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Nightwish + Arch Enemy + Amorphis - Live Review Berlin Max-Schmeling-Halle 15.12.15

Wenn Nightwish in der Stadt sind, dann kann es schon mal passieren, dass sich gegen 16.00 Uhr erste Schlangen vor der Max-Schmeling-Halle bilden. Viele der wartenden Fans wollten eben ganz vorn dabei sein, um der großartigsten Symphonic Metal Band ihre Aufwartung zu machen. Doch Nightwish sollten an diesem Dienstag nicht allein zum Tanz aufspielen. Mit Amorphis und Arch Enemy hatten die Finnen zwei absolut hochkarätige Support-Bands im Vorprogramm.

Kurz nach 17.00 Uhr öffneten sich die Türen und langsam aber sicher kroch der riesige Menschen-Wurm ins Innere der Halle. Während Die-Hard-Fans zunächst sämtliche Merch-Stände okkupierten, strömten weiterhin Tausende in Richtung Max-Schmeling-Halle. Selbst als Amorphis pünktlich 18.30 Uhr die Bühne erklommen, standen noch immer Hunderte vor der Halle. Die Landsleute von Nightwish konnten sich gottseidank eines guten Sounds erfreuen und hatten somit die besten Voraussetzungen, ihre Musik einem breitgefächerten Publikum vorzustellen - und zwar in ansprechender Qualität.

Wer Amorphis seit ihren Anfangstagen kennt, der weiß, dass die Jungs als reine Death Metal Band starteten. Damals stand noch Tomi Koivusaari hinter dem Mikro, der sich inzwischen den Job an der Gitarre mit Esa Holopainen teilt, jener ebenfalls seit 1990 dabei ist. Sieht man mal vom ersten Album ab, hatten Amorphis seit "Tales From The Thousand Lakes" (1993) schon immer heiße Eisen im Feuer, nur konnten sie diese vor über 20 Jahren bei weitem nicht so perfekt umsetzen - und damit meine ich gerade ihre Live-Auftritte. Was für eine Entwicklung diese Band hingelegt hat, davon konnte man sich gestern in Berlin überzeugen. Selbst Sänger und Goldkehlchen Tomi Joutsen konnte noch einen oben draufsetzen. Dass die Gesangsperformance des Frontmannes - im Übrigen seit 2004 Sänger bei Amorphis - ein Garant für Qualität ist, war uns bewusst, doch so gut haben wir Tomi noch nicht erlebt. Ob Clearvocals oder derbe Growls, Tomi ließ nichts anbrennen und manövrierte das Schiff sicher durch die Setlist, die zu großen Teilen aus Songs des aktuellen Albums "Under The Red Cloud" bestand, welches Amorphis erst am 4. September des laufenden Jahres via Nuclear Blast veröffentlichten. Ein gelungener Auftakt und Appetizer für kommende Club-Shows!


Tomi Joutsen - Amorphis Live - Berlin - 15.12.2015

Tomi Joutsen - Amorphis  Live - Berlin - 15.12.2015

Wem die Growls des Amorphis-Shouters Tomi Joutsen eventuell zu derb waren - wovon angesichts der angereisten Nightwish-Legionen auszugehen war, der sollte aufgrund der bevorstehenden Show von Arch Enemy auf keinen Fall Hoffnung schöpfen können, denn obwohl mit Alissa White-Gluz eine Dame vor dem Mikrofon stand, gab es definitiv kein Balsam auf die Lauscher, sondern eine standesgemäße Bestrafung selbiger! Das Interessante dabei war, ahnungslose Nightwish-Jünger zu beobachten, die lediglich durch TV-Werbung o.ä. auf die Band aufmerksam wurden. Nicht selten saßen Oma und Opa völlig fassungslos dreinschauend da, zusammengekauert und mit heruntergeklappten Kinnladen, als Alissa White-Gluz über die Bühne fegte, um ihre Sichtweise der Dinge lautstark zum Besten zu geben. "Die schreit und grunzt doch nur" war des Öfteren zu vernehmen. Dass es sich hierbei um ausgefeilte, gutturale Gesangstechnik handelt, die nur von wenigen weiblichen Sängerinnen beherrscht wird, sei nur ganz nebenbei erwähnt. Fakt ist auch, dass, wer diese Technik beherrscht, Abend für Abend Höchstleitung vollbringt und verdammt auf seine Stimmbänder aufpassen muss. Respekt, Alissa!

Arch Enemy, die zweite Band des gestrigen Abends, gibt es bereits seit 1995 und auch die Schweden haben vor 20 Jahren den Kopf aus der breiten Masse unzähliger Death Metal Bands gesteckt. Heutzutage könnte man ihre Musik als Modern Death Metal bezeichnen, der sein Unheil unter einem populären Dach anrichtet. Fans der ersten Stunde sind Arch Enemy zu plakativ, Nightwish-Jüngern zu hart, doch eines liegt oder lag auf der Hand, was Arch Enemy hier boten, war absolut professionell und kann nur als gut bewertet werden. Dass mit Jeff Loomis einer der begnadetsten Gitarristen der Neuzeit auf der Bühne stand, war nicht nur eine Tatsache, es trieb uns schlicht weg eine stilechte Gänsehaut auf den Rücken. Auch wenn Jeff noch immer etwas abseits steht und daher den Eindruck erweckte, nicht voll und ganz zum Rest der Band zu gehören, ist seine Arbeit an der Gitarre ein absoluter Ohrenschmaus. (Jeff Loomis - Ex-Nevermore, 1995 bis 2010)

Arch Enemy erzeugten am 15.12.2015 wieder einmal ein absolutes Kontrastprogramm. Zum einen war da Alissa White-Gluz, die mit ihrer Bühnen-Show uneingeschränkte Aufmerksamkeit auf sich zog, doch stimmlich alle Erwartungen der Anwesenden in Grund und Boden schrie und grunzte. Einfach genial! Zum anderen war da natürlich die Band selbst, die mit ihrer geballten Erfahrung alles wegschredderte, was sich nicht innerhalb kürzester Zeit auf die Ränge der riesigen Halle rettete. Ein Blick auf den Arch Enemy-Terminkalender verriet uns, dass Alissa White-Gluz und ihr skandinavisches Abrisskommando in diesem Jahr unzählige Shows spielten. Um so verwunderlicher, mit welch einer Energie sie auch diese Show bestritten. Ob "Yesterday is Dead And Gone" (Khaos Legions - 2011), "War Eternal" oder "You Will Know My Name" (War Eternal - 2014), die Nummern haben gesessen und werden manch Ahnungslosen hoffentlich noch ein paar Tage durch den Alltag begleiten. Daumen hoch!


Arch Enemy - Alissa White-Gluz - Live - Berrlin - 15.12.2015
Arch Enemy - Alissa White-Gluz - Live - Berrlin - 15.12.2015

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