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EXPLORER "Shout In The Fog" Review

Wo sind die Punks unter Euch? Der Sound der Italiener erinnert nämlich verdammt an eine Zeit, als G.B.H. in den Achtzigern die Metal-Szene mit "City Baby Attacked By Rats" unterwanderten, im positiven Sinne - versteht sich. "Shout In The Fog" erblickte am 12. September 2014 via Iron Shield Records das schummrige Licht des Undergrounds.

Ich bin froh, dass ich dieses Album erst einmal zurückgestellt habe, bevor ich mich nun mit einem Urteil zu Wort melde. Zugegeben, anfänglich viel es mir sehr schwer, das Material einzuordnen und eine fundierte Meinung abzugeben. Mit etwas Abstand zu den ersten Hörerlebnissen - und die Scheibe trudelte wirklich oft - klettern mir nun die Sätze wesentlich leichter aus der geschundenen Tastatur meines Rechenknechts. Here we go:

Explorer existieren seit 2004 und haben bisher ein Demo, 'ne EP sowie eine Split und zwei Studioalben veröffentlicht. Letzteres der Studio-Langrillen ist Gegenstand dieses Reviews. Explorer sind in Italien zu Hause, genauer genommen stammen sie aus Reggio Emilia, das ist in etwa da, wo der Italienische Stiefel den Knöchel abdeckt, wenn man ihn nur anziehen könnte. Die Liste der Ex-Members ist doppelt so lang wie die der aktuellen Mitglieder und so erklärt sich vielleichtl auch, warum in 10 Jahren nicht mehr Alben seitens der Band hervorgebracht wurden.

Acht Tracks stehen auf dem Programm, 8 puristische, erdige und sehr geradlinige Songs, deren Attitüde definitiv äußerst punkig ist. Sicher, Thrash und Speed Metal der Anfangstage sind ebenfalls an Bord, aber das sind ja auch unbestritten die Zutaten, die Bands in den 80er Jahren in ihren Sound einfließen ließen, als der Punk langsam aber sicher die Oberhand verlor. Der Sound der drei Italiener steht genau für diese Epoche! Schon aus diesem Grund sind die Jungs eine Sache für sich und können nicht so leicht mit Speed und Thrash Kapellen der Neuzeit in einen Topf geworfen werden.

Ähnlich wie in der Punkmusik, beschränken sich Explorer auf einen simplen Antrieb. Snare- und Bassdrum wechseln über weite Strecken einander ab, der typische Ufta-Ufta Sound eben und nur selten wird dieses Schema Änderung erfahren. Der Rhythmus-Maschine gesellen sich sägende Speed-Riffs hinzu, die erstaunlicherweise durch beachtliche Soli jäh unterbrochen werden. Bei soviel Purismus erwartet man diese melodiösen Einlagen nun wirklich nicht. Dabei tönen die Einsätze am Sechs-Saiter keinesfalls uninspiriert und aufgesetzt. Ganz im Gegenteil, hier zeigt Jack (lead guitar), was er wirklich auf dem Kasten hat.

So klöppelt sich das Trio Song für Song durch die seligen Achtziger und packt ein ums andere Mal die Punk-Keule aus. Simpel die Refrains, puristisch das Drumming und immer wieder der Joker Jack, der mit seinen Soli das Album sicher ans Ziel bringt. Ein spektakuläres Album klingt anders! Jedoch urwüchsig und mit Seele klingt genau so! Ich für meinen Teil stelle das Album gern in die Nähe der alten G. B. H. - Schinken, die ich noch heute immer wieder gern einlege.

Dirk


VÖ: 12.09.2014 - Iron Shield Records


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