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Ethereal + Hate + Vital Remains & Belphegor - Live Review - Berlin K17 15.12.2015

Das Jahr 2015 war für die Anhänger des Extreme-Metal-Sektors ein wahres Eldorado. Neben der diesjährigen Deathcrusher-Tour und den Hatefest-Shows zu Beginn des Jahres, kann sich der schwarze Tross um Belphegor, die mit keinen Geringeren als Vital Remains, Hate und Ethereal auf ihrer European Raid-Rundreise nichts als verbrannte Erde in den europäischen Städten hinterließen, in denen sie Rast einlegten, getrost zu den Jahreshighlights zählen.

Die Koordinaten der deutschen Hauptstadt standen ebenfalls auf der Liste - für diesen bitterbösen Kreuzzug. Als Austragungsort dieser finsteren Messe musste das K17 am 15. Dezember 2015 herhalten. Mit einem etwas verspätetem Einlass, aber dennoch pünktlich, wurde die Prozession mit einer ordentlichen Portion Black Metal aus England begonnen.

Die Kapelle mit dem Namen ETHEREAL, die bereits seit der Jahrtausensenwende ihr Gift von Liverpool aus versprüht, fiel daher etwas aus dem musikalischen Programm, meisterten diese Rolle aber hervorragend. Die Briten erzeugten mit ihrem gut dreißigminutigem Auftritt eine ordentliche Atmosphäre, mit der sie ihren Platz unter den „Großen“ auf dieser Tour durchaus rechtfertigen konnten. Ein stimmiges Bühnenbild, Corpsepaint und eine abgewetzte Kluft machten den Eindruck, als wäre das Quintett soeben auf dem Städtischen Friedhof um die Ecke aus ihrem Mittagsschlaf erwacht. Das Berliner Publikum zeigte sich verhalten, anerkennende Kopfnicker waren unter den Death-Metalheads dennoch auszumachen. Wer also auf Black Metal mit einer Death-Metal-Kante steht, sollte den Jungs eine Chance geben, ihr werdet es nicht bereuen.

Nach kurzer Umbaupause und einer Hopfenkaltschale, wurde der Platz vor der Bühne schon merklich rarer, denn HATE entfachten genau das Todesblei-Inferno, welches man von ihnen kennt. Obwohl Hate gut 9 Jahre weniger Bandgeschichte auf dem Buckel haben als ihre Landsmänner Vader, können sie sich in Sachen Live-Professionalität ohne jeden Zweifel mit ihren polnischen Brüdern messen lassen. Dennoch hat man immer das Gefühl, dass die Jungs nicht so recht aus dem Schatten von Behemoth, Decapitated oder auch den eben benannten Vader heraustreten können. Wie schon auf der Hatefest-Tour im April, machten die Polen keine Gefangenen und spielten sich souverän durch ihr Set. Stakkatoriffs und Blast-Beat-Massaker führten dazu, dass einige der Anwesenden ihre Schädel ins Schleuderprogramm versetzten und dem infernalischen Quartett gebührend huldigten. Ganz großes Tennis, dass unbedingt auf einer Headliner-Tour wiederholt und ausgiebiger inszeniert werden sollte!

Um sich den gebrechlichen Nacken bei VITAL REMAINS nicht zu verknacksen, leisteten Hate ein ordentliches Aufwärmprogramm. Dies war auch bitter nötig, denn die ersten Klänge von „Where Is Your God Now?“ und „Icons of Evil“ wurden Berichten zufolge noch in der Max-Schmelling-Halle, in der Nightwish, Amorphis und Arch Enemy gastierten, mit Staunen vernommen. (Wir wunderten uns schon der Nebengeräusche wegen. Anm. Red.) Vital Remains definierten an diesem Abend den Brutal Death-Metal wieder einmal aufs Neue. Die markerschütternde Screams von 4-Saiter Gaeton Collier und die aus dem Herzen der Hölle stammenden Growls von Vokillist Brian Werner, zimmerten dem Berliner Publikum die Lyrics direkt zwischen die Kauleiste. Stets munter und mit erhobenen Stinkefinger, gerichtet gegen Gott und seine armseligen Lakaien, schimpfte sich Brian durch „Hammer Down The Nails“, „Scorned“ sowie anderes Brutal-Death-Liedgut und ließ kein gutes Wort an der Geistlichkeit. Ein Nachruf an Ex-Obituary Basser Frank Watkins wurde wie der Rest der Show enthusiastisch gefeiert und zauberte mir einen gehörigen Erpelparker über die Kutte. Rest in Peace, Frank! Vital Remains stehen mit diesem Abriss definitiv ganz oben auf meinem persönlichen Jahresrückblick! „I am the hammered nail, piercing your forsaken flesh ...“ - Alle Wetter – das wird schwer zu toppen für die Black n' Death-Institution aus dem beschaulichen Österreich. Für mich jetzt schon eines Headliners würdig

Während die bisherigen Kapellen das Tor zur Hölle weit aufgestoßen haben, holen BELPHEGOR die Unterwelt nach fünfjähriger Abwesenheit in den Clubs der Hauptstadt direkt nach Berlin und eröffnen ihre Zeremonie mit dem großartigen „In Blood – Devours This Sanctity“. Die Bühne, verziert mit Totenschädeln und Gasmaske an Helmuths Mikroständer, war nur ein kleiner Baustein in einem perfekt inszenierten Auftritt der Österreicher, der mir einen kalten Schauer über den Rücken jagte. Unaufhörliche röchelte Helmuth in sein Mikro, untermalte diese groteske Vorstellung mit Lyrics, die Beelzebub persönlich aufs Papier hätte bringen können. Als satanisches Schmankerl wurde sogar das brandneue „Totenkult– Exegesis Of Deterioration“ in die Setlist eingebaut, welches im kommenden Jahr im Rahmen der neuen Langrille erscheinen soll. Den Old-School-Abschluss in einer leider viel zu kurzen Setlist bot der Goatreich – Fleshcult – Kracher „Bleeding Salvation“. Lediglich der Sound, der erst zu „Lucifer Incestus“ so richtig geil wurde und die zu kurze Spieldauer könnten Meckerköpfen einen Grund zum Tadeln bieten. Ansonsten lieferten Belphegor wieder einmal eine Performance ab, bei der musikalische Perfektion mit absolut authentischer Ausstrahlung einen Bund schlossen, den man im deutschsprachigen Raum kein zweites Mal finden wird. So entließen Belphegor ihre treuen Anhänger in die Berliner Nacht. Hoffentlich lassen sich die Jungs nicht wieder 5 Jahre Zeit, um der Hauptstadt zu zeigen, wo der Black n' Death Hammer seinen Kopf hat.

Robby



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