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Chapel Of Disease "The Mysterious Ways Of Repetitive Art" - Review

Chapel Of Disease haben mit "The Mysterious Ways Of Repetitive Art" ihr zweites Langeisen zum Death Metal Altar geführt, der am 16. Januar 2015 die finstere Seele des Albums der Öffentlichkeit preisgeben wird. Mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht und einer überdimensional detaillierten Präsentation der einzelnen Illustrationen des Booklets, ging dieses Oldschool Death Metal-Werk schon vor seiner Veröffentlichung einen Packt mit dem Teufel ein.

Der Begriff Oldschool, PR-Aufwand und Lobgesänge renommierter Printmedien wecken nicht nur das Interesse, vielmehr hat der angefixte Fan auch verdammt hohe Erwartungen an ein Album, das mit einer derartigen Aufmerksamkeit beschenkt wird. Also dann, wollen wir den 2008 gegründeten Kölnern doch mal gehörig auf den Zahn fühlen.

Jawohl, soundtechnisch kann "The Mysterious Ways Of Repetitive Art" der Bezeichnung Oldschool tatsächlich standhalten. Erleichterung macht sich in mir breit, während mystische Klänge mit angemessen viel Halleffekt in meine Ohren fahren. Die Vocals von Gitarrist und Sänger Laurent Teubl erinnern unter anderem an die frühen Morgoth oder auch Incubator zu "Symphonies Of Spiritual Canibalism" - Zeiten. Schon der Opener macht klar, Chapel Of Disease  setzen auf Struktur, statt auf ewig gestrige Rumpel-Attacken. Aber keine Angst, zwischen den vertrackten und immer wieder sehr atmosphärischen Passagen gibt's auch ordentlich auf den Hirnkasten. Es soll doch nicht zu heimelich werden, denn immerhin haben sich Chapel Of Disease die Worte Death Metal auf den Schrein genagelt, nicht wahr?

Worin liegen nun die Stärken des Albums? Ganz einfach! Trotz des derben Oldschool-Gewands schaffen es Chapel Of Disease über weite Strecken dem Album ein Gesicht zu verleihen, das man nicht so schnell vergessen wird. Ich meine damit ausgereifte Songstrukturen, hochwertiges Gitarrenspiel und jede Menge Gefühl für abgrundtief düstere Breitwandsounds. Kurz, die Songs bleiben hängen, was in diesem Genre nicht immer selbstverständlich ist. Manchmal treffen sich gar Prog-Rock und Death Metal auf einer düsteren Lichtung, um gemeinsam durch finstere Täler zu ziehen und "The Mysterious Ways Of Repetitive Art" im wahrsten Sinne des Albumtitels zu finden und eben keine repetitive (monotone - sich wiederholend) Kunst entstehen zu lassen. "Lord Of All Death" (Track 4) soll hier als Anspieltipp dienen. Ein Song, den man nicht mal eben so schreibt und der dieses Album allein durch seine Genialität empfehlenswert macht. 

Ob "The Mysterious Ways Of Repetitive Art" das Maß aller Dinge ist, vermag ich auch nach dem vierten Durchlauf nicht zu sagen. Die Vorschusslorbeeren allerdings sind gerechtfertigt und daher sollen 8 Tal(k)er der Lohn für ein wirklich gelungenes Album sein.

 

Der Prior


VÖ: 16.1.2015 - Label: FDA Rekotz


 


Falkenbach "Asa" 2013

 

Ja , es gibt sie noch! Es sind nur noch Wenige und man muss sie suchen, aber sie sind noch da! Idealisten! Finanzieller Erfolg und Personenkult ist für sie sekundär. Es geht ihnen einzig und allein darum, ihre vertonten Gedanken zu verewigen und mit dem geneigten Zuhörer zu teilen. Eine Tugend, die vielen Genre-Kollegen leider abhanden gekommen ist. Zu groß scheinen die Verlockungen der großen Plattenfirmen zu sein, dass man ihnen nur schwerlich widerstehen kann. Einmal den Schädel aus der zähen "Undergroundlava" herausgestreckt, packen sie zu und zerren dich an deinem Gemächt aus der rotglühenden Masse und bevor du dich versiehst, stehst du als beschnittener, handzahmer Zombie vor tausenden brav zahlenden "Mainstreamrockern" in einer riesigen Arena und erntest von deinen Fans der ersten Stunde nur noch Spott & Hohn.

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