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"Battle for 4" - die Schlacht auf metaltalks.de ist eröffnet. Ziel dieser musikalischen Rangelei ist es, der fortwährenden Veröffentlichungsflut die Stirn zu bieten. Wir hoffen dadurch noch mehr Bands in den Focus zu bringen und gerade den nicht so bekannten Formationen die Möglichkeit zu bieten, ihre Musik einer breiteren Masse vorstellen zu können. Dass dabei die ein oder andere Band nicht so gut abschneiden wird, sei uns verziehen. Aber auch hier gilt: wir machen keine Band sinnlos platt! Früher oder später bildet sich eh jeder potentielle Fan seine eigene Meinung.

"Battle for 4" ist ähnlich den früheren Besuchen im Plattenladen deines Vertrauens. Das Geld war begrenzt, einige Neuveröffentlichungen standen zur Auswahl und wurden vor Ort angetestet, wobei eine CD oder LP in der Regel nach Hause wanderte. Die Entscheidung fiel zwangsläufig kurzfristig, womit die Bands nicht sonderlich viel Zeit hatten, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die jeweiligen Spielarten der Bands können sich dabei durchaus überschneiden. Natürlich werden wir darauf achten, dass es immer einen gemeinsamen Nenner gibt, der die unfreiwilligen Kämpfer verbindet. Von Hard Rock & Heavy Metal bis hin zum Grind Core, wird in Zukunft alles vertreten sein. Wir beleuchten insbesondere die Themen Sound, Vocals und vor allem, ob die Songs einen Wiedererkennungswert besitzen. Bei allem was uns heilig ist, es kann bloß einen Sieger geben. 


Battle for 4 - Orkan vs. The 3RD Attempt vs. Lucifer's Child vs. Blackosh

 


Battle for 4 - Die Spielregeln!


Lang ist's her, das letzte Battle for 4. Dieses Mal werden ins dunkle Reich des Black Metals geführt. Das Prinzip dieser "Schlacht für 4" ist bekannt. Vier CDs liegen vor, die in irgendeiner Form einen gemeinsamen Nenner haben. Du stehst beim Plattendealer Deines Vertrauens und musst dich innerhalb kurzer Zeit für ein Exemplar entscheiden. Uns liegen die CDs von Orkan, The 3RD Attempt, Lucifer's Child und Blackosh vor - alle im September 2015 erschienen, bis auf Blackosh's "Whores, Booze & Black Metal ", welches erst am 27. November 2015 das Dunkel der Welt erblickt. It's Black Metal Time!


Orkan - Livlaus - Dark Essence Records - VÖ: 11.9.2015

Die Norweger Orkan schwingen mit "Livlaus" ihr zweites Album in die Battle for 4-Arena. Ein wichtiger Aspekt ist - und dabei ist es mir völlig egal, was allgemein als Kult angesehen wird - die Produktion der Langrille ist für Black Metal-Verhältnisse ansprechend. Orkan führen ihr Black Metal-Schlachtross über 'nen mit Thrash Metal getränkten Boden, dabei sorgen gerade diese Elemente für Abwechslung, obwohl auch seichtere Akustikpassagen für Aufatmen sorgen, bevor die räudige Schwarzmetall-Peitsche ihr finster-monotones Werk verrichtet und das Schlachtross allzu gleichförmig ins Feld führt. Heroische oder gar Epische Gefühle weckt das Album nicht - Standard eben, der zwar Respekt verdient, jedoch so richtig will mein Herz nicht kalt und dunkel werden.


Blackosh - Whores, Booze & Black Metal - Iron Bonehead VÖ: 27.11.2015 

Auch wenn man den Sound als sehr eigen beschreiben kann, ist es die mit Abstand muffigste Produktion in diesem Battle. Volume-Regler hoch und durch! Schon die ersten Tracks machen klar, Blackosh setzen auf Extravaganz und wirken nicht nur speziell, das Ganze kommt sehr authentisch rüber und besitzt gegenüber den anderen Outputs eine gewisse Widerwärtigkeit, die mir schon nach dem 2. Durchlauf ausgesprochen gut gefällt. Vielfalt steht auf der schwarzen Agenda, während das Drumming ein ums andere mal aus dem normalen Schema ausbricht. Blackosh ist zwar nur aus einer Laune bzw. Schlechtlaune lärmender Musiker entstanden und wird durch das Label lediglich als Projekt eingeführt, doch die 2010 gegründete tschechische 2-Mann-Band Blackosh, um Mastermind Petr"Blackie" Hosek, kann auf "Whores, Booze & Black Metal" mit einfachsten Mitteln und einem gewissen Alleinstellungsmerkmal überzeugen. Neue Gebiete werden selbstverständlich nicht erobert - Track 2 "Ve spiknutí se Satanem" erinnert stilistisch gar an Kreator's "Endless Pain" - doch hebt dieses Album seinen pechschwarzen Kopf aus dem finsteren Sumpf dieses Battles. Ob es die hasserfüllten Vocals oder die eigentümlichen Strukturen sind, ich vermag es nicht zu sagen. 


