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GUNS N' ROSES - Live Review - 22.06.2017 Hannover Messegelände

Legenden, Helden, Vorbilder. Schon Genrationen vor uns feierten die "gefährlichste" Band der Welt. Mit ihren Skandalen, Drogen & Alkoholkonsumen machten GUNS' N ROSES nicht nur Schlagzeilen, sie wurden durch ihre Musik zu einer Art aggressivem Kult der 80er und 90er Jahre. Wer in dieser Zeit aufgewachsen ist, die Band vllt. das ein oder andere Mal live sah, weiß sicherlich, wovon ich spreche.

Mein Dad spricht noch heute von dem Konzert, als er am 26. Mai 1992 Soundgarden & Guns n' Roses im Berliner Olympia Stadion erleben durfte. Und nun war die Zeit gekommen, in der ich das mit meinen 26 Lenzen ebenfalls erleben darf. Die alten Herren um Axl Rose und Slash würden nun in wahrer Gestalt und Originalbesetzung auftreten. Wer so wie ich, Fan der ersten Stunde ist (ja ich bin mit rotem Bandana und Sonnenbrille auf die Welt gekommen), nimmt jeden gottverdammten langen fucking Weg auf sich, auch wenn er über die von Baustellen umzingelten A2 führt. Umliegende Hotels waren komplett ausgebucht, ganz Niedersachsen nahm für dieses Großereignis die unaufhaltsam heran rollenden Gäste auf.

Im Hotel angekommen, saßen bereits die ersten Gestalten in der Lobby, was mich persönlich sehr freute, da sich die Begegnungen in einer der wichtigsten Messe-Städte Deutschlands doch ein wenig verlaufen. Der Witz war, niemand von uns hatte geahnt, wie viele Leute heute am Ort des Geschehens aufkreuzen würden. Messegelände, ja was heißt das schon. Also ab in die Straßenbahn und los. Wunderbar, dass die Tram der niedersächsischen Hauptstadt Nachrichten via Monitor anzeigt: "Guns 'n Roses in der Stadt ... 70.000 Leute ...". What?

An der Messe angekommen, gleich erstmal verschärfte Sicherheitskontrollen. Nach diversen Vorfällen sicherlich richtig, verlangsamte jedoch das Durchkommen immens. Der Weg Richtung Halle 24, 25 & 26 verlief über das komplette Gelände, sodass es zunächst wie ein normaler Konzertbesuch aussah. Hier und da ein paar Grüppchen, Merch Stände & die ersten Pöbler (das Bier kostete 6,00 € und die Ausschenker waren überfordert). Dann eröffnete sich uns der Platz: Wie beim Einzug ins heiß ersehnte Paradies, lag die Open Air Bühne endlich vor uns. Gänsehaut. Unvorstellbare Größe, Menschenmengen, Bierstände & Fressmeilen. Festivalcharakter. Das Mekka eines jeden Metallers & Rock-Fans. 

Den musikalischen Einstieg an diesen herausragenden Abend machten Phil Campell und seine Bastard Sons. Geile Mukke, Gänsehaut pur. Und - wie sollte es anders sein - ein Motörhead Song. Wieder Gänsehaut. Soundtechnisch einwandfrei in Szene gesetzt, heizten PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS die Stimmung ordentlich an. Wem Phil und seine Bastarde noch nicht bekannt sind, dem sei an dieser Stelle gesagt, das der ehemalige Motörhead-Gitarist im letzten Jahr bereits eine EP veröffentlichte und seit kurzem bei Nuclear Blast unter Vertrag steht. Da kommt noch etwas, versprochen. Nach einer viel zu kurzen Show, die bei den Massen definitiv Emotionen auslöste, ließ der zweite Support nicht lange auf sich warten: Killing Joke, die altvorderen UK-Punker, die in den 80er Jahren mit diversen Einflüssen den guten alten Punk auf die Probe stellten, lärmten das Messe-Areal mit allem zu, was den klassischen Rockfan krank macht! Mir persönlich zu abgefahren, viele psychedelic Einflüsse, die meiner Meinung nach das Können der Campell Familie in den Hintergrund rückte. Wie dem auch sei, Killing Joke sind Kult und aus dem Punk- & Rockzirkus der bunten Achtziger nicht wegzudenken - und aus diesem Grund eine sinnvolle Brücke zum Auftritt des Headliners. Schönes Schmankerl, Jaz Coleman und seine Jungs performten zu Ehren Chris Cornell's (R.I.P), dem erst kürzlich verstobenen Soundgarden-Frontman, einen Song. 

