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Soulfly + Black Tusk Live Review 4. August 2015 - Berlin SO36

Lange ist es her, seit sich SOULFLY das letzte Mal in der Hauptstadt haben blicken lassen. Die Gebete vieler Soulfly-Tribe-Anhänger wurden dennoch erhört und Max Cavalera zog mit seinen Stadtmusikanten wieder einmal in Germanys Hauptstadt ein, um den hüftsteifen Germanen brasilianische Rhythmen in die Gehörgänge zu hämmern!

Unterstützung bekamen Soulfly dabei von den 2005 gegründeten BLACK TUSK aus Savannah - Georgia, die inzwischen auf 4 Alben und 2 EPs zurückblicken können. Als Austragungsort dieser metallischen Festspiele musste das kultige SO36 herhalten, das mehr als ordentlich gefüllt war. So zog also ein stattlicher Teil der Berliner Bevölkerung den Brutkasten am Kottbusser Tor einem Gang ins Freibad vor.



Eröffnet wurde der Abend - wie eingangs angekündigt - von den US-amerikanischen BLACK TUSK, die mit einer gesunden Mischung aus Neo-Thrash und Death n' Roll das Publikum sofort an den Lauschern packte. Ja, so könnte man den Sound der Truppe durchaus bezeichnen, zumindest in der oberflächlichen Wahrnehmung. Das die Jungs, die erst im November 2014 ihren langjährigen Basser Jonathan Athon (R.I.P.) durch einen tragischen Unfall verloren, eigentlich dem Sludge zuzuordnen sind, und wie sie selbst von sich behaupten, dem Swamp Metal, steht auf einem ganz anderen Blatt. Black Tusk gingen von Anfang an aufs Ganze und so groovte sich das Trio eine gute Dreiviertstunde durch seinen Set. Dabei überzeugten sie vor allem durch ihre enorme Präsenz auf der Bühne. Kein Zentimeter der Stage blieb unbeackert und erstaunlicherweise bewiesen sich alle drei Bandmitglieder am Mikrofon. Black Tusk sorgten definitiv für ein feines Warm Up und drückten dem einen oder anderen die ersten Schweißperlen ins Gesicht.


Diese lohnte es sich gar nicht erst abzuwischen, denn nach einer kurzen Umbaupause setzten SOULFLY die grüngelben Segel und stachen direkt in See. Das SO36 wurde kurzerhand zu einem Hexenkessel umfunktioniert, der an diesem Abend diverse Feuer aushalten musste. Feuer Nummer 1: Max Cavalera hatte am 4.8. Geburtstag! Wie sollte es anders sein, das SO36 stimmte amtliche "Happy Birthday" Chöre an und feierte seinen Protagonisten ausgiebig. Soulfly machen aktuell der Kelly Familie Konkurrenz, denn zum gegenwärtigen Live-Line Up gehören inzwischen 2 Söhne (bass/drums) des Ex-Sepultura Aushängeschilds. Apropos Sepultura: Soulfly holzten natürlich nicht nur den hauseigenen Wald ab. Weit gefehlt, sie spielten alte Klassiker wie Arise, Refuse/Resist, Territory und auch Roots und machten dem Berliner SO36 damit eine ganz besondere Freude. Max Cavalera war bestens aufgelegt und hatte die Crowd von der ersten bis zur letzten Minute im Griff. Das kommende Album "Archangel" erscheint am 14.8.2015 - was lag da näher, als 'nen neuen Song zum Besten zu geben "We Sold Our Souls To Metal", so der Titel des Neulings, ist eine Liebeserklärung an die geilste Musik der Welt und sorgte für einen nochmaligen Temperaturanstieg.

Robby

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