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Pestbaracke - mit Maat, Sycon, Fimbulwinta und Ares - Eisenhüttenstadt 18.10.2014 Live Review

Habt ihr ihn auch gehört? Diesen markerschütternden Knall, der durch die Straßen der Stahlstadt hallte? Die Spatzen haben es schon lange von den Dächern geschrieen: Die Pestbaracke schlug wieder für eine Nacht ihr Lager in der Blauen Halle auf und hat es sich am 18. Oktober 2014 zum 6. Mal zur Aufgabe gemacht, Töne der härteren Gangart an die Damen und Herren des guten Musikgeschmacks zu bringen. So sollten die angekündigten Ares, Fimbulwinta, Sycon und Maat schon im Vorfeld dafür Sorge tragen, dass der umsichtige Metalhead Paracetamol für die Nackenschmerzen auf dem Nachtschränkchen bereithielt. 

ARES enterten als erste Kapelle die Bühne und gaben in kompromissloser Deathcore-Manier den Zuschauern ganz fix eine vor die Kauleiste. So wusste jeder der Anwesenden von Anfang an, worum es an diesem Abend gehen sollte. ( Gewalt? Anm. Red.) Die Jungs aus Hamburg spielten dabei einen außerordentlich erfrischenden Deathcore-Mix, dessen Zutaten Black und Death seitens der Band mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde als der lediglich leicht vorhandenen Prise Core. Keine langweilige Breakdown-Schlacht, sondern Musik mit Herz, waren das Resultat. Bühnenpräsenz und die dazugehörige musikalische Untermalung unterstrichen die Qualitäten von Ares. Mit diesem Gig wurde deutlich, warum es sich die Hanse-Jungs verdient haben, bereits Debauchery auf ihrer aktuellen Tournee supporten zu dürfen.

Der Auftritt von FIMBULWINTA dürfte bei einigen zartbesaiteten Gemütern Frostbeulen an den Füßen verursacht haben. Black Metal ist vermutlich nicht jedermanns liebstes musikalisches Steckenpferd, aber bei der verstörenden Visualisierung über eine große Leinwand, gespickt mit Kriegsaufnahmen etc., dürfte es selbst ganz harten Jungs kältesten Angstschweiß auf die Stirn getrieben haben. Bei den Metalheads in der Blauen Halle kam dieser  schockierende Potpourri allerdings gut an und bei aller Liebe - ein bisschen Provokation darf ja wohl noch sein. Leider wurde der Streifen auf eine Seitenwand der Pestbaracke projizierst, sodass  die Anwesenden sich nicht der Band zuwendeten, sondern mit entsetzten und weit aufgerissenen Augen Richtung Leinwand starrten. Fimbulwinta spielten dennoch ein solides Schwarzmetall-Set und sollten jedem Black-Metal-Fanatiker als regionaler Geheimtipp hinter die Ohren geschrieben werden.

Mit SYCON wurde es melodisch in der pestilenzialischen Baracke! Der Metal-Fünfer aus Berlin, mit charismatischer Frontsängerin, zeigte durch kreatives Riffwerk und einer einzigartigen Gesangsleistung, wieviel musikalische Qualität in dieser Kombo steckt. So konnten sich Sycon auch schnell über die zunehmende Aufmerksamkeit der etwa 170 zahlenden Gäste freuen. Diese passionierte Bühnenperformance machte für mich deutlich, dass die jungen Melodic-Berliner vollkommen hinter der Musik stehen, die sie mit Bravour unter das Metalvolk mischen. Sycon bleiben also nicht nur wegen der reizenden Frontfrau Seline ein heißer Tipp für einen weiteren Konzertbesuch. 



Metaltalks hat bereits vor einiger Zeit über die Egyptian-Death-Metal Institution MAAT berichtet. Diese großartige Band sollte nun auch den zweiten Teil der 2014er Pestbaracke gebührend abschließen. MAAT zelebrierten die Songs ihres ersten Longplayers "As We Create The Hope From Above" mit rasselnden Säbeln, die sie scheinbar spielend leicht in die Hirnwindungen ostdeutscher Metalheads ritzten. Eine gewohnt atmosphärische Aufmachung der Bandmitglieder sowie große Seitenbanner - mit dem hauseigenen Logo - ließen den Geist der ägyptischen Göttin allgegenwärtig erscheinen. Das Wort "Kompromissbereitschaft" ist im Wortschatz der Berliner Todesmetaller nicht zu finden. Mit schöner Regelmäßigkeit hagelten Death-Metal-Blastbeats auf das Eisenhüttenstädter Publikum ein, die zusammen mit einem sehr markanten Riffwerk unweigerlich dazu führen, die Luftgitarre in den imaginären Verstärker zu stöpseln und die Pyramiden von Gizeh dem Erdboden gleichzumachen. Das ist Death Metal wie man ihn hören möchte! Beim fleißigen Propellerkreisen verging die Zeit jedoch wie im Flug und eine weitere Pestbaracke näherte sich wieder einmal dem Ende.

Nun heißt es wieder: Warten auf das nächste Jahr, bis hoffentlich zum 7. Mal in Folge ein ehrgeiziger und motivierter Haufen von Metalheads das schwermetallische Zepter Eisenhüttenstadts in die Hand nimmt, um der hartgesottenen Szene der Region anständig den Ansaugkanal frei zu pusten. Bei ein oder vielleicht auch zwei Bierchen wurde sich nach dem Konzert fachmännisch ausgetauscht, wie geil diese oder jene Band  gewesen ist. So soll es doch bitte auch die nächsten Jahrzehnte bleiben. In diesem Sinne: Vielen Dank an diejenigen, die dem Totentanz in der Stadt den Handschlag verweigern und ihn wenigstens zwei Mal im Jahr zum Teufel jagen. Bis zum nächsten Jahr!!

 

Robby / Fotos: Raphael Birkefeld

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