis gehören seit eh und je zur Speerspitze in Sachen Death-Metal/Grindcore und haben die Fusion beider musikalischer Richtungen völlig verinnerlicht. Genau diese Authentizität spiegelt sich auch in der Bühnenpräsenz des Quartetts wider. Die Showeinlagen des verrückten Doktors - begleitet von abgrundtiefem Gegrunze von Bass-Tier Matt "Slime" Ferri - bezeugen, dass das Berliner Publikum auf der gleichen Humorschiene fährt wie Exhumed. Horroszenarien von ach so bösen Death-Metal-Covern werden bei dem Ami-Vierer buchstäblich zur Realität: Da wird der Gitarrist doch kurzerhand mal auf der Bühne erdrosselt, in der nächsten Minute aber wieder mit einem halben Liter Bier aus der Bierbong of Death zum Leben erweckt. Wie bei Exhumed mittlerweile obligatorisch, gönnte sich der Doktor am Ende noch ein blutiges Bad in der Menge, schließlich hat er sich das ja nach dem ganzen Morden auch verdient. Bei einigen Bands könnte man denken, solche Showeinlagen sollen musikalische Fehlschläge vertuschen. Exhumed haben jedoch nix zu verstecken und machen sich durch solche Nummern nur unsterblicher als sie eh schon sind! Chapeau meine Herren!!



Mit ORIGIN verschob sich der melodiöse Rahmen (Melodie? Ist klar, Robby! Anm. Red.) in Richtung Technical-Death-Metal. Das Lido füllte sich nun schlagartig, denn im Gegensatz zu mir, wusste der Großteil des Publikums wohl bereits, was nun folgen sollte. Die vertonte Brutalität, mit einem Jason Keyser als Frontmann in Sachen Charisma bestens ausgestattet, bot ganz großes Todesblei-Kino dar. Ob Mosher, Headbanger oder Stagediver, bei Origin war für jeden was dabei. So mussten sich die Jungs im Pit von Moralapostel Keyser schließlich auch noch eine Predigt darüber anhören, dass doch bitte jeder Stagediver einem Meer von Händen entgegenspringen sollte, woraufhin er sich letztendlich selbst in die johlende Menge warf. Von dieser Kombo kann sich selbst Schmidts Katze noch eine kräftige Scheibe abschneiden!! Die Silent-Wall-of Death mit der Message: "Wir brauchen keine Breakdowns, um eine Wall of Death zu zelebrieren" zeigte, wie sehr Origin Berlin im Schwitzkasten hatte. Sollte euch der Name Origin demnächst auf irgendwelchen Konzert- oder Festivalflyern neugierig machen, sei euch eins gesagt: Geht hin und lasst euch die Rübe waschen! Diese Jungs haben Feuer unterm Hintern! 

Nun lag es an den mächtigen ABORTED diesen Abend gebührend abzuschließen und die letzten Nackenmuskeln der anwesenden Meute zu durchtrennen. Und unter keinem anderen Stern standen die folgenden 65 Minuten, denn ohne Kompromisse und langatmige Ansagen prügelten die Belgier ihr Set solide runter. Auch Exhumed-Sänger Matt Harvey bekam bei "Coffin Upon Coffin" nochmal die Chance seine Engelsstimme zu präsentieren. Erfreulicherweise feuerten Aborted Songs von nahezu jedem Album ab, sodass für jeden Fan der Schlachttruppe etwas dabei war. Ob "Coronary Reconstruction", "The Holocaust Incarnate" oder der Opener "Meticulous Invagination", jeder Brecher wurde mit rollenden Circle Pits und Langhaarpropellern abgefeiert. Selbst nach dem grandiosen Gig und einer Zugabe, forderte die hungrige Meute noch mehr hartmetalisches Liedgut. Aborted haben in dieser guten Stunde jedoch genug Berliner Skalps gesammelt, sodass sich Vokillist Sven De Caluwe anschließend noch mit ruhigem Gewissen am Merchstand den Fragen der Anhängerschaft stellen konnte.

Nun ist die "Hell Over Europe" Tour leider auch schon wieder Geschichte! (Robby meint wohl Berlin, denn die Tour endet erst am 20.12. in Essen. Anm. Red.)  Neben den unweigerlich erstklassigen Bands bleibt noch hervorzuheben, dass ein Konzertabend selten straffer und besser organisiert war, als an diesem Abend. Kein Soundcheck länger als 15 Minuten und dennoch gab es an dem Boxen-Output nix zu beanstanden. So sollten wir bereits auf das nächste Jahr blicken und uns überraschen lassen, welche schwarz verfaulten Death-Metal Perlen uns dann den Saft aus der Hirnrinde drücken.

In diesem Sinne: "No longer in control, I crave the dead, One with the dead, I am"!

Robby

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