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Candlemass - Death Thy Lover - EP - Review

Wenn Candlemass, die schwedischen Epic Doomster um Bandleader Leif Edling, 'nen neuen Rundling ankündigen, bekomme ich schon Wochen vor Veröffentlichung des Scheibchens gewaltig Puls.

Nicht weil ich Angst habe, dass die Band aus Stockholm nach etlichen Jahren ihrer Existenz nun doch den Kurs wechseln könnte, nein - weit gefehlt, denn Candlemass gehören ohne Zweifel zu den Bands, deren Debüt-Album sich rein stilistisch kaum spürbar vom jeweilen neusten Output unterscheidet. Es ist vielmehr die Neugierde, die mein Blut in Wallung bringt. Schon ihr Erstlingswerk "Epicus Doomicus Metallicus" hat mir eine Erpelhaut nach der anderen auf den Rücken getrieben. Ob "Nightfall", "Ancient Dreams" "Tales Of Creation" oder das völlig zu unrecht unterbewertete "Chapter VI" Album aus dem Jahre 1992, ich mochte sie alle. 

Mal größere Pausen oder kleinere Durststrecken, irgendwie ging es mit Candlemass immer weiter. Der Stimmen gab es im Laufe der Jahre viele. Egal welche Epoche, letztlich entschieden die Songs. Kreativ waren Candlemass schon immer, auch wenn das ein oder andere Live-Kontert aufgrund des Knaben am Mikrofon nicht immer das gelbe vom Ei war. Letztlich konnte man sich Candlemass rein kompositorisch verlassen. Kreative Seitensprünge gönnte sich Bandkopf Leif Edling ebenfalls. Ja, Abstract Algebra waren schwer zu verarbeiten, aber mit seinem aktuellsten Projekt Avatarium - wenn man überhaupt von Projekt sprechen darf - setzte Leif letztes Jahr ein Punktlandung, die noch heute für offene Münder in der Szene sorgt. 

Womit wir beim Thema wären, denn ein paar Spurenelemente (z.B. in Track 3) der Avatarium-Kompositionen sind auch auf der aktuellen EP "Death Thy Lover" auszumachen. Was soll's, es ist unweigerlich eine lupenreine Candlemass Extended Play, die schon mit ihrem Opener und Titel-Track so derartig überzeugt, dass mir die Sprache wegbleibt. Sänger und Neuzugang Mats Levén erinnert mich dabei an Thomas Vikström (Chapter VI) und Robert Lowe (Vocals 2006-2012) in Personalunion. Death Thy Lover - was für ein Refrain, Kopf hoch, Flügel ausbreiten, das Leid der Welt in Form epischer Melodien aufnehmen und schon ist für einen Augenblick eben diese Welt in Ordnung, zumindest für mich. Göttlich! Aufwachen ist angesagt! Noch 3 Doom-Perlen stehen auf der Liste. "Sleeping Giant" besitzt etwas mehr Schwergewicht, kann dem Refrain des Openers aber nicht das Wasser reichen. "Sinister N Sweet" versprüht in den ruhigen Passagen etwas Avatarium-Feeling, das Doom sei Dank schwerfällig in die Enge gerieben wird. Das  Solo im ersten Teil ist nicht nur ein Volltreffer, es bricht auch die üblichen Song-Strukturen auf. Der Letzte im Bunde, hört auf den Namen "The Goose", ist rein instrumental und äußerst Riff-betont, wobei Candlemass eben damit breitwandigste Doomsounds erzeugen, die auch diesen über 6 minütigen Song sehr kurzweilig erscheinen lassen. Auch hier wieder 'nen Solo, welches nicht nur das Ende der EP besiegelt, sein Ausblenden ist hoffentlich der Übergang zum nächsten Scheibchen in voller Länge.

Candlemass sind mit "Death Thy Lover" noch immer da, wo ich sie schon immer sah, nämlich ganz weit oben. Klar hätte ich mir nach 4 Jahren auch ein komplettes Album vorstellen können, doch mit fast 26 Minuten Spieldauer bewegt man sich zeitlich immerhin fast auf "Reign In Blood" Niveau, das nur unwesentlich länger war und als Long Player durchgegangen ist. "Death Thy Lover" ist 100% Candlemass, sehr gelungen und jede Sekunde seines doomigen Daseins wert.  

Dirk

8,5/10 Talkern 


VÖ: 3. Juni 2016 - Label: Napalm Records 



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