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EXODUS "Blood In, Blood Out" 2014 - Review

Emotionen...spielen bei derartigen Veröffentlichungen, wie diese hier, eine wesentliche Rolle. Wenn du beim Platten-Dealer deines Vertrauens stehst und noch vor dem Erklingen der ersten Töne mit ausgebreiteten Armen ehrfurchtsvoll gen Decke, Himmel, oder meinetwegen auch Olymp schaust, sich um dich ein Pulk Schaulustiger bildet, die ebenfalls bzw. aufgrund dessen den Blick in Richtung Firmament richten, dann kann nur eine Band der alten Schule ihr aktuelles Album gerade veröffentlicht haben.

In diesem Falle waren es Exodus, die nicht nur mit einem neuen Album angetreten sind, sondern auch ihren alten und neuen Sänger Steve Souza alias Zetro wieder dabei haben. Rob raus, Steve rein! Was soll's, der gute Rob Dukes ist zur Zeit mit seiner aktuellen Band Generation Kill sehr erfolgreich und wird sicherlich genug um die Ohren haben. Steve hingegen ist mir noch gut in Erinnerung geblieben. Exodus Scheiben - wie zum Beispiel Fabulous Disaster von 1988 - prägte er maßgeblich und noch heute lege ich den 88er Keif-Batzen immer wieder gern in den Player.

Play...und immer hübsch die Ohren spitzen, denn irgendwo haben sich Chuck Billy von Testament und Kirk Hammett von Metallica verewigt. Richtig, auf "Salt The Wound" gibt's Meister Kirk zu hören und Chuck scream-grunzt auf "BTK". Das "Blood In, Blood Out" rein emotional schon reichlich Punkte sammeln kann, liegt auf der Hand, aber wo liegen nun die wirklichen Stärken des Albums? Die Produktion ist dick und über jeden Zweifel erhaben. Allerdings setzte ich bei alten Haudegen - wie es Exodus nun einmal sind - eine ansprechende Produktion voraus.

Das Riffing...ist großartig und kann trotz der rund 62 Minuten Spieldauer in allen Belangen überzeugen. Riffing, Soli und der der Gesang von Zetro sind sowas von maßgeschneidert, dass man fast schon von Harmonie sprechen kann. "Body Harvest" (Track 5) gehört diesbezüglich zu meine Favoriten. Nun gut, einzelne Tracks anzuführen ist vielleicht nicht ratsam, zu gut das Material, zu hoch das Niveau, welches Exodus uns auf diesem Langeisen um die Ohren wedeln. Besonders auffällig ist das permanente Einflechten von Breaks der alten Schule. Es tauchen Immer wieder Elemente auf, die für mein Empfinden nicht Thrash Metal - typisch sind, wenn gleich es nur Nuancen sind.

Während des Hörens entdecke ich immer wieder Parallelen zu Overkill und Exhorder, wobei Exhorder damals mit Sicherheit Exodus-Elemente verwendet haben und diese songdienlich und sehr effektvoll einsetzten. Was Overkill-Anleihen betrifft, steht der dreckige Keif-Gesang zu Buche und ja, der tonnenschwere Bass der Marke Stahlseil, lässt ebenfalls den ein oder anderen Vergleich zu. Klar, man brauch nicht nach Vergleichen zu suchen, denn Exodus prägten den Thrash Metal wie nur wenige Bands ihrer Zunft, dennoch - Elemente der genannten Bands sind durchaus vorhanden.

So, jetzt muss der Schinken erst einmal reifen. Die Zeichen stehen auf Sturm und prinzipiell kann man mit "Blood In, Blood Out" absolut nichts verkehrt machen. Wenn die Songs einen Ticken kürzer angesetzt worden wären, hätte die Scheibe vielleicht mehr Biss gehabt, aber auch das ist nur so ein Gefühl. Die Bedingungslose Empfehlung gibt es auf alle Fälle. Thrash Metal mit Lehrbuchcharakter. 

 

Dirk


 VÖ: 10.10.2014 - Nuclear Blast Records



 

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