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Blues Pills +Truckfighters + Jex Thoth - Live Review - Astra Berlin 21.3.15

Das war doch mal wieder ein Highlight der Extraklasse. Was in Erfurt aus der Taufe gehoben wurde, fand gestern im Berliner Astra seine Fortsetzung und schon heute tobt die Rock Revelation Tour mit BLUES PILLS, den TRUCKFIGHTERS und JEX THOTH in Dresden. Ein durchaus interessantes Tourpaket, auch wenn die Truckfighters mit ihrem intensiven und überaus großartigen Stoner Rock etwas aus der Art schlagen.

Als wir das Astra betraten, war der Club bereits gut gefüllt. Jex Thoth verrichteten ihr dunkles Handwerk nach allen Regeln der Kunst, will heißen, das Konzert der Doomster hatte schon an Fahrt aufgenommen. Als Psychedelic Rock und Doom Metal, so könnte man den Sound der 2007 gegründeten US-Rocker bezeichnen, wobei der Doom Metal-Faktor nur in Fragmenten enthalten ist. Jex Thoth wirkten sehr mystisch und machten keinerlei Anstalten ihren okkulten Charakter zu verstecken. Zäh, schleppend und doomig rollten Jex Thoth ihre Musik dem Ende der menschlichen Zivilisation entgegen, dabei ist die Stimme von Jex wie ein rettende Laterne in endloser Finsternis zu sehen, die ein ums andere Mal an die Sängerin von Siouxsie And The Banshees (1976 gegr. UK-Band - u.a. Robert Smith - The Cure) erinnerte, zumindest was einige Facetten betrifft. Ein solider Gig, dessen Höhepunkte gerade durch die Gesangsleistung von Fronterin Jex gesetzt wurden. Die Menge verabschiedete Jex Thoth mir einem Höflichkeitsapplaus, wohl wissend, dass die Truckfighters in Kürze das Zepter übernehmen werden. 

Und wie sie es übernommen haben, auch wenn sich  die Fighters an diesem Abend mit der Rolle des zweiten Headliners  zufrieden geben mussten, wirkten sie wesentlich kontakt- und spielfreudiger als zuletzt im Berliner Lido. Das Energiepotential der Schweden ist freilich immer sehr hoch, doch diesmal setzen sie noch einen oben drauf. Insbesondere die Interaktion mit der Crowd kam um einiges Besser rüber, als es im Lido der Fall war. Was nun folgte, war der Kampf eines Trios, das sich der Wirkung der nachfolgenden Band durchaus bewusst war. Einen sauberen Mix aus neuen und alten Songs, ein steiniges Wüstenbrett, trancegeschwängerte Minuten, Fuzzy-Gitarrenwände und jede Menge ölgetränkter Wüstensand, das boten die Truckfighters der brodelnden Menge im Berliner Astra. Zwar hätte der Gig auch durchaus länger sein dürfen, und auch eine Zugabe wäre nicht schlecht gewesen, aber ein Zeitplan ist eben ein Zeitplan und diesen galt es einzuhalten. Held des Abends war ganz klar der Mann hinter der Fighter-Schießbude (Axel Larsson), der mit seiner überaus genialen Drum Performance dem Gig der Schweden die Krone aufsetzte.

Eine energetische Steigerung der Fighter-Performance würde es nicht geben, soviel war sicher, doch wer Blues Pills schon einmal live erleben durfte, der weiß, die multinationalen Senkrechtstarter um Frontdame Elin Larsson beziehen ihre Energie aus anderen Quellen. Ein magischer Mix, bestehend aus drei Säulen, charakterisiert die Musik der Blues Rocker: Elins unglaubliche Stimme, Dorians einmalige Gitarrenarbeit und der typische Pills-Groove, der logischerweise durch Bassist Zack und Drummer André erzeugt wird. Genau diese Stärken spielten Blues Pills auch im Berliner Astra aus und so wunderte es uns nicht, dass die astrale Hall of Rock das zweite Mal an diesem Abend überkochte. Freunde, das so etwas  im Jahre 2015 noch möglich ist. Ob Truckfighters oder Blues Pills, beide Bands formten ihren Sound in Gefäßen vergangener Musik-Zeitalter und es ist verdammt großartig, dass es diese Bands gibt. Wen Elin Larsson an diesem Abend mit ihrer Stimme nicht in den Bann zog - was wohl kaum der Fall gewesen sein dürfte - den suchte Dorian Sorrioux mit seinem grandiosen Spiel auf dem Sechssaiter heim. Nach einer Zugabe ging auch dieser Abend viel zu früh dem Ende entgegen. Einziger Wermutstropfen: Irgendwie wirkte alles etwas geplant und künstlich kurzgehalten, aber das ist gewissermaßen Ansichtssache. Ansichtssache ist wohl auch, welche Band auf der Rock Revelations Tour 2015 die Nase vorn hat. Gestern waren es die Truckfighters, und heute sind es vielleicht Blues Pills. Fackt ist, mit Blues Pills und den Truckfighters im Gepäck, kann einfach nichts schiefgehen. Zwei Bands, von denen wir auch in Zukunft noch einiges hören werden.

Rock on!



 

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