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KAMELOT "Haven" Album Review

Wie oft muss am ein Album hören, um es richtig einschätzen zu können? Wie intensiv muss man sich mit einer Band beschäftigen, um einschätzen zu können, ob das neueste Album wirklich gut ist?

Wie sollte es auch anders sein, hierfür gibt es einfach keine Regel. Aber wir können Euch versichern, "Haven" erfasst man nicht nach dem ersten Durchlauf, auch wenn unsere Lisa direkt und sofort das Prädikat gut veranschlagt hat. Ich, für meinen Teil, habe ein Weilchen gebraucht, um die Komplexität und die Struktur der Kompositionen für mich zu entdecken. Als ich den Schlüssel schließlich gefunden hatte, spürte ich Erleichterung und war glücklich und zufrieden, denn nach der ersten Verkostung konnte ich alles andere als Begeisterung verbuchen. Doch jetzt freue ich mich schon auf eine vernünftige Audio-CD, um endlich den lausigen mp3 zu entkommen. Vielleicht auch ein Grund dafür, warum Dynamik und Arrangements erst später ihr Wirkung zeigten. Also, bevor wir hier eine Wertung abgeben, kommt zunächst unsere Empfehlung: Macht's laut, hört es auf einer standesgemäßen Anlage oder wenn es Euch möglich ist, stülpt Euch für den maximalen Genuss königliche Kopfhörer auf die Radartüten, denn nicht umsonst haben wir es hier immerhin mit KAMELOT zu tun. Wie wir im Interview mit Kamelot schon erwähnt haben, kommt "Haven" ebenfalls als limitierte Version auf den Markt. Diese enthält zusätzlich ein Scheiblette mit 15 Tracks, auf der ausschließlich Instrumentalwerke bzw. Klassikarrangements zu hören sind. Das erzeugt nicht nur mehr Leistung fürs Geld, nein - hier bekommt man erst Richtig das Ausmaß und die Vielschichtigkeit der Kompositionen um die Ohren. Die Bonus CD setzt sozusagen das in Szene, was auf dem Hauptwerk im Hintergrund locker mitläuft. Unglaublich!

So denn, kommen wir zur Bewertung. genug Worte haben wir ja immerhin schon verloren. Details und Hintergründe könnt ihr in unserem Interview mit Oliver Palotai von Kamelot nachlesen, wenn auch nicht alle. Man möchte ja schließlich noch selbst ein paar Sachen entdecken, nicht wahr? Mal unabhängig von den hochwertigen Kompositionen, der Komplexität, den Klassikarrangements, den unterschiedlich Tempi, Härtegraden und was es sonst noch alles so zu verarbeiten gilt, hat der gebürtige Stockholmer Tommy Karevik - der hauptberuflich bei der  Schwedischen Feuerwehr sein Geld verdient - einen grandiosen Job abgeliefert. Im Grunde gibt es keinen Song, auf dem er den schwierigen Gesangspassagen erlegen ist. Ob Solo oder im Duett mit Charlotte von Delain, Tommy brilliert immer, nur die tiefen Growls im 12 Track überlässt er vorsichtshalber Alissa White-Gluz von Arch Enemy. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie Alissa das Wort "Revolution" abgrundtief und auf schrecklichste Weise aus ihren Körper würgt. Grundgütiger, was für ein Stimmbandmassaker, mal abgesehen davon, dass "Revolution" der mit Anstand härteste Song auf "Haven" ist. So, jetzt aber: 8,5 Talker müssen her, Tendenz steigend.

Dirk

8,5/10 Talkern


VÖ: 8. Mai 2015 Label: Napalm Records



 

Månegarm "Legions Of The North" Review - 2013

Jawoll ja!!! Da kommen Manegarm aus Schweden mit einem neuen Output daher und niemand bemerkt, wie geil diese Scheibe eigentlich ist. Ich hatte sie mal in Berlin live erleben können, war sehr von ihrem Schaffen überzeugt und habe somit mal ins neue Werk gelauscht. Gespielt wird immer noch ein Mix aus Black-Viking-Pagan und Folk-Metal. Wobei die Folk Elemente fast in jedem Song einen sehr markanten Part übernehmen. Hier und da kommen auch die für Manegarm typischen „Ohhoho“ Chorgesänge durch. Sogar etwas Amon Amarth konnte ich bei einem Song heraushören. Das soll natürlich nicht heißen, dass Amon Amarth-Anleihen ein Garant für positive Ausschläge des Punktebarometers sind, spricht aber definitiv für den Abwechslungsreichtum von "Legions Of The North".

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