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Grave Pleasures - Dreamcrash - Review

Bands wie Grave Pleasures sind der Grund, warum der Protagonist auf der linken Seite unseres Hintergrundbildes einen Irokesen auf der Rübe hat. Punk ist und bleibt eine wunderbare Zutat im Hartwurst-Genre, mal abgesehen davon, dass er in seiner reinsten Form ebenfalls seine Reize hat.

Grave Pleasures sind aus der Asche der äußerst erfolgreichen Finnischen Band Beastmilk hervorgegangen. Erst die Auflösung, Goatspeed - git raus, Olsson - git rein, dann die Reformierung, neuer Drummer ins Gehege - fertig. Herausgekommen ist erneut chilliger Post Punk, der spätestens in  der zweiten Runde für Augenbrauen-Raising sorgt. "Dreamcrash" tönt keinesfalls aufgesetzt oder gekünstelt, vielmehr hat man das Gefühl, dass Grave Pleasures diese Musik mit der Muttermilch aufgesogen haben. Hier hat der punkgeschwängerte Handmade-Rock eine fette Träne im Gesicht, wie eine Mixtur aus cannabisgedrosselten Dead Kennedys und den ohnehin schon melancholischen The Cure auf Antidepressiva. Vielleicht ist es auch nur Punk Rock aus Finnland, dessen Akteure schone lange keine Sonne mehr sahen.

Wie dem auch sei, Grave Pleasures kommen sehr authentisch rüber und haben den Dreh raus. Auch, wenn es in manchen Ecken und Winkeln des Gottesackers etwas poppig stinkt. Schlussendlich und dem ist eben so, machen Grave Pleasures genau da weiter, wo sie mit Beastmilk aufgegört haben. Erstaunlicherweise ist der Verlust des ehemaligen Gitarristen Goatspeed nicht so tragisch wie ursprünglich zu vermuten war. Linnéa Olsson macht ihre Sache mehr als gut und sorgt ebenfalls für das notwendige Feeling.

Das aktuelle Album der apokalyptischen Post Punker aus dem Land der tausend Seen ist wie ein Labyrinth. Du kommst rein, verirrst dich, kämpfst dich durch, irgendwann hast du es gecheckt und es geht dir ein Licht auf. Das zweite Mal meisterst du den Weg bravourös und findest langsam Gefallen an dieser sonderlichen Mixtur aus Melancholie und punkiger Räude. "Dreamcrash" hat mich trotz erheblicher Vorurteile überzeugt und wird vermutlich noch etliche Stunden den CD-Schacht blockieren. Anspieltipps: "Futureshock" & "Taste Of Void" 

Dirk

8/10 Talkern


VÖ: 4. September 2015 - Label: Sony Music / Columbia




 

Nervosa "Victim of Yourself" 2014 - Review

Nervosa, drei Metal-Damen aus dem fernen Brasilien, wollen uns doch nicht etwa „nervös“ machen? Nun ja, bei jedem, der auf ganz nett aussehende Metalbräute abfährt, könnte das ein oder andere Hormon verrückt spielen. Aber okay, kommen wir zum wichtigsten Teil, nämlich der Musik. Geboten wird hier ganz klar 100 Prozent Thrash Metal. Ohne Rücksicht auf etwaige Verluste, geben die drei Südamerikanerinnen mächtig Vollgas. Sehr gut gefällt mir der "Gesang" von Bandgründerin Fernanda Lira, da dieser richtig schön thrashig & aggressiv rüberkommt.

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