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Macbeth - Imperium - Review

In der Shakespeare Tragödie spricht der König Macbeth: „Ich gehe nicht mehr hin, ich bin entsetzt, Denk ich, was ich getan! Es wieder schaun - Ich wag es nicht!“ Natürlich hat dies hier nichts mit der Musik der Erfurter Band Macbeth zu tun. Dennoch passt dieser Monolog im übertragenen Sinne zur thematischen Umsetzung des neuen Albums.

Es geht wieder einmal schlicht weg um das Thema Krieg und seine traumatischen und paralysierenden Auswirkungen auf die Beteiligten. "Imperium" behandelt u.a. das Grauen des 2. Weltkrieges an der Westfront. Macbeth setzen auf ihrem aktuellen Werk grausame Geschehnisse, die sich im und vor allem nach dem Krieg abspielten, sehr eindrucksvoll um. Das gilt für die musikalische als auch für die textliche Seite. Man stelle sich einfach die damalige Zeit vor, als junge Männer einberufen wurden, um für Volk und Vaterland zu töten, und das in einem der sinnlosesten und brutalsten Kriege, die es je gegeben hat. Eingeleitet wird das Album mit einem Intro, das man als Weiterführung der Stalingrad Trilogie („Das Kreuz“) vom Album „Wiedergänger“ sehen kann. Man befindet sich in Gedanken direkt wieder am Kriegsschauplatz. Also Freunde, hinsetzen und der musikalischen Geschichte, die Macbeth nun weitererzählen, lauschen.

„Inferno“ (Track 3) weis mit seinem Tempo und den manchmal nach Bolt Thrower klingenden Gitarren zu überzeugen. Im Song „WN62“(Widerstandsnest 62 am Omaha Beach 1944 Normandie) stellen Macbeth die Ausmaße der posttraumatische Störung eines deutschen Soldaten dar - und zwar schonungslos und  sehr emotional. Eingeleitet mit dem Geräusch des MG-Geschützes gen GI’s, ist dieser Song das erste Highlight der Platte. Unglaublich, mit welcher Inbrunst und Brachialität, Sänger Oliver Hippauf, diesen Wahnsinn umsetzt. Genau so muss es klingen, um sich in die Lage des Protagonisten hineinversetzten zu können. Der Gänsehaut-Refrain - "Nacht für Nacht kommen sie wieder und schauen mir ins Gesicht, lasst mich doch endlich ruhen, ich tat nur meine Pflicht!" - spricht Bände. Mit „Verloren“ wird an die vielen zwischenmenschlichen Tragödien erinnert, die der Krieg hervorrief. Väter wurden von ihren Frauen und Kindern getrennt, welche sie nie wieder sahen, da sie in den seltensten Fällen nach Hause zurückkehrten.

Diejenigen von uns, denen diese alten Geschichten von Oma und Opa sehr bekannt vorkommen, wird dieser Song wirklich zum Nachdenken anregen. Zurück nach Stalingrad geht es mit dem Song „Pawlows Haus“, ein stark umkämpftes Gebäude, an dem sich die Deutschen bekanntlich ihre Zähne ausbissen. Brachiale Riffs - mit fetten sowie melodisch sägenden Gitarren - untermauern das ganze Szenario. Stark umkämpft - starker Song! Der Titeltrack „Imperium“ wird mit ordentlichen Schweden-Death-Metal-Melodic-Gitarrenriffs eingeleitet, die sich wie ein Faden durch den ganzen Song ziehen. Sau Geil! In „Soweit die Füße tragen“ bekommt der Schreiberling dieser Zeilen ein ähnliches Gefühl, wie er es schon während der Stalingrad Trilogie erfahren hat. Unglaublich genialer Song! Man fühlt regelrecht das Leid des Ganzen. Auf jeden Fall Highlight Nummer zwei. Um nicht das ganze „Imperium“ auseinanderzunehmen und dem Hörer etwas Spannung zu lassen, komme ich nun zum Fazit. (Ah, einen ganzen Song gönnst Du uns also noch. - Anm. Red.)

Untermauert durch eine ordentliche Produktion, lässt das komplette Album keine Wünsche offen und überzeugt von vorn bis hinten. Ich empfehle die Digipack-Version von „Imperium“, da sie mit 3 Bonustracks aufgewertet wurde. 3 Live Tracks, die es in sich haben. Mit „Death Under Moonlight“, einem echten Oldschooler und zwei unplugged Versionen, nämlich „Der Fährmann“ sowie „Maikäfer flieg“, befindet sich eine dicke Zusatzladung an Bord.

Daumen hoch Freunde! Hier nun die Gründe, warum man Macbeth ein Ohr schenken sollte: 1. Die Band-Vergangenheit - 2. Die schonungslosen und knallharten, emotionalen Texte und 3. Natürlich die sehr gute musikalische Darbietung in Form von Thrash/Heavy Metal mit aggressivem Gesang.

Die deutschen Texte passen bei Macbeth wie die berühmte Faust aufs Auge. Möglicherweise mögen dem einen oder anderen die Vokals sehr eigen vorkommen, doch lasst euch auf diese Art der Interpretation ein und ihr werdet die musikalische Welt der Thüringer Urgesteine verstehen. Macbeth haben logischerweise nichts Neues erfunden, aber sie haben Wiedererkennungswert und die Gabe, schwierige Themen ohne Glorifizierung der Geschichte umzusetzen.

Torsten

9/10 Talkern


VÖ: 11. September 2015  Label: Massacre Records


Quelle: http://www.william-shakespeare.de



 

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