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U.D.O. "Decadent" - Review

In unserem Interview, das wir Anfang Januar mit Mastermind Udo Dirkschneider führten, ließen wir es bereits anklingen. Hier kommt ein wirkliches dickes Brett auf uns zu! Ich habe in der Tat selten so oft die Fäuste geballt, während ich ein Album rezensierte. Doch kommen wir nun zu den Fakten, denn auch die Vorschusslorbeeren wollen verdient sein.

Was wurde nicht schon alles über U.D.O geschrieben und veröffentlicht? Kaum eine Information, die nicht bis ins letzte Detail ausgeschlachtet und veröffentlicht wurde. Darum erspare ich euch einleitende Worte zur Geschichte sowie zur Discographie der Metal Ikonen. Mit einem derartigen Status, den U.D.O. - insbesondere durch Udo Dirkschneider - nun einmal besitzen, ist das Veröffentlichen von Alben nicht unbedingt leichter. Zwar werden U.D.O. vom Großteil stiltreuer Plattenfirmen mit offenen Armen empfangen und dürften diesbezüglich keine Probleme haben, dafür sind aber auch alle Augen extrem auf die Protagonisten gerichtet, wenn sie ein neues Werk ankündigen. Jeder Fehler wird auf die Goldwaage gelegt, alles wird an den großen Erfolgen gemessen und je größer der Einfluss der Presse, desto riskanter sind kritische Aussagen bezüglich des neuen Outputs. Umso mehr freue mich, dass alles passt und U.D.O zum wiederholten Male alles richtig gemacht haben.

Das Album besticht mit einem brillanten Sound, der mir das vorliegende Material glasklar und äußerst druckvoll um die Ohren wuchtet. 12 Tracks, die sich grob in drei Kategorien einteilen lassen: gut, sehr gut und Ohrwurm-Charakter! Freunde des klassischen Heavy Metals, ich bin verdammt noch einmal extrem euphorisiert. Schon die erste Kostprobe der Scheiblette offenbarte mindestens drei Ohrwürmer. Je öfter "Decadent" die Luft erhitzt, desto unsicherer bin ich mir, welcher der vielen exzellenten Songs nun wirklich ein Ohrwurm ist. Pain (5), Secrets in Paradise(6) und Meaning Of Life (7) - sind alles Songs, die mit unfassbar eingängigen Melodien überzeugen können, wobei Meaning Of Life vermutlich der absolute Brecher ist. Was für eine Hymne! Mystery (Track 4) ebnet den Weg für die zuvor genannten Songs, indem er mit einem recht kranken Thema und tonnenschweren Gitarren euer Gemüt weichklopft. Danach verlangt man förmlich nach Melodien. Udo Dirkschneider brilliert durchweg auf allen Songs mit seinem markanten Organ, das einem wirklich mehr als einmal tief unter die Haut fährt. Gerade bei den Refrains bleibt dann nur ein Möglichkeit offen: Fistraisen, Evil Face und mitgrölen, krächzen oder was auch immer man seinen ungeübten Stimmbändern entlocken kann. 

Wenn U.D.O. nicht schon so viele Hammer-Songs in ihrer Discographie hätten, würde ich glatt vorschlagen, dass Herr Dirkschneider und seine Jungs das vollständige Album auf der kommenden Tour spielen, denn auch der Titeltrack sowie "Untouchabel" sind zwei absolute Stampfer, die die Funktion des Zwerchfells gehörig anregen. "Under Your Skin" (9) und "Rebels Of The Night"(11) sind von der schnelleren Sorte und rollen das Feld von hinten auf. Auch sie besitzen markante Refrains und stehen dem restlichen Material in nichts nach. Man hört dem Album die gewaltige Erfahrung, die Udo Dirksschneider im Laufe seiner Kariere gesammelt hat, einfach an. Das Songwriting ist punktgenau gesteuert, ohne dabei an Seele zu verlieren. Eine hohe Kunst, wie ich meine. Vielleicht liegt es aber auch daran, das Udo immer noch mit Leib und Seele dabei ist und es verdammt noch einmal drauf hat. Selbstverständlich gilt meine Hochachtung auch den übrigen Musikern, die auf "Decadent" einen fantastischen Job abliferten. So denn, die übrigen Songs dürft ihr selbst entdecken. Wir nähern uns der Punktevergabe und für mich gibt es hier nur eine logische Konsequenz: volle Punktzahl! Mit "Decadent" haben U.D.O. sich selbst übertroffen und den ersten Überflieger im Jahre des Herrn 2015 abgeliefert. Amen!

Der Prior

10/10 Talkern

VÖ: 23. Januar 2015 Label: AFM Records



 

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