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Electric Wizard "Time To Die" 2014 - Review

Das achte Studioalbum der steinigen Doomster aus UK erscheint morgen via Spinefarm Records. Electric Wizard verdunkeln seit 1993 weltweit die Seelen mit ihrem eigenwilligen Sound. Zäh und unberechenbar ergießt sich das bittere Gebräu aus Doom und  Stoner aus den dampfenden Kesseln der Wizard-Schmiede. 

Unfassbar, wie dreckig und unkonventionell Electric Wizard den Titel des Albums akustisch reproduzieren. Es gibt nicht viele Momente auf diesem Langeisen, die altbekannte und etablierte Songstrukturen preisgeben. Kaum hat man den Faden gefunden, wird's noch abartiger, widerwärtiger und vor allem erdrückender. "Time To Die" legt sich wie ein tonnenschwerer Behälter, der mit allen abscheulichen Dingen dieser Welt bis zum Rand gefüllt ist, auf dein leidendes Gemüt. Langsam, ganz langsam senkt sich die erdrückende Schwere auf deinen ausgemergelten Leib.

Der Schnitter beobachtet dieses Schauspiel aus direkter Nähe, nur um im richtigen Augenblick, selbstverständlich in Begleitung des Gehörnten, deinem armseligen Dasein ein schmerzvolles Ende zu bereiten. Kranker Stoff? Absolut richtig! Genauso krank wie der zähe Angriff auf unser Heavy-natives Nervensystem, den Electric Wizard mit ihrem Aktuellsten Werk starten. Was Black Sabbath vor vielen teuflischen Monden begonnen haben, führte das Quartett aus Bornemouth, einer Zeremoniellen Grafschaft im Südwesten Englands, fernab von Kommerz und Mainstream mit beeindruckender Beharrlichkeit weiter. Tritt ein in die Katakomben Electric Wizards, Tritt ein in eine Welt voller Okkultismus und Endzeit-Szenarien, in eine Welt aus dunkelstem 70er-Rock, Doom Metal und schmutzigstem Stoner.

Wer Electric Wizard kennt, der weiß, dass ich hier keine Neuigkeiten vom Altar bete. Die letzten Jahre waren ganz  bzw. hochprozentig in Stoner gebettet. Diesen Anteil haben die Wizards auf "Time To Die" spürbar zurückgefahren. Obwohl alle Stile nicht weit voneinander entfernt  liegen, hat man schon das Gefühl, dass Electric Wizard sich auf dem neuen Album ihrer Wurzeln besonnen haben.  Der Titeltrack "Time To Die" ist ein willkommener Anspieltipp, denn hier präsentieren sich die Südengländer fast schon von ihrer harmonischen Seite, auch wenn diese nur rudimentär im Hintergrund auszumachen ist. Ich will es nun kurz auf den Punkt bringen. "Time To Die" tönt zäh, kompliziert, kultig, krank und gewaltig eigenständig. Electric Wizard verzichten auf die Hebelwirkung des Mainstreams und erteilen selbst hartgesottenen Seventy-Rockern eine Denksportaufgabe. Ich bin infiziert.

 

Dirk


VÖ: 29.9.2014 - Spinefarm Records



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