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Draconian - Sovran - Review

Wenn jeder Song auf diesem wunderbaren Album die Klasse eines "Rivers Between Us" (Track 8) besitzen würde, dann wäre demnach dieses Werk aus einem unbegreiflich dichtem Netz von Spannung und erdrückend schöner Melancholie durchzogen.

Mit diesem Satz ist prinzipiell alles formuliert und ich könnte dieses Review, zufrieden und in völligem Einklang mit mir selbst, abschließen. Doch so einfach ist eben nicht. Sicherlich wird es vielen ähnlich ergangen sein, als sie Mitte der Neunziger einfach keine growlenden Slow Metal Kapellen mit weiblichem Gesang mehr hören konnten. Der Sack war zu, die Ohren auch! Nix ging mehr, doch die Szene entwickelte sich über viele Subgenres prächtig weiter und erfuhr zur Jahrtausendwende durch das neue Große Ding - Fermale Fronted Symphonic Metal - erneuten Glanz. Allen voran - ich müsste es wohl nicht erwähnen - Nightwish, die sich langsam aber sicher zur Speerspitze dieser Szene mauserten. Nun haben Draconian mit Nightwish in etwa so viel gemein, wie ein goldener Nagel aus dem Schrein des heiligen Maurus und eine Stopfnadel aus Omas Nähkästchen.

Wer das Wort Draconian hört, wird ohne große Umschweife ganz automatisch das 95er Album "Draconian Times" von Paradise Lost vor Augen haben. Fast könnte man meinen, die Schweden hätten sich direkt nach diesem Meilenstein benannt. 1994 unter dem Namen Kerberos als Death Metal Band gegründet, benannte man sich wenig später in Draconian um. Es war genau die Zeit, in der Paradise Lost "Draconian Times" veröffentlichten. Und ja, die Musik der Schwedischen Gothic Doomster lässt eben jene Zeit aufleben. Death Metal meets Gothic meets fermale fronted vocals. Auf Sovran gehen jene Elemente ganz langsam auf sich zu und verschmelzen zu einem schaurig schönen Gesamtwerk, dass mit dem eingangs erwähnten "Rivers Betweeen Us" seinen absoluten Höhepunkt erfährt! Die Hochzeit, die Krönung oder das Maß aller Dinge, wenn man in Verbindung mit dieser Musik davon sprechen darf. Abgrundtiefe Growls treiben dich langsam aber bestimmend in Grabesnähe, wo die engelsgleiche Stimme der Sängerin Heike Langhans Deine gebrochene Seele auffängt, nur um mit Dir die lange Reise ins Reich der endlosen Schatten anzutreten. Vorbei an verborgenen Welten, vergangener Schönheit - mit erdrückender Schwere und lieblichem Sanftmut - geht es unaufhaltsam ins Reich melancholischer Draconian-Sounds. Doomige Death Metal Gitarren bilden das erdige Fundament für die stets präsenten, alles und jeden umhüllenden Leadgitarren, welche fortwährend durch dieses wunderschöne und doomige Szenario ziehen. Selbst das Herz will langsamer schlagen, wenn "Sovran" von Dir Besitz ergreift. Erinnert an eine Zeit, in der Bands wie The Gathering mit "Always" das erste Mal die Tore zu dieser wunderbaren Welt aufstießen, will ich Euch dieses wirklich gelungene Album zu Füßen legen und um Verzeihung bitten, dass ich Euch diese Band nicht schon früher empfehlen konnte. Verneigung!

Der Prior

   


VÖ: 30. Oktober 2015 - Label: Napalm Records



 

Sound Storm - Vertigo - Album Review

Dieses Review sollte unbedingt mit einem Zitat beginnen: "VERTIGO ist sowohl ein Metal-Album als auch die von Sound Storm entwickelte, aus mehreren Episoden bestehende TV-Serie!" Alle Wetter, dann widmen wir uns doch trotzdem in erster Linie der Musik, denn diese steht hier nun einmal im Vordergrund. 

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