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JUDAS PRIEST "REDEEMER OF SOULS" 2014 - Review

JUDAS PRIEST "REDEEMER OF SOULS"

Der Erlöser der Seelen? Wir glauben schon, denn wohl jeder kennt das überragende Gefühl, wenn alte Helden 'nen neuen Silberling ankündigen und man wartet, wartet und nochmals wartet, bis der Rundling dann endlich das eigene Regal schmückt, nicht wahr? Dabei gibt es einen gewaltigen Unterschied zu den - sagen wir mal - nicht so kultigen Bands. Das Album der Helden wird quasi blind bestellt, komme was das wolle. Auf diesem Wege hat auch so manche Graupe den Durchschnittswert der heimischen Sammlung erheblich gesenkt.

Besonders dreiwöchig andauernde  Komposition, die in Paris geboren wurden, schlagen ganz klar in diese Kerbe. Namen müssen hier wohl nicht genannt werden. Judas Priest haben sich erheblich mehr Zeit gelassen als die die Eisernen Jun...ooh...nun ist es doch raus. Egal, "REDEEMER OF SOULS" streckt schon nach dem ersten Durchlauf jedem Fan die Hand entgegen. Altbackenes Geschrapel - im positiven Sinne - und diverse Hooklines zieren die Kompositionen der aktuellen Judas Priest Scheibe. Ebenfalls nach dem ersten Durchlauf ist klar, "Redeemer Of Souls" ist abwechslungsreich und mit unendlich vielen Soli gespickt. Die Härtegrade des "Painkiller" Abums erreicht Redeemer nicht, aber das erwartet auch niemand, oder vielleicht doch? Die Songs sollten schlüssig sein, Wiedererkennungswert besitzen und ganz im Stile der Priester unsere Ohren verwöhnen.

Verdammt nochmal, das tun sie auch! Nach 6 Jahren hauen Judas Priest doch tatsächlich ein Album raus, das man gern einlegt und in dem man mit jedem Hören neue Dinge entdeckt. Produktionstechnisch geht Redeemer voll in Ordnung, bedenkt man, dass die Priester genau mit jenem stark "verhalltem" Sound großgeworden sind. In den 80er war der Halleffekt alles. Damals war es auch völlig egal, ob die Tiefen Töne vom Hall in weite Ferne getragen wurden. Ob das Album mit K.K. Downing anders oder besser geworden wäre, wen ficht es an? Schade ist es allemal, wenn Mitglieder - von Bands diesen Formats - getrennte Wege gehen. Unterm Strich muss gute Musik zu Buche stehen, auch nach 45 Jahren Bandgeschichte und 40 Jahren nach "Rocka Rolla", dem ersten Album der Band. Richie Faulkner, seit 2011 am Sechs-Saiter, wird mir Sicherheit seinen Teil dazu beigetragen haben.

Mission erfüllt und Seelen erlöst! Gleich die ersten beiden Tracks bringen es auf den Punkt, wobei der Titeltack (2) mit der besseren Harmonie - was für ein Chorus - aufwarten kann. Song 3 (Halls of Valhalla) wird jedem Priest-Fan eine fettes Grinsen in die Maske treiben. Ein klassisches Riff trifft hier auf Halford-Screams, die wiederum von einem Gitarren-Solo abgelöst werden. Einfach großartig, dieser Start. Der Song selbst, ein Midtempo-Stampfer, lässt keine Wünsche offen. Nächster Höhepunkt ist ganz klar "Down Of Flames", der auch wieder mit seinem klassischen Riffing und einer beachtlichen Melodie punkten kann. "Hell & Back" (7)  kommt etwas rustikaler aus den Boxen, ist nicht ganz so eingängig, fast schon etwas doomig und definitiv kultig. Cold Blooded (8) trumpft dann gleich wieder mit einer Hammer Harmonie auf, die durch Halfords Stimme fantastische in Szene gesetzt wird.

Metalizer folgt und macht seinem Namen alle Ehre. Das Tempo steigt und - zugegeben - dieser Song schlägt dann aber doch in den Härtegrad des "Painkiller" Albums. Das ganze Review könnte man jetzt ohne Unterlass so weiterführen. Richtig Ausfälle gibt es auf Redeemer nicht, nur gute oder bessere Tracks eben. Richie Faulkner, Gitarrist seit 2011, liefert auf "Redeemer Of Souls" gute Arbeit ab, Hallford setzt seine Screams sehr sparsam ein, super eingängige Melodien und Songstrukturen pflastern die Tracklist und um dem ganzen die Judas-Krone aufzusetzen, gibt's final noch 'ne amtliche Ballade on top. Moment, fast hätte ich "Battle Cry" unterschlagen, auch einer der Songs, die unweigerlich zu den beachtlichen Tracks gehören.

Als Melodie-Warrior, der ich nun einmal bin, gehört dieses großartige Priest Album definitiv in meine Sammlung. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen, denn aufgrund der vielen ausgereiften Harmonien, besitzt das Album einen extrem hohen Wiedererkennungswert und gehört damit ins obere Feld der Discography von Halford & Co. Auf "Redeemer Of Souls" gibt es kein sinnloses "Musshärterundschneller", nur gutes Songmaterial, das sich siegreich durch die viel zitierte nordische Mythologie kämpft und dabei mit dem Sound der achtziger Jahre unzählig viele Riffs und Soli auf den Gegner abfeuert.  

Eigentümer der Deluxe-Edition werden mit satten 5 Bonustracks belohnt, die durchaus ihren Platz auf diesem Album verdient haben und nicht nur Überbleibsel der Recording-Session sind.

 

Der Prior


Judas Priest "Redeemer Of Souls" VÖ: 11.7.2014 Sony Music




 

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