Es wurde dunkel. Nicht nur, dass die Sympathie für den Teufel stieg, nein, es zogen Gewitterwolken auf. So wie sich das heutzutage (leider) für ein Sommer-Festival gehören würde. GUNS N' ROSES ließen weiter auf sich warten, es blitzte gefährlich. Statt Colts und Rosen - lediglich der Veranstalter, schnelles Bla Bla der Sicherheit wegen. Wenn es sich zuspitzt, müssen wir den Platz verlassen usw.... Laber Rhabarber, doch Recht er hat. DENNOCH, WIR WOLLEN GUNS' N ROSES SEHEN!

Aber dann passierte wirklich, GUNS N' ROSES enterten die Bühne, der erste quäkende Ton, sie waren es - wahrhaftig! Ekstase, höchste Euphorie, 70.000 Menschen tobten. Nach den ersten 2 Songs, Slash spielte gerade "Welcome To The Jungle" an, pure Enttäuschung ... das Konzert musste unterbrochen werden. 70.000 Menschen verließen fluchtartig das Gelände, wunderbar, wie wir uns in der Dixi-Klo-Halle einsortierten. Dem Gott des Hopfens galt nun unser Dank, es gab Bier. Nach ca. 20 min. war der wolkenbruchartige Hagelregen vorübergezogen, also die Scharen wieder raus, die Bühne wurde gefönt, der Veranstalter gab die Ansprache, GUNS N' ROSES kehren in knapp 30 min. zurück & es würde weitergehen. Die Zeit war fast um, Colts & Rosen raus, der Mob positionierten sich erneut...wieder Gewitter. Ihr ahnt es schon - und nochmals alle in die Dixi-Klo-Halle, indes das Bier - war nun fast alle. Ernüchterung. Wird das Konzert abgesagt werden? Würde das Unwetter jemals aufhören? Mittlerweile war es 22.15 Uhr.

Kurz um, das Gewitter zog vorüber, der restliche Regen störte keine Sau, GUNS' N ROSES kehrten zurück. Mit "Welcome To The Jungle" hätte es für diese Situation keinen gelungeneren Einstieg geben können! Es war einfach großartig. Keine Spur von Erschöpfung oder Unvermögen. Der dicke alte Mann mit seiner american Cop Sonnenbrille, seinem roten Bandana und dem 20 Jahre alten Hut machte seine Sache unglaublich gut ! Dass diese Band solch eine Reunion schaffte, war überragend. Duff McKagan und Slash wurden wie Heros bejubelt, jeder Einzelne von uns hätte den Preis im besten Luftgitarrenspiel gewonnen. Einzig die Länge der Gitarrensoli (ja ich weiß, die sind Markenzeichen), wurden mit der Zeit etwas lästig, hatten wir uns doch seit knapp 5 Stunden die Beine in den Bauch gestanden. Plötzlich dann die riesige Überraschung, Axl holte seinen Gast auf die Bühne, der niemand geringeres als Mister Angus Young war ! Gemeinsam schrien, tanzen und bangten wir zu "Whole Lotta Rosie". Es kratzte uns die Lauscher aus der Fresse, so laut waren die Boxen eingestellt. 

Mit "Civil War", "November Rain" und "Sweet Child 'O Mine" spielten GUNS N' ROSES an diesem Abend weitere, wahre Song-Legenden. Den Abschluss, mittlerweile ging es auf 00.30 Uhr, läutete dann "Knocking On Heavens Door" ein, wie sollte es anders sein. Unfassbar, so neigte sich eine unglaublich aufregende, nasse und doch großartige Nacht dem Ende. Ein unvergessener Abend - Danke! 

Lisa


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