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Pityhole - Last Breath On Earth - Review

Pityhole, das ist in erster Linie Patrick Hanemann! Tja - und seine Welt ist ein Schwein. Es wäre nicht derselbe Patrick Hanemann, wenn ich nicht beim Überfliegen der Tracklist direkt schmunzeln müsste. ("My World Is A Pig" - letzter Song)

Zwar verarbeitet der Künstler aus Weil am Rhein überwiegend ernste Themen, doch habe ich das Gefühl, der letzte Funke Hoffnung wacht mit einem Lächeln über Pityhole.

Im letzten Review - das wir im Oktober 2014 veröffentlichten - haben wir auf metaltalks.de noch keine Punkte vergeben. Mittlerweile schauen wir mit Wehmut auf diese Zeit zurück, denn inzwischen bekennen wir Farbe und daher wurden auch schon mal eisenhaltige Tränen vergossen. Patrick Hanemann - alias Pityhole - brauch sich diesbezüglich allerdings nicht zu sorgen, denn eins steht schon nach dem ersten Durchlauf fest: Das neue Material wirkt wesentlich ausgereifter und vor allem harmonischer. Soll heißen, das Liedgut des nunmehr 5. Albums beansprucht einen Platz im Langzeitgedächtnis des Rezensenten.

Wo ein einziger Musiker nur diese Kreativität hernehmen kann, ist mir ein verdammtes und unlösbares Rätsel. Hast Du eine Band, gibt's reichlich Kreativität, doch der kleinste gemeinsame Nenner ergreift die Flucht. Als Solokünstler wird der kleinste gemeinsame Nenner nicht mehr von Deiner Seite weichen, soviel ist sicher. Die Kreativität jedoch - der Antrieb eines jeden Künstlers - steht oftmals mutterseelenallein in der Welt grenzenloser Möglichkeiten. Patrick Hanemann konnte auf "Last Breath On Earth" die jeweiligen Vorteile für sich nutzen und kredenzt uns mit seinem aktuellen Album abwechslungsreiche Kost, die in etlichen Schubladen zuhause ist.

Soundtechnisch geht's auf "Last Breath..." in die finale Dekade des letzten Jahrtausends zurück, einer Zeit, in der immer leitungsfähigere Prozessoren dem guten alten Heavy Metal ein neues Gesicht verliehen. Groovig und experimentell arbeitet sich Patrick Hanemann durch die finsteren Welten des Thrash und Death Metals, dabei bekommt der Zuhörer zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, sich für irgendein Genre entscheiden zu müssen. Kaum will man sich festlegen, zeigt die Kompassnadel in die entgegengesetzte Richtung und man wirft sämtliche Thesen über Board. Trotz der fortwährend finsteren Themen, verbindet Patrick Hanemann alle Songs mit einem harmonisch roten Faden, der die unterschiedlichen Einflüsse fast in Luft auflöst. Ich bin begeistert, was Pityhole anno 2015 auf die Beine gestellt haben. Plural charakterisiert den Satzbau? Genau, denn obwohl Pityhole ein Last One Of Weil am Rhein Projetkt ist, saß während der Aufnahme kein Geringerer als Norman Lonhard (Triptykon) hinter der Schießbude.

"Last Breath On Earth" ist nicht nur ein Reifezeugnis für den unermüdlichen Musiker Patrick Hanemann, es ist ein durchweg gelungenes Album, das seine Stärken insbesondere durch wunderbare Harmonien ins Szene setzt. Anspieltipps: der ruppige Opener "Across The Cross", der geniale Titeltrack, das ruhige "I' m Awake" sowie "Sorrow On My Shoulders"

Dirk

8/10 Talkern


VÖ: 15.11.2015 - Label: Indipendent



 

SONATA ARCTICA "Pariah’s Child" 2014

"Pariah’s Child" muss reifen. Warum? Ganz einfach, soviel gutes Material kann man unmöglich in einem Ritt verarbeiten. Voraussetzung ist: Melodic Metal weiß zu gefallen und Experimente sind zulässig. Zugegebenermaßen erwarteten wir kein "Silence" mehr, obgleich wir es uns gewünscht hätten. "Pariah’s Child" überzeugt durchaus mit anderen Stärken. Ausgereifte Songstrukturen und professionelle Arrangements, sind 2014 wesentlicher Bestandteil des Songwritings der Finnen.

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