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Stratovarius - Eternal - Review

Es ist kaum zu glauben, wie viele hochkarätige Bands momentan neue Alben veröffentlichen. Stratovarius reihen sich am 11. September 2015 ein, in die Riege dieser Bands.

Die Finnen liefern schon längst nicht mehr jedes Jahr ein Album ab, so wie sie es Anfang der 90er Jahre taten, dafür kann man sich auf die Jungs verlassen und auch 2015 haben sie echt starke Songs im Gepäck.

In unserem Interview mit Stratovarius hat Jens Johansson bereits einige Themen zum Inhalt der Songs angeschnitten. Steigen wir also direkt in "Eternal" ein und halten an unserem kurzfristigen Traum fest, dass dieses Album gut wird. Track 1, "My Eternal Dream" handelt nämlich genau davon: Halte deine Träume fest, irgendwann werden sie wahr. "My Eternal Dream" ist ein guter Einstand, der durch eine amtliche Melodie in Szene gesetzt wird. Doch jetzt kommt's: "Shine In The Dark" - Track 2 beginnt mit einem 80er Keyboard-Sound und entwickelte sich weinig später zu einem absoluten Hammersong, der Nummer 1 direkt in den Schatten stellt. Ein typischer Melodic Kracher, dessen super Melodie man erst einmal schreiben muss. Wahnsinnig gut. Noch 'nen Soli oben drauf und alle sind glücklich.

Mit "Rise Above It" geht's im Arbeitsrhythmus einer Nähmaschine ordentlich nach vorn. Ein Power Metal Song, wie er nur im Lehrbuch zu finden ist. Die Jungs verstehen ihr Handwerk wirklich ausgesprochen gut. Wer nun denkt, Stratovarius haben ihr Pulver verschossen, der wird im vierten Track mit der nächsten genialen Melodie eines Besseren belehrt. "Lost Without Trace" beginnt etwas "sanfter" und schaukelt sich dann langsam aber sicher zum 2. Höhepunkt des Albums. Woher zaubern Stratovarius nur all diese wunderschönen Melodien? Und wieder ein Solo on top! Richtig, alle sind erneut glücklich. Thematisch und musikalisch geht's im folgenden Track wieder in die Schlacht. "Feeding The Fire" ist mächtig und wird von gewaltigen Chor-Samples beherrscht, die diesem schnellen Kracher die nötige Wucht und Schwere verpassen. 

Musiker haben es in direkten Beziehungen zu ihren Mitmenschen nicht immer leicht. Davon handelt "In My Line Of Work". Kein schlechter Song, aber mit Sicherheit nicht der Platzhirsch auf diesem Album. "Man Of The Mirror" tönt da schon wesentlich überzeugender und vor allem wieder verdammt mächtig. Eine stampfende Power Metal Granate im Stile der Überflieger von Powerwolf, nur eben mit der etwas offeneren Stratovarius-Attitüde. Hey, wo ist eigentlich die Ballade abgeblieben. Ah, Track 9 "Fire In Your Eyes" möchte so genannt werden. Klare Vocals, düstere Grundstimmung, egal was die Finnen anpacken, so richtigen Bockmist können sie nicht fabrizieren, dafür sind sie einfach zu gut und zu professionell. Ballade ist vielleicht zu viel des Guten, denn auch dieser Song entwickelt sich zu einer mächtigen Soundwand. Ein typischer Pyramiden Song, der aufhört, wie er begonnen hat und in etwa nach der Hälfte seiner Spieldauer den Zenit erreicht.

So, einen haben Stratovarius noch im Petto. "Lost Saga" wandelt auf den Pfaden der Nordmänner und führt sich durch gigantische Chöre ein, die von einem für Straovarius-Verhältnisse recht dreckigem Riff abgelöst werden. Danach nimmt dieses Monster von einem Song Witterung auf und überzieht die kommenden elf Minuten mit epischen Klängen, die ab der fünften Minute zwar etwas unsortiert tönen, jedoch ihre Wirkung nicht verlieren. Ein großartiger Song, der zum Ende des zweiten Drittels wieder typische Stratovarius-Formen annimmt und abermals mit breitbeinigen Chor-Samples ausklingt. Melodietechnisch kommt er an "Shine In The Dark" und "Lost Without Trace" aber nicht vorbei, die ich gleichzeitig als Anspieltipp anführen möchte.

"Eternal" ist wirklich ein gutes Album, dass jeden Fan dieses Genres zufriedenstellen wird. Solider und professioneller kann man nach all den Jahren ein Album kaum ins Feld führen. Stratovarius haben erwartungsgemäß abgeliefert und dabei noch zwei außergewöhnlich gute Melodien komponiert, deren Anmut andere Bands nur in ihren Träumen erreichen.

Dirk

8/10 Talkern


VÖ: 11. September 2015 Label: earMusic



 

Dark Age "A Matter Of Trust" 2013

Seit metallischen 18 Jahren treiben die Hamburger nun schon ihr Unwesen. Zugegebenermaßen bin ich kein Fan der ersten Stunde. Das hat aber vielleicht auch seine Vorteile, denn wenn ich mir so die Cover der ersten Alben betrachte bzw. die Musik anhöre, mache ich mir doch Sorgen um eben diese Fans der ersten Stunde. Ich hingegen kann mit der Weiterentwicklung einer Band sehr gut leben, da ich mit Sicherheit ein Heavy Metal Allesfresser bin. Dark Age gehören zweifelsohne zu den Vertretern ihrer Zunft, die es mit Bravour verstehen Songs zu schreiben, bei denen Melodien ins Gehör gehen wie Traubenzucker ins Blut.

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