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Live Review aus dem Berliner Astra - 5.12.2015 - Bombus - Clutch Setlist

Ohne großes Vorwort - here we go: Angesetzt war das ausverkaufte Event auf 19.00 Uhr MEZ, wir sind entspannt aufgebrochen und erreichten ca. 19.30 Uhr das Berliner Astra. Schon von draußen haben wir vernommen, dass im Inneren des Clubs bereits derbe gerockt wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch die naive Hoffnung, Hong Faux spielten als erster Support gerade zum Tanz auf, aber die schienen bereits gespielt oder abgesagt zu haben, denn da standen Bombus auf der Bühne. Also sofort nach vorn und auf Empfang geschaltet - die Jungs enttäuschten nicht.

Der Sound hatte Luft nach oben, nichtsdestotrotz rockten die 4 Jungs aus Schweden, was das Zeug hielt. Diese Band ist für mich derzeitig eine der ganz großen Hoffnungen. Mit ihrer Mischung aus schnellen Abgehsongs und schweren bombastischen Werken, haben die Jungs noch nicht ganz die Tiefe von Monster Magnet und noch nicht ganz den Druck von Motörhead, aber definitiv jetzt schon die geilste Verbindung dieser Ikonen. Darüber hinaus kommen die Schweden so sympathisch und authentisch rüber, dass man sie einfach lieb haben muss. Den Übersong "The Poet & the Parrot" haben wir leider verpasst, mit "Biblical" vom ersten Album, "Apparatus" vom aktuellen Werk und Stücken vom für Februar 2016 angekündigten neuen Album, war das aber ein absolut starkes Set. Das zurückhaltende Berliner Publikum taute dann auch mehr und mehr auf und wir sind uns sicher, dass Bombus auch hier wieder eine große Anzahl neuer Freunde gefunden hat. Diese Band wird groß! Den bomb(u)astischen Abschluss lieferte die Band mit der Walze "Into the Fire", einfach gigantisch. Ein Shirt musste her! Zum Shirt gabs am Merchandise-Stand noch 'ne Promo CD, mit 'nem Titel vom neuen Album, der alles sagt - Repeat until Death!

Dann kamen Clutch und wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir nach Bombus schon gehen können. Das wäre aber ein entscheidender Fehler gewesen. Wie die Jungs aus Maryland abgehen, ist schon aller Ehren wert. Den Anfang des Sets machten gleich zwei Rocker vom aktuellen Album, "X Ray Visions" und "Firebird", danach war die Meute warm... Im Übrigen war das Publikum sehr gemischt, die Jungs sprechen mit ihrem puren Rock offensichtlich eine breite Zielgruppe an. Kein Wunder, dass man über die Band auch als die All-American-Rockband spricht, und das wirklich im besten Sinne.

Der charismatische Sänger Neil Fallon zog das geneigte Auditorium sofort in seinen Bann, die Band schwitzte ab Minute zwei, während die Leute vor der Bühne unmittelbar nachzogen. Gitarrist und Bassist, logischerweise links und rechts des Frontschweins Fallon platziert, verlassen sich ganz auf Ihren Sänger und gehören wohl eher der Shoegazer-Fraktion an. Wenn beide während des gesamten Konzertes ein oder zwei Blicke ins Publikum geworfen haben, war das schon viel. Gerockt haben sie aber wie entfesselt. Der zweite Mann des Abends war für mich somit Schlagzeuger Jean Paul Gaster. Und Leute, der Mann hat den Swing. Knochen scheint er allerdings keine zu haben, so wie dieser Typ groovt. Es ist eigentlich nicht zu beschreiben, wie sein ganzer Körper im Beat aufging und jede Bewegung in eine Art musikalische Zeichensprache umsetzte, Wahnsinn! Ich hatte selten soviel Spaß, eine geschlagene Stunde nur auf den Schlagzeuger zu achten. CLUTCH spielten an diesem Abend eine fette Mixtur aus diversen Titeln der aktuellen Scheibe sowie alten Hits ("Regulator" krachte wie Sau). Der Sound war nach dem ersten Song deutlich besser als bei Bombus. Das könnte man fast als so ein Vorband-Ding werten, naja... zufrieden, schwitzend und glücklich standen wir bereits um 22.30 Uhr wieder auf der Straße und fragten uns, ob wir wirklich gerade in Berlin, Samstag Abend ein Konzert besucht haben - fingen diese früher um diese Zeit nicht erst an?

Matze


Clutch - Live im Berliner Astra - 5.12.2015
Clutch - Live im Berliner Astra - 5.12.2015

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