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BRANNTHORDE - "Auf Teufel Komm Raus" Album Review

Die erbarmungslose Brannthorde wird ab morgen auf Teufel komm raus Eure Trommelfelle malträtieren. Das Ergebnis sollte schon jetzt allen klar sein, denn ein totaler Gehörsturz ist die einzige Konsequenz dieser martialischen Vertonung schwarzmetallischer Hasstiraden.

Wer hätte gedacht, dass hinter dieser messerscharfen Finster-Walze lediglich zwei Zentralfiguren stecken. Die Rede ist hier von Roman Hilser (Fuck You And Die) und Giuliano Barbieri (Der Weg einer Freiheit & Fuck You And Die). Ursprünglich als Soloprojekt gegründet, sammelte Roman gemeinsam mit Dominik Günter (Astat, Fuck You And Die) seit 2012 erste Songideen, die sie nun in Form ihres Debütalbums in aller Kälte auf die von Hass und geistiger Fäulnis zerfressene Menschheit loslassen. Zwei Akteure erzeugen eintausend Klänge, die sie im Nähmaschinen-Highspeed-Rhythmus eingeklöppelt haben. Ein prüfender Blick aufs Line Up bestätigt, was die bestraften Ohren bereits ans überforderte Hirn des Rezensenten gemeldet haben: Hinter der Schießbude sitzt kein Geringerer als Mr. Oberpräzise alias Fast Drummachine. So ist es auch nicht verwunderlich, dass unmenschliche Geschwindigkeiten und digitale Gleichförmigkeit über weite Strecken das blutgetränkte Feld beherrschen. In den meisten Fällen gibt das Punktabzug in der Haltungsnote, so auch in diesem. Schade eigentlich, denn ansonsten ist "Auf Teufel Komm Raus" ein probates Mittel, die Liste derer, die einem nicht wohlgesonnen sind, zu nähren und auszubauen.

"DIE WELT IST WERTLOS...DU AUCH" steht in großen Lettern auf der Innenseite des Inlays geschrieben. Eine Aussage, die in der Anordnung aller Materie und Energien, nämlich im Universum, durchaus ihre Berechtigung findet. Black Metal ist eben nicht nur ein eiskalter Sturm, der Mark und Bein auf dem akustischen Wege erschüttern soll, nicht selten ist er auch ein philosophisch ätzender Rohling in der fleischgeworden Fehlbarkeit eines jeden Individuums. Doch nun genug der geschwollenen Gedanken. Schlussendlich weiß das bitterböse Konzept der Brannthorde zu gefallen. Der Wunsch nach mehr Abwechslung und  einem menschbetriebenen Schlagwerk bleibt zweifelsohne erhalten. "Auf Teufel Komm Raus" ist ein monolithisches Scheusal, das niemandem gefallen will, der sich dem Sonnenlicht ergeben zeigt.

Für Boshaftigkeit und Konzept sind der Brannthorde 9 Talker zu entrichten, insgesamt betrachtet sollen und müssen 6,5 Talker reichen.

Der Prior

6,5/10 Talkern


VÖ: 12. Mai 2015  Label: Astat Entertainment



 

Before The Dawn „Deadlight“ (2007)

Melodie ist bekanntlich eine geordnete Abfolge von Tönen unterschiedlicher Höhe. Soweit besagt es die Theorie in diversen Lehrbüchern. Ob die Melodie dann auch noch eingängig oder zumindest harmonisch ausfällt, liegt definitiv in der Hand des Künstlers. Before The Dawn haben auf „Deadlight“ ihre Hausaufgaben zu einhundert Prozent gemacht und auch übererfüllt. Diese Band hat mir der edle Herr Schneider (auf metaltalks.de René genannt) ans Herz gelegt.

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