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The Ossuary – Post Mortem Blues - Review

Alter Verwalter des Uralt-Sounds! Ich bin doch sehr über eine Combo aus unserem Nachbarland Italien überrascht. Wenn ich dann auch noch erfahre, dass genau diese Band erst seit Oktober 2014 existiert, muss hier wohl etwas nicht stimmen. Fehlanzeige, denn es stimmt alles und das ist somit einfach unglaublich.

Wenn ihr auf erdigen 70er Heavy Rock/Doom mit leicht progressivem Flair steht, der aus einer Zeit stammt, in der Heavy Metal erst noch geboren werden musste, dann seid ihr hiermit mehr als bedient.

Folgendes Zitat der Promo Firma ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit: „Ein Mix aus Sabbath-artigen Riffs, düsterer Pentagram-Stimmung, melodischen Thin Lizzy / Wishbone Ash / guten alten Iron Maiden Gitarren Leads, Captain Beyond Prog Passagen und epische Ausschweifungen à la Rainbow“.

Glaubt ihr nicht? Oha, dann hört euch diese Wahnsinns-Band an. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: Das könnte das nächste große Ding im Uralt-Retro-Bereich sein. Voraussetzung ist natürlich, dass sie nicht an sich selbst scheitern. Punkt um und Schluss. Doom Heavy/Rock in fantasievollen Klangwelten gefangen, trifft auf Sounds allseits bekannter Bands und verschmilzt zu einer Symbiose, die frei von allen modernen und schnelllebigen Mechanismen der heutigen Zeit ist.

Keine Ahnung, wie sie das anstellen, aber es funktioniert einwandfrei und man kann sich inmitten des Universums der Gefühle einfach mal fallen lassen. Selbstverständlich wird auch mit „Post Mortem Blues“ nichts neu erfunden aber wie die vier Italiener genau diese Black Sabbath-mäßigen Riffs - und hey, bei „Blood On The Hill“ auch zusätzlich am Ende des Songs so ein leicht abgewandeltes, geklöppeltes Drumming ala „Children Of The Grave“  - hinzaubern, ist einfach mal genial.

Beim Song „Evil Churns“ wird mal so etwas von abgedoomt, dass man gar nicht so recht weiß, wie einem geschieht. Hier trifft epischer Doom auf tiefe Stimmungen, die final in einem abgespacet psychedelischen Wahnsinn enden. Man fühlt irgendwie so:  Ja mensch, schon mal gehört, aber dann überlegt man, ja wo eigentlich? Diese verdammten (im positiven Sinne) Italiener schaffen es doch tatsächlich alles ohne die direkten Parallelen zu anderen Bands klingen zu lassen. Es wirkt alles sehr eigenständig, auch wenn wir meinen, ständig Parallelen zu hören. Genau das macht diese Chose eben so spannend und interessant. Dazu kommt eine astreine, dem Sound entsprechende Produktion. Ich benutze mal den Begriff „Schalldruck“, denn das ist es, was man hier vor die Hörner bekommt. Ebenfalls beachtlich: Mit einem gewissen Stefano "Stiv" Fiore haben The Ossuary einen erstklassigen Sänger am Start. Durch seinen emotionalen und abwechslungsreichen Gesang schafft er es diesem Stil seinen Stempel aufzudrücken. Göttlich und genial!

Der absolute „Catcher“ ist definitiv der Titeltrack „Post Mortem Blues“. Was für eine - Hippie trifft auf Düster Doom Rock - Hymne. Hier steht niemand mehr still. Dieser Blues wird Euch in eine elektrisierende Ektase entführen. Ich kann es einfach nicht glauben, wie geil diese Musik ist. Umso mehr erfreut mich die Tatsache, dass hier eine Retro Band am Start ist, bei der es über die Dauer des Albums einfach nicht langweilig wird. Ich meine, dieses Problem haben sich nämlich so einige Bands aus diesem Genre aufgeladen. The Ossuary hingegen, ziehen den Hörer in ihren Bann und lassen ihn nicht mehr los. Das mag alles etwas übertrieben klingen, aber nein, ist die in Realität. Hört euch dieses Album an und ihr werdet Euch voller Ehrfurcht auf den Knien wiederfinden. Spätestens bei oben genannten „Evil Churns",  ist das gewisse Pippi in den Augen garantiert. Wem das noch nicht als Kaufanreiz reicht, dem ist nicht mehr zu helfen. Verschmäht dieses Meisterwerk nicht, ihr würdet es bereuen. Hier kann es nur eine Wertung geben und das ist die Höchstpunktzahl!

Torsten

10/10 Talkern


VÖ: -17.2.2017  Label: Supreme Chaos Records


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