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Slayer - Repentless - Review

Dass es nicht nur fünf große Welt-Religionen gibt, ist seit den frühen Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt. Religion Numero 6 hört auf den Namen Slayer und lässt spätestens seit dem Debüt (1983) der sagenumwobenen Kalifornier kein Auge der Fan-Gemeinde trocken. 

6 Jahre ist es nun her, als "World Painted Blood" veröffentlicht wurde. Es sollte das letzte Album werden, auf dem Jeffrey John Hanneman (R.I.P.) zu hören war. Der Tod des Gitarristen und Gründungsmitgliedes Hanneman war in der Tat ein tragischer Verlust, doch sollte dieser tiefgreifende Einschnitt in der Geschichte von Slayer noch nicht das Ende der Turbulenzen um die Könige des Thrash Metals markieren. Dave Lombardo's Wunsch, finanzielle Ungereimtheiten aufzudecken, verschafften dem langjährigen Drummer zum wiederholten Male den Rauswurf seiner eigenen Person und der Band erhebliche Sorgen bezüglich ihrer Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Selbstverständlich bringt das eine Größe wie Slayer nicht aus dem Gleichgewicht. Nicht einmal das Bekenntnis, das Tom Araya praktizierender Christ sei, konnte die Huntington Park Thrash Legende aus den Angeln heben.

Slayer sind nach wie vor die beliebteste Thrash Metal Band auf diesem Planeten, daran besteht auch 2015 kein Zweifel. Doch wie sieht's nun eigentlich mit der Musik aus? "Repentless" giftet seit einigen Tagen durch sämtliche Soundgeneratoren, die dazu in der Lage sind, mittelprächtige mp3s halbwegs vernünftig wiederzugeben. Erster Eindruck? Passt! Produktionstechnisch sehr organisch, gottseidank mit reichlich Wiedererkennungswert und irgendwie mit einem Gewissen Maß an harmonisch aufeinander abgestimmten Arrangements. Will heißen, das Stachelschwein wurde nicht mit einem Holzrechen auf Teufel komm raus gegen den Strich gebürstet. Und ähnlich der neuen Annihilator, scheint "Repentless" ein guter Querschnitt durch etliche Bandphasen Slayers zu sein.

Nach der instrumentalen Einleitung "Delusions Of Saviour" stürzen sich Slayer mit ihrer ganzen Wucht in die Schlacht. "Repentless" setzt den ersten Höhepunkt und wirkt unglaublich aggressiv.„Repentless ist meine Hommage an Jeff“, erklärt SLAYERs Kerry King. „Ich nenne ihn die „HannemAnthem“. Es ist meine Sichtweise auf Jeffs Perspektive, es ist das, was ich glaube… Wenn Jeff einen Song für sich geschrieben hätte, es wäre 'Repentless'.“ Arrogance, violence, world in disarray Dealing with insanity every fuckin’ day I hate the life, hate the fame, hate the fuckin’ scene Pissing match of egos, fuck their vanity*

"Take Control" folgt und geht spätestens nach dem dritten Einschlag locker in die Radartüten. Sehr abwechslungsreich und aufs Wesentliche reduziert, markiert dieser Track durchaus die frühen Neunziger. "Vices" (Track 3) fördert auf dem aktuellen Longplayer breitbeinigstes Monsterriffing zu Tage. 1:41min! Freunde, ich sehe jetzt schon, wie die Gemeinde Grundstellung einnimmt, um sich diesem Monster zu unterwerfen. "When The Stillness Comes" ist nicht minder genial, nur kommt dieser Track langsam und unangenehm von hinten. Ein kriechender Fiesling, der absolut klarstellt, wer hier Spannungsbögen in seiner Musik aufbauen kann. Ab Minute 3:20 gibt es kein Halten mehr. Ich muss ausrasten, ist das genial. Wer hier während der Autofahrt nicht im Sekundentakt das Armaturenbrett mit seinem Schädel penetriert, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Auch der nächste Track enthält wieder charismatisches Riffwerk der Extraklasse, offensichtlich ist die Zusammenarbeit mit dem Exodus-Gitarristen Gary Holt auf fruchtbaren Boden gestoßen. Die Rhythmusarbeit der Saitenakrobaten ist in der Tat die Säule dieses Albums. Absolut unumstößlich! Und weiter geht's! "Implode" ist ja nun schon ein alter Bekannter, denn dieser Track wurde bereits im Frühjahr 2014 veröffentlicht. Seinerzeit konnten Fans "Implode" direkt von der Slayer-Website downloaden. Ein typischer Slayer-Song, der erst im Kontext des Albums wirklich gezündet hat. Höre niemals einen einzelnen Slayer-Song mal eben so, soviel habe ich aus der Download-Aktion gelernt.  So, die letzten Tracks gilt es wieder selbst zu erobern. Obwohl, "You Against You" muss ich Euch ebenfalls ans kalte Herz legen. Meister Nackenbruch trifft jetzt doch auf das Stachelschein, das er erbarmungslos gegen den Strich bürsten wird!

Fazit: Mit 7,5 pfaden Punkten bin ich ins Diktat gegangen, mit 'nem bösen Gesicht und vollends infiziert, werde ich nun schließen. Hier weniger als 9 Talker zu vergeben, währe mehr als ungerecht. Slayer!

Dirk

9/10 Talkern


Tracklist: Tracklist: 01. Delusions Of Saviour 02. Repentless 03. Take Control 04. Vices 05. Cast The First Stone 06. When The Stillness Comes 07. Chasing Death 08. Implode 09. Piano Wire 10. Atrocity Vendor 11. You Against You 12. Pride In Prejudice 


VÖ: 11. September 2015  Label: Nuclear Blast



 

Reactory "High On Radiation" 2014 Review

 

Reactory aus Berlin haben alles im Griff und dieses Review muss einfach mit der Einleitung zur Ankündigung des Albums anfangen. Vor zwei Monaten ließen wir verlauten: "Thrash ist nicht nur verdammt back, nein - wenn Reactory ihre Instrumente malträtieren, dann ist Thrash Metal allgegenwärtig. Vor drei Tagen (nunmehr fast 70 Tagen) erschien ihr Debüt-Album via Iron Shield Records. Es hört auf den Namen "High On Radiation" und wird nach ersten Hörproben den heimischen CD-Player für die kommenden Wochen nicht mehr verlassen. (dem war auch so) Für Puristen dieses Genres ein Muss, wer Wert auf Qualität legt, der wird hier ebenfalls mit einem zufriedenem Schmunzeln aus der Nummer rauskommen.

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