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Final Cut "Massive Resurrection" 2014 - Review

Final Cut würde ich folgendermaßen interpretieren: Nach dem Hören von gefühlten 30 Thrash Metal Neuheiten spitzen sich urplötzlich die gebeutelten Öhrchen, weil derbe Musik in die Radartüten fährt, die auf Anhieb positive Informationen Richtung Hirnkasten sendet. Das Martyrium hat hiermit ein Ende - Cut! Final Cut!

Freude auf der ganzen Linie! Es kesselt, scheppert, tackert, fiedelt, rumpelt und schreigrunzt im Arbeitsrhythmus, als wenn 20 Gorillas ihre Leidensgenossen mit einem Vorschlaghammer aus dem Nachbarkäfig befreien.

Wenn die Einleitung des Reviews nicht so plakative wäre, könnte sie fast schon als Schlusswort fungieren. Spaß bei Seite, denn Final Cut liefern auf ihrem Debüt ambitionierten Old School Thrash Metal, der durch seine extrem abwechslungsreiche Rhythmik alles plattwalzt, was nicht innerhalb einer Femtosekunde aus dem trüben Panorama verschwindet. Final Cut haben sich im Jahre 2011 gegründet und stammen aus dem 3.000-Seelen-Örtchen Beinwil am See im Kanton Aargau in der Schweiz. Damit dürfte wohl auch geklärt sein, warum Final Cut mit einer Präzision zu Werke gehen, die einem Schweizer Uhrenwerk gleicht. Breakdown-geschwängertes Riffing wird lässig mit Old School-Rhythmik kombiniert - und umgekehrt. Das heisere Tobsuchtsgekeife von Sänger Patrick Härdi gibt dem Ganzen die notwendige Schärfe. Grunzeinlagen sowie Hard Core Sprechchöre verleihen der Vokalakrobatik zusätzlichen Biss und lassen wirklich zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen.

Die Lyrik zum Album reflektiert einmal mehr die widerwärtige Realität mit all ihren abstoßenden Facetten. Ein Zitat des Labels bringt es im Grunde auf den Punk: "FINAL CUT wollen wachrütteln, Aufmerksamkeit erregen, doch auch Mut spenden. So geben die Jungs in „Voice Of The People“ von Vorurteilen geplagten Minderheiten eine Stimme und auch im folgenden „Struggle For Life“ geht es, wie schon am Titel zu erkennen, um Steine, die einem das Leben in den Weg legen kann, die aber überwunden werden können. Auch in „Fuck The Flue“ verleihen die Schweizer ihrer großen Abneigung gegenüber eiskalten, korrupten Machthabern deutlich Ausdruck und distanzieren sich von Intelligenz-Allergikern."

Anspieltipps benötigt diese Abrissbirne von einem Album nicht. Den zehn Tracks gebührt ohne Abstriche eine Pflicht-"Be-Ohrung"!  Nach Vergleichen zu anderen Bands suche ich im Falle einer Old School Thrash Metal Scheiblette ebenfalls nicht, denn diese Gangart schließt Bands der achtziger Jahre logischerweise ein, haben selbige Truppenteile doch maßgeblich für die Schöpfung des Genres gesorgt. Für mich steht dieses Album schon jetzt auf der Liste der Thrash Metal Outputs, die Ende 2014 ganz oben mitspielen werden.  Beeindruckt und grenzenlos begeistert schließe ich mit den Worten  von unserem Jan: "Hiermit erlassen wir Kaufbefehl " - und das passiert nur äußerst selten!

 

Der Prior

VÖ: 5.9.2014 / Dr. Music Records | Membran


 



 

Phase Reverse - Phase III: Youniverse - Review

Southern European Pentatonic Heavy Metal? Wie dem auch sei, Phase Reverse wissen zu gefallen und darum haben wir das Album gleich noch etwas tiefer in den Schacht des gebeutelten Testaggregats geschoben.

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