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Blessed Hellride - Bastards & Outlaws - Review

Heavy Rock - Oldschool auf die Fresse, so steht es in großen Lettern auf der hauseigenen Website der aus Trier stammenden Band geschrieben. 

Passt! Das "Schlimme" daran ist, der Sound weiß auf Anhieb zu gefallen. Mit "Bastards & Outlaws" bekommen wir endlich das Debüt des Quintetts um die Ohren. Vorangegangen ist lediglich eine Demo-EP, die im Jahre 2013 von Blessed Hellride in Eigenregie produziert und veröffentlicht wurde. „Booze 'n' Roll“, so der Name der Extended Play, konnte insbesondere in heimischen Gefilden für erstes Augenbrauenzucken sorgen, wobei selbst gestandene Printmedien nicht davor zurückschreckten, den fünf Jungs Potential zu attestieren.

Nun ist es soweit, in sieben Tagen geht der Rundling ans Netz. Die uns vorliegende Ausgabe protzt mit einer ausgesprochen dicken Produktion, jene das fette Riffwerk breitbeiniger denn je in Szene setzt. "Bastards & Outlaws" versucht erst gar nicht extravagant zu sein, während es sich breitschultrig durch alles hindurcharbeitet, was in den letzten 30 Jahren von der Szene als gefällig und funktional bestätigt wurde.  Alleinstellungsmerkmale wird man daher vergeblich suchen, dafür geht das erprobte Liedgut ins Blut wie aufbereiteter Traubenzucker.

"We are the motherfucking blessed hellride" ist nicht nur eine Phrase, die wir in Anlehnung an den Bandnamen mehrfach auf die Radartüten bekommen, es ist das lyrische Fundament für einen Song, der dafür sorgt, dass mich nur noch die Scheuerleisten des Büros von einem Spagat abhalten, währenddessen ich die Luftgitarre derart malträtiere, als würde ich in der 15 Mio-Metropole Shanghai für eine städtische Wäscherei Handtücher wringen müssen, natürlich "bösgesichtigerweise"! Ein großartiger Groover, dessen Solo Euch ab 3:30 min das Hosenfutter aus den Buxen zottelt. Track 7, The Blood Red River, steht seinem Vorgänger in nichts nach, nur reißt dieser blutrote Song noch ein paar Frequenzen tiefer an Eurem Textil.

Was rede ich, hört Euch das Material einfach an, hier gibt es definitiv etliche Highlights. Ein gutes Album, das ich jedem bedenkenlos empfehlen möchte, der sich gern von groovenden Riffs den Western-Helm vom Prozessor pusten lässt. Ich werde nach dem 4 Durchlauf das Gefühl nicht los, dass mindestens 8 Shots her müssen, um einer sinnvollen Bewertung des Materials gerecht zu werden.

 

Der Prior

8/10 Talkern


VÖ: 18.3.2016 - Label: Rodeostar / SPV



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