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Cornerstone - Reflections - Album Review

Cornerstone haben mit "Reflections" ihr drittes Album veröffentlicht. Die Rockband aus Niederösterreich setzt voll auf weiblichen Gesang, allerdings braucht ihr keine Angst zu haben, eine weitere Symphonic Rockband ertragen zu müssen.

Dafür müsst ihr allerdings - sagen wir mal - den Wohnzimmerrock des Quartetts erdulden. Sicher steckt in jedem Album viel Mühe und Herzblut, da bin ich mir Sicher und daher auch meinen vollen Respekt. Hut ab vor dieser Leistung, doch irgendwie möchte das gebotene Material einfach nicht zünden. Homogen und zäh kämpft sich "Reflections" durch meinen akustischen Ansaugkanal bis zur Ohrtrompete. Keine Emotionen, keine Dynamik - einfach alles gleichförmig. Totproduziert? Vermutlich, denn textlich als auch instrumental haben Cornerstone durchaus Emotionen auf der Abschussrampe platziert, nur können sie diese einfach nicht zum Einsatz bringen. 

Mir fehlen hier wirklich der Arschtritt und auf der anderen Seite Sanftmut und Melancholie. Ob Piano-Keys oder Rhythmus- bzw. Lead-Gitarre, ob Gesang oder Drums, alles ist in einem unantastbaren Käfig gefangen, der weder Herz noch Seele erreicht. Schade eigentlich, denn klassische 80er-Schnulzen der Marke "Heart On Fire", hätten durchaus ihre Reize. Manchmal fühle ich mich wirklich in die Zeit zurückversetzt, in der die italienische Sängerin Valerie Dore anno 1984 mit ihren Songs die Pop-Musik aufmischte, nur war auch hier - trotz der hauptsächlich elektronischen Instrumente - wesentlich mehr Dynamik auszumachen.

Wie auch immer, Cornerstone haben ein solides Fundament gegossen, das Haus steht ebenfalls, jetzt muss nur noch die langweilige Inneneinrichtung raus, 'ne schicke Fassade her und schon ergibt die Grundsteinlegung einen Sinn. Das ist leicht gesagt, ich weiß.

 

Dirk

5,5/10 Talkern


VÖ: September 2016 - Label: Atom Records



 

Rhapsody Of Fire "Dark Wings Of Steel" 2013

Rhapsody Of Fire ist eine der beiden Bands, die ursprünglich aus Rhapsody hervorgegangen sind. Lucca Turilli's Rhapsody wäre dann also Band Numero 2. Wenn wir das Rad der Zeit noch etwas weiter zurückdrehen, dann landen wir im Jahr 1993 und damit auch bei der Vorgänger-Band Thundercross. Ohne Zweifel haben alle beteiligten Musiker im Verlauf der vergangenen 20 Jahre großartige Musik geschrieben. Manchmal wurde es mir ein wenig zu viel Abenteuer und Bombast. Halbgare Kompositionen oder meinetwegen auch fruchtlose Phasen haben ihr Übriges getan. Es kam wie es kommen musste, die Luft war raus und als Fan verliert man dann schnell den enthusiastischen Anschluss und verfolgt das Schaffen einer Band nur noch im Augenwinkel. Um so schöner, dass ich nach dem ersten Durchlauf von "Dark Wings Of Steel" sofort das Gefühl hatte, die Songs der neuen Langrille besitzen wieder Klasse und bestechen mit ausgereiften Harmonien.

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