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Nachtgeschrei - Staub und Schatten - Review

„Du nennst mich Monster, nennst mich Schuld allein!“ Wenn das mal nicht nach Bruce Dickinson auf einem Mittelaltertreffen klingt.

Aber lassen wir das mit dem Mittelalter, denn wer Nachtgeschrei kennt, der weiß, dass die Musiker zwar aus einer Irish Folk Kapelle hervorgegangen sind, doch wollen Martin: Gesang, Keys - Laui: Drehleier, Flöten, Backgroundvocals - Nik: Dudelsäcke - Sane: E- und A-Gitarren - Tilman: E-Gitarren - Oli: Bass und Stefan: Drums, ihr Existenz auf gar keinen Fall nur auf Medieval-Fundamenten begründen, zumal einige Bandmitglieder aus der Todesbleiecke stammen.

Fakt ist, es tönt nach Mittelalter Rock bis Metal, zwar übertreiben es die sieben Barden mit dem typischen "Glockengebimmel" nicht und auch Lyrik und Prosa könnten durchaus auf einem anderen Album stehen, doch ganz werden sie diesen Vergleich nicht los. Das wollen sie bestimmt auch nicht, denn nichts wäre leichter, als ein paar Dudelsäcke über den Jordan zu schicken. 2006 gegründet, mittlerweile 4 Studioalben über Massacre Records veröffentlicht, bringen Nachtgeschrei nun das fünfte Werk über Oblivion - SPV zur Welt. Erfahrung haben sie also mehr als genug und das hört man dem Album auch an. Gut arrangierte Songs, abwechslungsreicher den je, überspannen die ganze Dauer des Albums, dabei mischen Nachtgeschrei Rock, Metal, Folk und auch düstere Klänge aus dem Spitzbogen-Zeitalter geschickt miteinander. Die solide Produktion versteht sich von selbst, zumindest erwarte ich das von einer Band wie Nachtgeschrei ohne Kompromisse.  

Mittleres Tempo ist ihre Passion, Texte - die man verschiedenartig interpretieren kann - ihre Leidenschaft, während verwunschene Welten ihr zu Hause sind. Gitarre und Dudelsack oben drauf, fertig ist das Nachtgeschrei. Manchmal wirkt diese Mixtur perfekt, in einigen Passagen nur gefällig und ab und zu keimt der Wunsch in mir auf, sie könnten etwas mehr in die Vollen gehen. Will heißen, der Härtegrad dürfte ruhig ein paar Prozentpunkte nach oben geschraubt werden. Martin, seines Zeichens Sänger und Keyboarder der Band, tönt in den kräftigen Passagen sehr verträglich. Verträglich, weil reichlich deutscher Text und Mittelalter-Feeling Gefahren in sich birgen. Gefahr Nummer 1: die Melodien verschwimmen! Gefahr Nummer 2: das Svbway To Sally Syndrom! Ich bekomme es regelmäßig mit der Angst zu tun, wenn sich eine deutschsprachige Band in diesem Genre ankündigt. Gottseidank umschifft Martin in den meisten Fällen diese Gefahren, aber das gelingt ihm eben nicht immer. Ich denke, dass viele Fans genau hier den Bewertungshebel ansetzen werden. Mehr Singsang aus dem Hause Dickinson oder einfach nur weniger Text hätten dem Werk sehr gut zu Gesicht gestanden. "Staub und Schatten" ist trotzdem ein gutes Album, das verträumte bis ernsthafte Lyrik enthält, die Rock und Metal Gemeinde gleichermaßen ansprechen dürfte, aber - und das ist nun einmal so - unter der schweren Last der sperrigen Deutschtexte leidet. Anspieltipp, Rausschmeißer und absolut genialer Song: "Schlaflos"

Dirk

7/10       


VÖ: 7.8.2015 Label: Oblivion - SPV



 

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