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Protector / Harmony Dies / KroW Live Review Berlin Cassiopeia

Protector, Harmony Dies & KroW spielten am 3. Oktober im Cassiopeia zu Berlin. Grund genug unsere neuen Shirts von metaltalks.de spazieren zu tragen. Langsam wird es temperaturtechnisch sehr ungemütlich in Berlin, und so trug es sich zu, dass eine geschmückte Lederjacke nach der anderen die Revaler Strasse in Richtung Cassiopeia passierte. Ich hatte mir noch schnell unseren Punker Clemens eingepackt, der wiederum auf seiner Jacke mehr Nieten präsentierte, als alle angetretenen Thrash Metal-Veteranen zusammen. Und sie kamen in Scharen. Fein säuberlich sortierten sich die üblichen Verdächtigen in jene Schlange, welche sich langsam und gierig die Stahltreppe zum Cassiopeia empor schob.

Wie bei jedem kultigen Event war erst einmal Begrüßungszeit angesagt. Man konnte beobachten, wie die bereits eingetroffene Meute jedes bekannte Gesicht würdigend im Inneren des Clubs aufnahm. Es war wie bei der Rückkehr alter Krieger, nach einer fürchterlichen Schlacht. Die Schlacht war der Alltag, die Festhalle der Könige folgerichtig das Cassiopeia. Sie waren alle angetreten! Warrior für Warrior betrat den Saal, während die Anwesenden langsam nickend ihre Zustimmung erteilten. Einmalig und Gänsehaut pur! Fachsimpelnd fieberte das bierseelige Volk dem Konzert entgegen. Aus den Tiefen des Clubs drang ein unheilbringendes Grummeln. Richtig, die brasilianische Band KroW läutete mit ihrem Death / Thrash den Festakt ein.

KroW spielten sich sprichwörtlich den Arsch ab. Die überwiegende Mehrzahl der Krieger versank zu diesem Zeitpunkt noch in biergeschwängerten Gesprächen, in denen alte Heldentaten ausgewertet wurden. Wahrscheinlich gehört es für einen Opener zum allseits gewohnten Bild, vor einem locker gefüllten Saal spielen zu müssen, indes am Tresen Gedränge herrscht. Was soll's, besteht doch immerhin die Möglichkeit, dass KroW in den Gesprächen thematisiert wurden und in Zukunft Ruhm erlangen werden.

Nach einer relativ intensiven Umbaupause, lag endlich etwas Spannung in der Luft, denn Harmony Dies waren angetreten, um den verdammten Club dem Erdboden gleich zu machen. Inzwischen sind die Berliner zu einem sechsköpfigen Death Metal Monster avanciert. Warum auch nicht, viel hilft viel und macht mehr Krach, oder? Und dann brach er los, der Feuersturm aus dem Hause der sterbenden Harmonien. Unglaublich, welche Energie das Sechstett in den Saal pumpte. Völlig cool und professionell zockten die Jungs ihren Gig runter. Ein totbringender Knochenbrecher folgte dem anderen. "I'll Be Your Master", was für eine Walze! Ich liebe es! Hier war kein Platz für Hooklines, hier gab es ausschließlich auf die gereizten Augen. Harmony Dies gehören ohne Zweifel zu den Bands des Genres, die sich im Laufe der Jahre einen Namen gemacht haben und ihre Position gerade mit Live-Auftritten eindrucksvoll behaupten. Ich würde mir wünschen, dass sie mit einem neuen Album aufwarten könnten und in Zukunft noch viele Läden mit ihren brachialen Soundwalzen in Schutt und Asche legen. Beeindruckend!

Der Höhepunkt des Abends rückte unaufhaltsam in greifbare Nähe. Protector waren unanfechtbar der Hauptgrund für das große Treffen alter Freunde und Krieger. Ohne viel Gewese ging es sofort in die erste Runde. Martin Missy, Sänger und einziges Protector-Mitglied aus grauer Vorzeit, kam sehr authentisch & vor allem sympathisch rüber. Absolut kein "ich bin der coolster Thrasher"- Scheiß! Die Musik stand im Vordergrund und so kam es, dass Martin sogar ein Bad in der Menge nahm & sich seine Jungs einige Minuten lang aus der Perspektive der Fans betrachtete, Handabschläge und Huldigungen inklusive. Der bereits seit 2006 in Schweden wohnende Martin, steuerte seine Protectoren routiniert durch die Songsammlung alter Tage. "Misanthropy", "Golem" & "Urm The Mad" sollten nicht fehlen, sogar das (meiner Meinung nach unterbewertete) "The Heritage"-Album wurde berücksichtigt. Die Stimmung im Cassiopeia war außerordentlich gut, alle Beteiligten hatten ihren Spaß und man sah nur in zufriedene Gesichter.

Vor der Bühne wurde gebangt bis zur totalen Nackensteife, einzig die fetten Fotomaschinen nervten ein wenig. Wenn in einem relativ kleinen Club 5 Presseleute - mit Kameras so groß wie 'ne Gitarre - der Band die Okulare permanent vor die Latichte halten, und die Fans sich dahinter einreihen müssen, dann sind es irgendwann einfach alle nur noch leid. Ich habe mich daher auf wenige Fotos beschränkt, jedoch sollte es im Normalfall aber auch ausreichen. Der allgemeinen Stimmung tat es keinen Abbruch und so wurde Song für Song lauthals abgefeiert. "Kain & Abel" ist von Martin mit dem bekannten "Fans antworten auf die Einleitung des Fronters" in Szene gesetzt worden. Martin: Kain and! Der wütende Mob: Aaabeeeellllll ! Zeitweise hatte man das Gefühl, dass die Stimmbänder ihren Besitzern aus dem Hals schwabbeln würden - so hat der Mob gebrüllt. Martin Missy wurde später zwischen den Fans gesehen, wo er sich bereitwillig den Fragen stellte und für die ein oder andere Fotosession herhalten musste.

Alles in allem war es ein denkwürdiger Abend, der - so die Protectoren wollen - Wiederholung finden sollte. Der Veranstalter D:I:D Event hatte wieder einmal  für ein sehr interessantes Konzert gesorgt, gute Vorarbeit an den Tag bzw. die Nacht gelegt sowie einen reibungslosen Ablauf gewährleistet.  Die Shirt-Preise lagen lediglich bei 10,- Euro pro Textil, der Ticketpreis war mit 16,- Euro an der AK sehr moderat & das Cassiopeia die passende Location. Ein großes Dankeschön an die Herren von D:I:D Event, wenn doch bloß jedes Konzert so hammermäßig sein würde.

Dirk

 

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