The 3rd Attempt - Born In Thorns - Dark Essence Records - 25.9.2015

Der Weg führt uns erneut nach Norwegen, genaugenommen nach Kristiansand, von wo aus The 3rd Attempt seit 2014 ihre teuflischen Botschaften in die die Welt entsenden. Die Produktion ist ohne Fehl und Tadel, klingt für Black Metal aber schon fast etwas zu modern. Handwerklich auf alle Fälle besser als die anderen drei Studioarbeiten, wobei das Equipment sicher auch hier eine Rolle spielte. Kompositorisch durchaus vielschichtig, berühren mich die Songs der ex-Carpathian Forest Gitarristen nicht so sehr, wie das abnormen anmutende Liedgut der Tschechen Blackosh. Auch The 3rd Attempt liefern mit ihrem Debüt ordentliche Schwarz-Kost ab, doch so richtig nervös wird der gehörnte Huf-Derwisch hinter seinem Feuerkessel nicht. "Born In Thorns" gehört zu den Alben, die jeder abnicken wird, doch die Frage nach dem Warum, ist wieder einmal schwer zu beantworten. Vielleicht ist das Album nicht belanglos, aber die Songs tönen, als wenn man sie schon tausendfach gehört hat und daher werden sie weder im Langzeitgedächtnis abgespeichert noch lösen sie ein lockeres Augenbrauenzucken aus. Da helfen weder die zart erkennbaren Punk und Thrash Einflüsse.


Lucifer's Child - The Wiccan - Dark Essence Records - 25.9.2015

Okkulter Progressiv Black Metal gefällig? Will man der Label-Info Glauben schenken, dann spielen die 2013 gegründeten Griechen eben diesen, was sich in erster Linie durch Songs wie Track 2 heraus kristallisiert. Dominant bis deplatziert, wirken hier die Keyboard-Elemente. Gottseidank beschränken sich Lucifer's Child nicht selten auf die Basics und so frage ich mich des Öfteren, wo denn nur all die Progressiv-Elemente sind. Uff, der vierte Songe im Bunde macht aber an der Prog-Front wieder alles klar. Vergesst meine eingangs erwähnten Zweifel, denn letztlich etablieren sich im Laufe der 8 Songs für BM untypische Sounds und Elemente, die nur noch durch die prägnanten Vokals von Marios Dupont in der Spur gehalten werden. BM-Puristen wird es nerven, Prog-Spezialisten wird es zu schwarz sein. Interessant ist diese Mixtur allemal, doch ob sich George Emmanuel (Rotting Christ) mit seinem Prog-Experiment einen Gefallen tat? Künstlerische Freiheit, neue Wege, Kreativität - alles wichtig - zumindest für den Meister selbst. Der rote Faden ist für mich auch nach dem X-ten Durchlauf nicht erkennbar. "The Wiccan" - Nummer 6 und Titeltrack - kokettiert gar mit psychedelischen Post Hardcore-Elementen, die zusätzlich noch mit angetäuschten Metalcore Bassdrops gespickt wurden. Doomig und episch legt sich Track 7 auf meine kranke Seele - unglaublich! Es reißt mich auseinander.


Die Entscheidung drittes Battle for 4 :

  1. Blackosh's "Whores, Booze & Black Metal" http://www.blackosh.com/
  2. Lucifer's Child - The Wiccan http://www.luciferschild.net/
  3. The 3rd Attempt - Born In Thorns http://3rdattempt.bandcamp.com/album/born-in-thorns
  4. Orkan - Livlaus https://www.facebook.com/ORKANMETAL/

Ganz wichtig, es handelt sich hier nicht um fundierte Album Reviews. Dieses "Battle for 4" soll lediglich den Moment simulieren, der entstand, als man vor Jahren beim Plattendealer seines Vertrauens eine Entscheidung traf, nach dem man in einige Alben reinhörte, um sich inspirieren zu lassen.

Vielleicht habt ihr es den Formulierungen schon entnehmen können. Orkan treffen mit Livlaus nicht das Zentrum der Begeisterung. Trotz solider und anbiederungsfreier Kompositionen will das Material einfach nicht hängen bleiben. Bei The 3rd Attempt erging es mir ähnlich, nur ist der Sound hier wesentlich besser, wenn auch moderner. Bleiben schließlich und endlich Lucifer's Child und Blackosh zur Auswahl. Mein Herz führt die Hand automatisch zu Blackosh, die mit ihrem Album das Widerwärtige des Black Metals mit Extravaganz und Ausdrucksstärke kombinieren. Auch wenn das Scheibchen relativ schlecht produziert ist, die Vokals in Tschechisch vorgetragen werden und ein gewisses Augenzwinkern transpostieren, überzeugt mich die Musik von Blackosh bei Weitem mehr, als die Mixtur aus Prog und Black, die Lucifer's Child uns vom Griechischen Olymp runterwerfen. Folglich trage ich Blackosh's "Whores, Booze & Black Metal" aus dem Laden, das somit auch dieses Battle gewonnen hat.




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