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Full Devil Jacket "Valley Of Bones" Album Review

Man kann es drehen und wenden wie man möchte. "Valley Of Bones" ist radiotauglich und schrammt damit meilenweit an unserem Gefühlzentrum vorbei.

Was aber auch auf der Hand liegt, ist die Tatsache, dass auf dem neuen Album der Amis eine Hand voll guter Songs stehen. Und es kommt noch schlimmer, denn gerade die langsamen Tränenpressen sind der Rede wert. Nun aber erst einmal die Fakten: Full Devil Jacket haben das letzte Album genau im Jahr 2000 in den Orbit geschossen, danach versuchte es Sänger Josh Brown dem Album gleichzutun und schoss sich direkt hinterher, indem er eine beachtliche Portion Heroin einspachtelte, die ihm um Haaresbreite den Garaus gemacht hätte. 2010 nahm die Band langsam wieder am Rock-Leben teil, erste Live-Aktivitäten und 2014 dann das hier besprochene Album "Valley Of Bones", nur haben Josh und sein Gefolge den Rundling letztes Jahr in Eigenregie mit einem anderen Cover veröffentlicht.

Dass Full Devil Jacket damals mit Slayer tourten erscheint uns in der Geschichte der Band relativ uninteressant, doch überall steht's geschrieben, vielmehr sind hier Nickelback zu nennen, mit denen sie ebenfalls auf Tour waren. Alternative Metal spielen die zwar auch nicht, doch treffen sich beide Bands auf dem großen Feld radioaffiner Rockballaden. Der vorliegende Rundling ist eine gelungene Mixtur aus eben diesen Softrockern und gut arrangierten Mainstreamstampfern, die nicht nur einmal an die Chicago-Giganten von Disturbed erinnern. Thematisch beackern Full Devil Jacket das Breite Spektrum menschlicher Gefühle, und wer hätte es vermutet, Josh lässt natürlich auch Erfahrungen aus der Welt des Heroins einfließen, der Klassiker eben. Rockstar trifft auf Drogen, Drogen und Rockstar treffen auf das Ende - es folgt die Läuterung  des Protagonisten und die daraus resultierenden grenzenlosen Weisheiten aus dem Reich bewusstseinserweiternder Substanzen. Alles schon einmal dagewesen, nicht wahr?  Das Ganze klingt dann relativ kalkuliert und offenbart zu keinem Zeitpunkt tiefgreifende Neuerungen, daran können auch die rar gestreuten Soli sowie die ebenfalls sehr radiotauglichen Powerchords nichts ändern.

Full Devil Jacket bewegen sich mit "Valley Of Bones" auf ausgetrampelten Pfaden, doch was sie machen, machen sie eben gut. Radiostationen dieser Welt, werdet dieser Scheiblette habhaft und dudelt sie bis zum Abwinken. Wir würden uns nicht wundern, wenn Songs wie zum Beispiel "Paper Crown" und "August", direkt nach VÖ in die Charts klettern.

Dirk

6,5/10 Talkern


VÖ: 8.5.2015  Label: Steamhammer - SPV



 

Equilibrium "Waldschrein" 2013

Kein Zweifel ist möglich, dass es sich hier um eine sehr gelungene EP der Münchener Equilibrium handelt. Halten wir inne und lassen die letzten zehn Jahre Revue passieren. Equilibrium haben im Laufe der vergangenen Dekade nicht ein schlechtes Album abgeliefert. Freilich haben sie sich entwickelt, die Musik klingt nicht mehr ganz so roh, das ein oder andere Element fand Wiederholung, aber ihre Songs besitzen Seele und haben Wiedererkennungswert. Vor diesem Hintergund ist es absolut zu verzeihen, dass die Anzahl ihrer Veröffentlichungen wohl eher gering ausfiel. Wenn wir das Demo, ReRelease und diese EP außen vorlassen, dann haben es Equilibrium in zehn Jahren auf drei offizielle Studioalben gebracht.

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