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Scorpions "Return to Forever" - Album Review

Na da schau her, ein neues Album von den Scorpions. Sollte denn nicht Schluss sein? Nach dem letzten Album „Sting In The Tail“ und einer sehr erfolgreichen Abschiedstournee (Farewell-Tour in 2010), kommt nun der Rücktritt vom Rücktritt des Rücktritts usw. und sofort.

Vielen Fans der Band wird es schlichtweg egal sein. Eventuell ist auch etwas Kalkül dabei, denn in diesem Jahr feiern die Jungs aus Hannover ihr 50-jähriges Bestehen. Wer kann das schon vorweisen? Passenderweise haben die Scorpions ihr neues Album „Return to Forever“ genannt. Also alles super & alles gut oder bleibt doch ein fader Beigeschmack hängen? Mit Nichten, das kann ich schon mal sagen. Allein aus dem Grund, weil die Scorpions über all die Jahre mit ihrer Musik ein Standing erreicht haben, an dem auch nicht mehr geruckelt werden kann. Es ist nun einmal die erfolgreichste Deutsche Hard Rock Band aller Zeiten. Punkt!

So lange keine Scheiben wie „Eye II Eye“ veröffentlicht werden, soll es auch allen Wurscht sein. Nun gut, zu hören gibt es logischerweise feinsten Hard Rock, wie man es von den Skorpionen gewohnt ist. Eingängiger, erdiger Rock trifft auf Klaus Meine‘s unverwechselbare Stimme. Mal in melodisch rockigem Gewand, mal in balladesker Gefühlsschwärmerei, aber genau so etwas möchten potentielle Fans doch auch hören.

Los geht’s gleich mit 2 guten Rockern. „Going Out With A Bang“ und „We Built This House“ zeigen, dass sich der Fünfer noch immer im Genre des Hard Rocks wohl fühlt. Es geht natürlich auch ruhiger. (Damit haben wir nicht gerechnet, Torsten - Anm. Red.) Die Balladen der Scorpions entführen den Hörer immer in eine andere Welt. Man kann sich fallen lassen und seine Gedanken in endlose Traumwelten schicken. Hier nennt sich einer dieser Songs „House of Cards“, der ein kleinen Touch vom bekannten Song „Loreley“ in sich trägt. Weiter geht’s wieder mit 3 Rockern, die sich sehr gut ins Gesamtbild des Albums einordnen. Abwechslungsreich und im gute Laune Modus, kommen sie locker aus der Hüfte. Song Nummer acht hört auf den Namen "Rollin Home". Ein richtiger „Radio Mainstreamer“ mit typischen ohohoho Chören et cetera. Da werden wieder alle Leute, die sonst nix mit härterer Musik zu tun haben, mächtig einen auf dicke Hose machen. "Hard Rockin‘ The Place" fügt sich nahtlos an die drei oben erwähnten Songs an. Nummer zehn - "Eye Of The Storm" -  ist wieder ein balladesker Song, der wunderbar auf Klaus Meine’s markantes Organ abgestimmt wurde.

Nun folgt die kleine Überraschung des Albums: Mit „The Scratch“ hauen die Jungs einen richtigen alten Oldschool Rocker ins Universum. Im Übrigen kein Zufall, denn viele Kompositionen auf „Return To Forever“ basieren auf alten Ideen, die seit Jahrzehnten im Archiv der Band schlummerten. Da wippt und swingt alles mit, vom Kleinkind, bis zu den Großeltern, womit sich der Kreis der geneigten Hörerschaft wieder schließt. Großartig! Jo, und mit dem letzten Song „Gypsy Life“ zeigen die Scorpions wieder, dass das eingangs erwähnte Können, einwandfreie Balladen zu komponieren, eine ihrer Stärken ist. Fazit. Das Album wird genauso erfolgreich werden, wie viele andere Scorpions Scheiben vor dieser Veröffentlichung auch. Der Fünfer ist sich treu geblieben, das Konzept altberwehrt, ihre musikalische Fähigkeiten sind schon lange über jeden Zweifel erhaben und so ist den Hannoveranern wieder ein Album gelungen, das ihnen einmal mehr obere Ränge bescheren wird. Hier und da hätte ich mir mehr enthusiastischere und härtere Klänge gewünscht. Aus diesem Grund mag ich "Sting In The Tail“ aus dem Jahr 2010 mehr. Freilich, das ist Jammern auf hohem Niveau, aber der Vorgänger „catched“ irgendwie mehr. Trotzdem 8,5 fette Talker !!!

 

Torsten

8,5/10 Talkern

VÖ: 20.2.2015  Label: Sony Music



Jello Biafra with D.O.A. - "LAST SCREAM OF THE MISSING NEIGHBORS" 1989

Es muss im Frühjahr 1990 gewesen sein, als ich durch die Kreuzberger Gneisenaustraße schlurfte.

Aus der offenen Tür eines kleinen Plattenladens im Kellergeschoß dröhnten geile Gitarren und eine Stimme, welche ich auf dem Times Square raushören würde. Das war unverkennbar Jello Biafra und vor allem – es war ein Song, den ich nicht kannte. Sollte mir bei der zugegebenermaßen nicht idealen Versorgungslage in der Zone eine Veröffentlichung der Kennedys entgangen sein? Der Ladenhüter, ein Althippie komplett in Batikklamotten (der Anblick allein reichte, um ohne Joint durch den Tag zu kommen), hatte wahrscheinlich schon die Cover der ersten Ton Steine Scherben mitgeklebt.

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