1. Releases

  2. Interviews

  3. Live-Dates

  4. Verlosung

  5. Shirt-Talks

  6. wir hören



AYREON - The Source - Album Review

Beeindruckend, was Arjen Lucassen - dem einstigen Vengeance-Gitarrist - mit seinem neuesten Sound-Monument "The Source" gelungen ist. Seit 2008 schien Planet Y von der Sonne weiter entfernt als der Ex-Planet Pluto, der im Durchschnitt immerhin rund 5,9 Milliarden Kilometer Abstand hält. 

Astrologie-Unterricht? Mt Nichten, doch nachdem Arjen Lucassen sich 2008 das letzte Mal mit dem Planet Y beschäftige, und zwar auf dem Album "01011001", war an eine Rückkehr eines derartigen Themas kaum mehr zu denken. Stattdessen bekam der geneigte Ayreon-Fan 2013 zähes, überlanges Song-Material kredenzt. Sicher, hochwertig waren auch diese Kompositionen, nur eben sehr schwer verdaulich. Wer den Monumental-Komponisten schwermetallischer Epic-Alben kennt, der weiß, ohne Unterstützung namenhafter Musiker, befördert Arjen seine Sound-Kathedralen nicht in den Orbit und so liest sich das Line-Up von "The Source" wie die Liste einer Award-Nominierung. Als da wären: 

James LaBrie (Dream Theater), Tommy Giles Rogers (Between the Buried and Me), Simone Simons (Epica), Mike Mills (Toehider), Floor Jansen (Nightwish), Hansi Kürsch (Blind Guardian), Michael Eriksen (Circus Maximus), Tobias Sammet (Edguy, Avantasia), Nils K. Rue (Pagan's Mind), Zaher Zorgati (Myrath), Tommy Karevik (Kamelot) und Russell Allen (Symphony X).

Den Sechs-Saiter bedient auf dem 2017er Silberling nicht nur der Meister selbst, sondern auch Paul Gilbert (Mr. Big), Guthrie Govan (The Aristocrats, Steven Wilson) und sein Landsmann Marcel Coenen (Sun Caged). Die Synthesizer werden durch Mark Kelly von Marillion und natürlich Arjen Lucassen malträtiert, wobei Arjen für “The Source” wieder einmal analoge Synthesizer ausgrub, deren Klang das Ergebnis wunderbar natürlich erscheinen lässt. Ed Warby verdrosch erneuet die Felle, was dem einzigen Ayreon-Dauer-Mitglied & Präzisionsdrummer vermutlich ein Bedürfnis war. Statt auf den Planeten Y verschlägt es uns auf dem Album „The Source” 6 Milliarden Jahre in der Zukunft. Künstliche Intelligenz beherrscht das Szenario und dominiert den Planeten Alpha im Sternennebel Andromeda. Ähnlich wie auf unserer geschundenen Erde, bedrohen in dieser Geschichte  ökologische und politische Katastrophen die Existenz der Alpha-Bewohner. Die Assoziation wird niemanden verborgen bleiben, ähnlich der Entwicklung auf unserem Planeten, legen die Bewohner ihre Hoffnung sowie ihren Glauben in die Hände von Großrechnern. Dass das keine gute Idee war oder besser gesagt, ist, kann sich jeder an 10 Fingern abzählen, letztlich bleibt den dort lebenden Individuen nur die Flucht.

Dieses Monstrum von einem Album wird man wohl kaum mit puristischer Prosa umschreiben können, allein die Fakten fordern weit mehr als 300 Wörter. Angesichts dieser massiven Ansammlung etablierter, erfahrener Musikern, gleicht selbst konstruktive Kritik blankem Hohn. Möchtest Du dich etwa als Genre-Geselle 10 Professoren entgegenstellen? Ich jedenfalls nicht! Allein der Gedanke an diesen Wahnsinn treibt mir schwerste Ehrfurcht unter die Schädeldecke. Wer ausufernde, progressive Kompositionen mag, kann mit "The Source" absolut nichts falsch machen. Die Produktion hat erwartungsgemäß ein überaus breites Kreuz, während die Songs derart vielschichtig ins Kreativ-Zentrum drücken, dass selbst die 10. Runde für Überraschungen seitens des Zuhörers sorgen wird. Altvordere Melodic- & Prog Metal-Fans werden ohnehin bei jedem neuen Gesangs-Part mit einem fetten Grinsen durch die Landschaft rennen. Wenn es überhaupt etwas auszusetzen gibt, dann ist es der Umstand, dass es auf "The Source" zu viel von allem gibt. Lachhaft! Wie ein Buffet, dessen dekadente Speisekarte den gefräßigen Konsumenten an seine Grenzen führt. Ich verneige mich nun mit einem fettigen Maul voller Noten & Partituren! Hochwertiger Metal! Mal sanft, mal schwer,  reichhaltig & unfassbar gut!

Dirk

9/10 Talkern


Tracklisting: CD1 Chronicle 1: The 'Frame 01. The Day That The World Breaks Down 02. Sea Of Machines 03. Everybody Dies Chronicle 2: The Aligning Of The Ten 04. Star Of Sirrah 05. All That Was 06. Run! Apocalypse! Run! 07. Condemned To Live

CD2 Chronicle 3: The Transmigration 08. Aquatic Race 09. The Dream Dissolves 10. Deathcry Of A Race 11. Into The Ocean Chronicle 4: The Rebirth 12. Bay Of Dreams 13. Planet Y Is Alive! 14. The Source Will Flow 15. Journey To Forever 16. The Human Compulsion 17. March Of The Machines

DVD 01. The Day that the World Breaks Down (Video) 02. Everybody Dies (Lyric Video) 03. Star of Sirrah (Lyric Video) 04. Run! Apocalypse! Run! (Lyric Video) 05. Behind The Scenes video 06. Interviews


VÖ: 28.04.2017 - Label: Mascot



Megadeth - Dystopia - Review

Megadeth gehörten schon immer zu den Bands, die man entweder mag oder sie lediglich kennt. Nicht kennen, ist kaum möglich, allein schon der Bandgeschichte oder besser gesagt, der Biographie des Sängers und Aushängeschilds Dave Mustaine wegen. Allerdings hatten Megadeth auch schon immer einen musikalischen Qualitätsanspruch, der sie seit Mitte der 80er von der breiten Masse abhob.

Weiterlesen ...