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Traumer - The Great Metal Storm - Album Review - ReRelease

Am 30. Juni 2017 legen die Brasilianer von Traumer noch einmal ihr 2014er Werk "The Great Metal Storm" auf den Altar des Melodic Metals. Erst am 11. November 2017 veröffentlichten die Südamerikaner ihren aktuellen Longplayer "AVALON".

Offensichtlich scheint die Publikation von "AVALON" für die Truppe in Europa nicht schlecht gelaufen zu sein, nicht anders ist es zu erklären, dass Fastball Music gleich noch eine Langrille nachlegten. 

Doch zunächst zur Band: Das aus São Paulo stammende Quintett gründete sich im Jahre 2009 und widmete sich seitdem klassischen Melodic Metal-Kompositionen. Die Ausrichtung stellt sich auch anno 2017 relativ schlicht dar, was entweder an den Möglichkeiten der Band oder an der Überzeugung liegen könnte, konsequent den Anfängen des Genres zu huldigen. Zwar gibt sich das 2016er Werk "AVALON" etwas symphonischer, doch übertreiben Traumer es nicht mit besagten Elementen, zumal sie ihre Sounds ohnehin aus dem Synthese-Piano zaubern.

Da uns aktuell beide Studioalben der Südamerikaner vorliegen, möchte ich nicht versäumen, die Silberlinge einem lockeren Vergleich zu unterziehen. Kompositorisch und klangtechnisch punktet ganz klar das jüngere Album "AVALON", allerdings liegen keine Lichtjahre zwischen den Alben. Wenn mann es so will, ist eine kleine aber feine Weiterentwicklung der Band zu verzeichnen, die sich insbesondere in den wesentlich besser aufeinander abgestimmten Tönen - also den Harmonien - widerspiegelt. Am meisten profitiert hiervon der Gesang von Bandboss & Sängerknabe Guilherme Hirose, der sich ganz klar die Genre-Pioniere von Helloween als Blaupause vorgenommen hat. Ein lohnenswerter Anspiel-Tipp ist unweigerlich der 7. Song des Albums, nämlich "Angel Of The Night".

Doch nun zurück zum Hauptgrund dieses Reviews, dem ReRelease von "The Great Metal Storm". Große Worte, die Traumer dort auf ihr Debüt-Album geschrieben haben. Verständlich, denn mit dem Enthusiasmus, der vermutlich in jedem Kunstler kurz vor der Geburt seines ersten Babys aufkommt, nisten sich derlei Worte ohne Probleme in die Gefühlswelt der Protagonisten ein. Recht so, denn nur so können Träume wahr werden. Manchmal muss man aber auch wieder der Realität in die hässliche Larve blicken. Dass Traumer noch etliche Höhenmeter vom Olymp des Melodic Metals trennen, steht außer Frage. Ebenfalls unbestritten ist die Tatsache, dass die Band zu den besseren Kapellen ihres Genres gehört, mit denen in Zukunft gerechnet werden kann. Über den Hades haben es Traumer bereits geschafft. Schiss-Moll und gekräuselte Fußnägel bleiben uns erspart, eine Hürde, die in diesem von Melodien geprägten Genre nicht viele Bands überspringen können. "The Great Metal Storm" lebt klar von seinem Feeling, das klar den Spirit versprüht, den Helloween, Rage & Co vor über drei Jahrzehnten ins Leben riefen. Perfekt war damals auch ein Begriff, der sich erst empor kämpfen musste. Spaß an dem, was uns einst verband und noch heute verbindet, steht selbstverständlich im Vordergrund. Letztlich stellt sich mir immer wieder die Frage, wen das angesichts dieser Umständer noch interessieren sollte? Die Antwort ist denkbar einfach: Stil-Fanatiker vom Stamme Nimmersatt! Also diejenigen, die definierender Weise und fachsimpelnd Puls bekommen. So trotzet den lausigen, klangreduzierten mp3-Dateien, karrt Eure Standlautsprecher vor die Behausung und macht es verdammt noch einmal laut. 

Dirk

7/10 Talkern


Tracklist: 1. Phantasia, 2. The Great Metal Storm, 3. Gates of Freedom, 4. Pandora, 5. Close Your Eyes, 6. Nights of Babylon, 7. Don't You Cry, 8. Enjoy Your Paradise, 9. Another Sun (Chasing Sunrise), 10. Eleazar, 11.  Ride My Way, 12. Nights of Babylon (Acoustic Version & Europe Bonus Track), 13. Gates of Freedom (Acoustic Version & Europe Bonus Track)


VÖ: 30. Juni 2017 - Label: Fastball Music


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