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Emil Bulls - Kill Your Demons - Album Review

Das Münchener Crossover Krachgeschwader Emil Bulls wird am 29. September 2017 seinen neunten Melodie-Brocken in Form eines ausgewachsenen Albums auf die Gemeinde loslassen. Moderne Klänge & Song-Strukturen zieren auch anno 2017 die Kompositionen der 1995 gegründeten Bavaria-Dampfmaschine.

Kurskorrektur? Fehlanzeige! Nun gut, legen wir uns das Scheibchen mal auf die krachverwöhnten Lauscher, die ansonsten direkt die Flucht ins Schädelgehäuse ersehnen - wenn derlei Töne in Richtung der hauseigenen Trommelfelle schweben - dachte ich zumindest noch. Modern Metal, Alternativ Metal oder meinetwegen auch Crossover Rock stehen nicht unbedingt auf dem alltäglichen Konsumplan meiner akustischen Begierde. 

Rein das Teil und durch! Berlin, Gießen, Frankfurt am Main, Frankenthal - fast 700km und wieder zurück. Ich hatte der Scheiblette schon einen festen Platz im Handschuhfach reserviert, doch der Silberling sträubte sich nach allen Regeln der Kunst - wollte einfach nicht aus dem CD-Schacht meiner vierrädrigen Kalesche verschwinden und erst recht nicht aus meinem Kopf. Der Grund hierfür ist relativ einfach. Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern ihrer Zunft, wollen die Münchener Bulls dieses Genre nicht nur bedienen und ein großes Stück vom Alternativ Metal-Kuchen abhaben - weit gefehlt, sie haben es verdammt nochmal drauf. Melodien scheinen sie sogar gepachtet zu haben oder was weiß ich. In jedem Fall wird "Kill Your Demons" förmlich von Ohrenfängern überrannt, sodass selbst ich mich nicht erwehren kann, obwohl mir das Wort Vorurteil auf der Stirn geschrieben stand. Natürlich fehlt mir als notorischer Genre-Muffel jeglicher Vergleich zu den Vorgängeralben, doch manchmal ist genau das der springende Punkt. Von Vorurteilen gelöst, zu Vergleichen nicht in der Lage - möchte ich den Emil Bulls ein wirklich gelungenes Album attestieren. Auf dem 2017er Werk nach Anspiel-Tipps zu suchen, ist reine Zeitverschwendung, denn "Kill Your Demons" überzeugt in Gänze.

Produktionstechnisch ist auf Demons reichlich Luft nach oben. Ob es im Zeitalter von lausigen mp3-Sounds überhaupt noch jemand hört, wage ich an dieser Stelle mal zu bezweifeln. Fakt ist, dass die komplette Aufnahme tönt als wenn sie der 192-Kilobit-Artrose anheim gefallen wäre. Insbesondere die hohen Frequenzen, von denen die Becken des Drum-Stets nun einmal leben, picheln spröde und porös nach bester mp3-Manier sämtliche Audio-Standards in Grund und Boden.  Das kann der kompositorischen Qualität und den Melodien zwar nichts anhaben, für meine Begriffe in dieser Liga aber ein absolutes Manko. 8,5 Talker und ein fettes Chapeau gehen dennoch nach München.

 

Dirk

8,5/10 Talkern


VÖ: 29.9.2017 - Label: AFM Records



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