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Live Review - Suffocation, Cattle ..., Abiotic, Monument Of ... - Annaberg-Buchholz - Alte Brauerei

Nachdem Suffocation im Vorjahr bereits im Rahmen der „What Should Not Be Unearthed“-Tour mit Headliner Nile einige europäische Venues auf ihre Standfestigkeit überprüften, reisen die Urväter des Brutal-Death Metal nun erneut in unseren Gefilden herum. Uns trieb es in die Erzgebirgsmetropole Annaberg-Buchholz, in der am 3. März 2016 die Alte Brauerei – ein äußerst sympathisches Kulturzentrum mit super Preisen und coolem Ambiente – als Hort der harten Klänge herhalten sollte.

Mit am Start waren das San Diego-Todesblei-Quartett Cattle Decapitation, Abiotic sowie Monument Of Misanthropy – kurzum ein Line-Up, das dem heimischen Holzmichel durchaus das Grinsen aus dem Gesicht bürsten dürfte.

Monument of Misanthropy feuerten kurz nach unserer Ankunft den Startschuss in Form von äußerst tighten Brutal-Death-Klängen durch den Tanzsaal, die auf jeden Fall zu Gefallen wussten. Keine Schnörkel, sondern Double-Bass-Gewitter und Growl-Exzesse kann sich der Fünfer ganz groß auf die Fahne kleistern. So zogen die Jungs auch im Handumdrehen die ersten Gäste vor die Bühne, die ihr Haupthaar nicht lange bändigen konnten. Bei dem Riff des Death-Evergreens „Pull The Plug“, dem Monument of Misanthropy die Fleischerschürze überstreiften, wurden auch die letzten skeptischen Gesichter gestrafft und das Quintett konnte sich - begleitet von einem stattlichen Applaus - von ihren Maniacs verabschieden. Ein schöner Appetizer für die kommenden Todesblei-Salven.

Abiotic steuerten leider nicht in das selbe blutige Fahrwasser. Vielmehr versuchte der Tech-Death-Fünfer aus dem sonnigen Miami mit einem besonders schwer verdaulichem Progressive-Sound zu überzeugen. Auch wenn diese Klänge sich nicht ganz in meinen Lauschern breitmachen wollten, kann man den Amis die spielerische Qualität nicht absprechen. Basser Alex Vazquez zockte sich mit jedem weiteren Song in einen Rausch und bearbeitete zwischenzeitlich mit gefühlten 20 Fingern den Hals seines Vier-Saiters. Ganz großes Tennis, welches dem Großteil der Anwesenden auch klanglich zu munden schien – mein Fall war es dennoch nicht.

Da trafen Cattle Decapitation doch schon eher meinen musikalischen Nerv. Als Co-Headliner und mit der extrem starken „The Anthropocene Extinction“-Langrille im Gepäck überzeugte die Truppe aus San Diego auf ganzer Linie. Selten habe ich im Todesblei-Genre eine so kranke Vokillist-Performance gesehen. Travis Ryan röhrte und quiekte sich von Song zu Song und lies dabei keinen Quadratzentimeter der Bühne von seinem Speichel unbenetzt. Neben den Klassikern wie „Kingdom Of Tyrants“ und „Force Gender Reassignment“, wanderte auch das neue Liedgut a là „Pacific Grim“, „Not Suitable For Life“ oder „Plagueborne“ direkt in den Blutkreislauf und zündete den Turbo im Nackenbereich. Von Cattle Decapitations Death-Metal mit ordentlicher Grind-Kante werden wir in Zukunft weiterhin viel hören, denn diese Jungs heben sich deutlich von anderen Death-Kommandos ab und stoßen in Tiefen vor, die bisher noch nicht beackert wurden. Weiter so!!

Da die Jungs von Cattle Decapitation bereits ordentlich vorlegten, durfte man nun auf Suffocation gespannt sein, die wieder ein Mal von Ricky Myers am Mikro unterstützt wurden. Ob wir in Europa überhaupt nochmal in den Genuss von Frank Mullen kommen dürfen, bleibt fraglich. Nach einem kurzen Soundcheck, der nicht mal für eine Raucherpause gereicht hätte, dröhnten auch schon die ersten Salven aus Tallys Schießbude durch die Alte Brauerei und mit dem Opener „Catatonia“ zwiebelte es auch schon das erste Mal gehörig in den Lauschlöffeln. Myers, der sich stimmlich fast noch in tiefere Gefilde als Mullen begeben kann, johlte sich durch eine Setlist, die Old-School-lastiger nicht hätte sein können. Lediglich „Purgatorial Punishment“ und „As Grace Descends“ zogen für „Pinnacle of Bedlam“ ins Rennen. Das restliche Liedgut hat mindestens ein Jahrzehnt auf dem Buckel, wird allerdings nie etwas von seiner Brutalität verlieren und unterstreicht den Stellenwert, den Suffocation in der Szene genießen. So lärmte der New Yorker-Fünfer über eine Stunde durch das Erzgebirge und ließ keinen Klassiker aus. Zwischen den Songs wurde das Publikum mit einem obligatorischen „Thank you guys“ abgefrühstückt und bekam umgehend mit der nächsten Brutal-Death-Keule einen Scheitel gezogen. Nach 15 Songs war dann aber endgültig Feierabend, die Slam-Parts waberten jedoch noch auf der dreieinhalbstündigen Heimfahrt durch meine Löffel. Nach diesem Abend bin ich mir sicher, dass Gurkentruppen wie die Randfichten nun keine Abnehmer mehr in Annaberg-Buchholz finden werden und der alte Michel nun endlich in der Hölle in den Genuss von guter Musik kommt.

 

Robby


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