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Agnostic Front "The American Dream Died" Album Review

Erste Runde - 6 Talker, zweite Rund 7 Talker - "The American Dream Died" wächst und wächst und...

wächst, zum Teufel noch mal! Der Name Agnostic Front treibt mir ganz automatisch Erinnerungen meiner Jugend unter die Schädelplatte. Wo immer man auch hinging, irgendein Maniac schwor damals extrem auf die New Yorker Hardcore Truppe und ließ nichts auf seine Helden kommen. Zu Recht, denn auch heute hört man die hartnäckigen Sozialkritiker aus dem Land der unbegrenzten Skandale locker unter vielen Bands ihrer Zunft heraus. Zwar haben Agnostic Front gerade nach der Jahrtausendwende ihren Sound mehr in Richtung Metal geschoben - was auch mir sehr zusprach - doch damit ist spätestens seit dem Vorgängeralbum Schluss. Ganz lässt sich das natürlich nicht trennen, denn soweit ist der typische New York Hardcore aus den achtziger Jahren nicht von Thrash Metal entfernt. Historisch gesehen sind beide Stile sogar untrennbar miteinander verbunden. Das 1986er Album der Jungs  kokettierte so gar sehr stark mit dem damals aufstrebenden Thrash Metal. Was sag ich da bloß? Thrash war anno 1986 in seiner Blütezeit.

Und noch eine Parallele kann man heraushören, wenn auch nur wage, aber Pete Steele würde sich freuen, dass gerade die Musik aus den Anfangstagen seine Kariere im Sound der Agnostiker lebt. Achtet mal darauf! Ist ja auch keine Wunder, denn immerhin hat Pete in den 80er Jahren auch seinen Teil zur Musik der Fronter beigetragen. Zwar gab es Ärger bezüglich des Inhalts seiner Texte, aber was soll's.

Mir liegen 16  Stücke vor, die gerade durch ihre kurze Dauer und geradlinige Art und Weise dem Album den notwendigen Biss verleihen. Dennoch sind nicht einmal 30min Spieldauer wirklich sehr knapp bemessen, aber dafür gibts textlich und musikalisch unentwegt auf die Zwölf. Punks, Metalheads und natürlich auch Harcorefreaks werden ihre helle Freude an diesem Werk haben. Old New York (Track 10) gefällt mir persönlich am besten. Ein wahrlich kurzer Song, dessen Inhalt nicht nur auf New York anzuwenden ist.

Hier ein Statement vom Fronter Roger Miret: "Old New York: New York City hat viele Ecken und Kanten. Es wurde seiner Kultur beraubt und vom Geld überrannt. Daher ist es so hart für Musiker und Künstler, dort zu leben. Jetzt sind wir umgeben, von Einwanderern und reichen Hipstern. Wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen, es ist nicht mehr das NYC, das ich einst so bewundert habe. Das Thema ist in einem meiner Lieblingsfilme - Taxi Driver - sehr  gut dokumentiert, daher das Intro, ich vermisse das alte New York."

Der Gesamteindruck von "The American Dream Died" kann folgender Maßen beschrieben werden: Kurz, knackig, punkig, Gott sei Dank keine Hochglanz-Produktion und jede Menge New York Hardcore Attitüde, die ganz klar definiert, dass Agnostic Front im Jahre 2015 auf Charakter setzen und sich nicht den gelten Gesetzen des Musik Business' unterwerfen. Das hat Stil, kommt ehrlich rüber und verlangt mir allen Respekt gegenüber den alten Haudegen ab. Im Prinzip ist "The American Dream Died" ein Album, das auch vor 30 Jahren das Licht dieser verfaulten Gesellschaft erhellt hätte. Es hat sich nichts geändert, warum sollten sich also Agnostic Front ändern? Der Finger gehört genauso in die Wunde, wie der Daumen nach oben! 

Dirk

8,5/10 Talkern


VÖ: 3.4.2015 Label: Nuclear Blast Records



 

Avatarium "All I Want" EP - Review

Wo soll das bloß noch hinführen? Überall wachsen Blues "Pill-ze" aus dem  Boden, und was für welche! Dem Debüt Album der Schweden konnte ich mich noch erfolgreich entziehen, aber wenn es mit dieser Art von Musik an die Live-Front geht, dann kann auch ich mich nicht mehr halten. "All I Want" enthält fünf Tracks, davon sind drei live und während des Roadburn-Festivals 2013 in Tilburg aufgenommen worden.

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