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Obituary "Inked In Blood" Review

Obituary's "Inked In Blood" in  Prosa zu betten, ist mir eine blutige Ehre. Der große König kehrt nach vielen Jahren aus dem Exil zurück und ich überreiche ihm endlich wieder sein altes und mächtiges Zepter. Gemeinsam ziehen wir nun in die entscheidende Schlacht, nur um unsere Widersacher erbarmungslos ihrer ureigensten Bestimmung - dem Verlieren - zuzuführen.

Ich kann gar nicht böse genug gucken, wenn ich die Stimme von John Tardy höre. Zum Teufel noch mal, so muss das klingen. Die ersten beiden Alben, der ursprünglich als Executioner im Jahre 1984 gegründeten Band, gehören wohl noch heute zu den einflussreichsten Werken des Death Metal Genres. Mich beschleicht das wohlige Gefühl, dass die Florida Deather mit "Inked In Blood" nach vielen Jahren endlich ihren Anschlusstreffer ins Ziel bringen konnten. Keine Geschwindigkeitsrekorde, keine supermoderne Produktion, einfach nur finsteres und bösartigstes Floridagroovement der Extraklasse. Hauptsache der Feind wird stillvoll aus dem Rennen genommen.

Ich liebe Produktionen, bei denen der Mann hinterm Mischpult auch die hohen Frequenzen der Bassdrum abnimmt und in den Vordergrund bringt. Das Ergebnis klingt sehr definiert und trennt die schnellen Anschläge hervorragend voneinander. Wenn dann die Snaredrum noch tönt, als wenn der Snare-Teppich jeden Augenblick wegreißt bzw. schon lange nicht mehr vorhanden ist, dann bin ich zu Hause angekommen.

Nun, ob ich mit meiner Vorstellung vom Sound richtig liege, werde ich wohl nie erfahren. Ob meine Euphorie und der Enthusiasmus das Maß aller Dinge und vor allem gerechtfertigt sind, bleibt ebenfalls diskutabel. Fest steht jedoch, dass "Inked In Blood" seit Tagen rauf und runter läuft und ich mich sauwohl fühle, wenn der kompromisslose und alles vernichtende Sound der Jungs aus dem fernen Florida die Luft mit hasserfülltem Todesblei anreichert.

Die konsequente Weiterführung dessen, was Celtic Frost und Co einst dem blutgetränkten Gottesacker an bitteren Tönen entlockten, charakterisierte Ende der Achtziger nicht nur den Sound von Obituary, es erschuf eine ganz neue und gewaltige Szene, die zum damaligen Zeitpunkt das Extremste war, was unsere Ohren verarbeiten konnten. Allen voran die Stimme des großartigen John Tardy, und genau diese wird euch auf dem aktuellen Longplayer die Trommelfelle aus der Kapsel zotteln. Man, bin ich begeistert.

Unabhängig vom grandiosen Gesamteindruck der Scheibe möchte ich einen Song in den Vordergrund stellen. Track 10, "Minds Of The Word", vereint alle Trademarks der Florida-Deather und kommt ungemein locker und abwechslungsreich aus der blutgetränkten Erde gekrochen. Die plakative Rhythmus-Einlage auf dem Ride-Becken ist dabei genauso einfach wie genial. Das klassische Uhh, ein dreckiges Solo on top und schon ist die Death Metal Welt über alle Maßen in Ordnung.

"Inked In Blood" ist das wichtigste Werk nach Slowly We Rot (1989) und Cause Of Death (1990). Tödliche Empfehlung!

Dirk


VÖ: 24.10.2014 - Relapse Records



 

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