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Annihilator - For The Demented - Album Review

Auf gehts - Annihilator haben wieder einmal abgeliefert. "For The Demented" heißt das neue Album der Kanadischen Thrasher um Mastermind Jeff Waters. Das Adjektiv schlecht können wir in der Discography der Vernichter zum Glück nicht finden. Vielmehr stellt sich Album für Album die Frage, ob und vor allem wie viel magische Momente es auf dem neusten Werk gibt.

Die ersten Töne werden wohl jedem Annihilator-Jünger mehr als bekannt sein. Eine klar definierte Eröffnung des neun Albums, die nichts anderes transportieren soll, als die eindeutige Aussage, dass der Kanadische Platzhirsch Annihilator soeben das Areal betreten hat. "Twisted Lobotomy" ist ein standesgemäßer Waters-Track, der sich im Arbeitsrhythmus von 6-Saiten-Massaker zu 6-Seitenmassaker vorarbeitet, wobei allein der Titel Schmerzen im Areal zwischen den Augen verursacht. Track 2 will es dem Opener gleichtun. Eine erste For The Demented-Erkenntnis beginnt sich langsam zu manifestieren: Produktionstechnisch greift Jeff und sein Gefolge nicht nach den Sternen. Zwar hat man dem allgegenwärtigen Standard Genüge getan, doch würde ich mir entscheidend mehr Druck in der Röhre wünschen. Mit "Pieces of You" gibts dann erst mal eine Halbballade auf die Ohren, die letztlich nicht nur zu gefallen weiß, sondern in ihrer Art verdammt an Metallica erinnert. Der erste Durchlauf entlockte mir ein freundliches "Na Freunde, was wird das denn?", doch unterm Strich frisst sich "Pieces of You" lässig in die Wahrnehmung des Zuhörers. Gefällt! Punkt!

Der Teufel, weißt Du - oder besser gesagt, der Dämon steckt im Detail. Im Detail steckt hier aber nur, dass "The Demon You Know" irgendwie an einen alten, bereits geschrieben Song erinnert. Quasi schon einmal gegessen, was uns die Vernichter hier auftischen. Wahrscheinlich irgendwo Mitte der 90er anzusiedeln. Dafür gibt es mit "Phantom Asylum" mächtig vor die Sabber-Leiste. Nicht nur, dass der 6. im Bunde etwas anders klingt, nö - hier wird der geneigte Fan vermutlich auch vom ersten magischen Moment heimgesucht. Spätestens ab 3:22 gehts unter die Haut, versprochen. Wer Veränderung mag, der kann diese durch "Altering the Altar" herbeiführen, eine klassische Annihilator-Abrissbirne, die für ansatzlose Kaltverformungen prädestiniert ist. Es folgt Track 8, geniale Gitarrenarbeit! Nicht alle beisammen? Dann ist der letzte Song ist für Euch! "Not All There" spricht mir aus der Seele. "No one understands me but I don't really care - cause I'm not all there" Wer kennt es nicht? Bekanntes Thema, gut umgesetzt, schmatzige Gitarre oben drauf, sauber! 

"For The Demented" benötigt ein paar Anläufe, um sein wahres Gesicht zu zeigen. Technisch brauchen sich Annihilator anno 2017 nichts mehr zu beweisen, doch der Kampf, ein Album zu veröffentlichen, das sich von all den Vorgängern abhebt, scheint auch für Annihilator die größte Herausforderung zu sein. Ich denke, Jeff und seine Jungs haben erwartungsgemäß Qualität abgeliefert. Freilich, "For The Demented" ist kein Überflieger, doch das Album enthält einige Höhepunkte und gehört somit in jede Sammlung. Amen!

Der Prior

8/10 Talkern


Tracklist: 1. Twisted Lobotomy, 2. One to Kill, 3. For the Demented, 4. Pieces of You, 5. The Demon You Know, 6. Phantom Asylum, 7. Altering the Alter 8. The Way,  9. Dark, 10. Not All There


VÖ: 03. November 2017 - Label: Neverland Music



Doro - Raise Your Fist (2012) Review

Ich gebe zu, ich bin nicht der größte Doro Fan auf Erden, aber ich denke, die Frau hat es mehr als nur verdient mal angecheckt zu werden. Fakt ist, sie hat in den ganzen Jahren nie aufgegeben an den Heavy Metal zu glauben und sie verdient genau dafür den Respekt von mir und auch von der gesamten Metalszene, die so manch angemalter böser Metalkasper und Hüpfmetal-kopfsockencore-schönlings-ichbinderhärteste-undcoolste-wichsfrosch niemals bekommen wird. So viel zur Einleitung.

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